Filmkritik: Me before you

In der Buchverfilmung des Bestsellers von Jojo Moyes werden sanfte Töne angeschlagen.

Handlung Ein ganzes halbes Jahr

Das Leben des reichen Geschäftsmanns Will scheint perfekt: Gemeinsam mit seiner schönen Freundin lebt er in London, die Geschäfte laufen gut und in seiner Freizeit ist immer sportliche Action angesagt. Eine schreckliche Kehrtwende erfährt er durch einen Motorradunfall, der ihn für immer an den Rollstuhl fesseln wird. Von nun an fristet er sein Dasein im beeindruckenden Anwesen seiner Eltern auf dem Land und verjagt reihenweise Pfleger. Louisa, quirlige, lebensbejahend und gerade auf Jobsuche, wird Wills neue Pflegerin. Kein einfaches Unterfangen, denn aus dem ehemals abenteuerlustigen Geschäftsmann ist ein Zyniker geworden, der sich nicht aufmuntern lassen will.

Review Ein ganzes halbes Jahr

Ein Fest für die nerdigen Filmfans: Neville Longbottom, Finnick Odair und die Mother of Dragons höchstpersönlich, Daenerys Targaryen, vereinen sich hier auf der Leinwand und zeigen sich in völligem Gegensatz zu ihren Paraderollen. Emilia Clarke (Daenerys) kommt als eine modemutige lebensfrohe Carrie Bradshaw vom Land daher, Matthew Levis (Neville) ist Louisas sportbesessener durchtrainierter Langzeitffreund und Sam Claflin (Finnick) würde an einen Rollstuhl gefesselt sicher nicht so gut in den Hunger Games abschneiden. Vor allem Louisa ist zum Verlieben sympathisch, sorgt mit ihren Missgeschicken, ausgefallenen Fashion Experimenten und vor allem mit ihrem Augenbrauenspiel für viele Lacher.

Einer der großen Kritikpunkte des Films ist die Ähnlichkeit zu der weltweit erfolgreichen französischen Tragigkomödie „Ziemlich beste Freunde“ (2011). Eine gehandicapte reiche Person bekommt einen unerfahrenen Pfleger vorgesetzt und nach anfänglichen Schwierigkeiten verstehen sich die beiden Hauptdarsteller blendend. In „Ziemlich beste Freunde“ steht Freundschaft im Mittelpunkt, in „Ein ganzes halbes Jahr“ geht es um Liebe. Ganz so einfach wie es klingt, ist es dann natürlich doch nicht. Wie es sich für eine Romanze gehört, gibt es natürlich Geheimnisse und Konflikte, die das Publikum aufstöhnen lassen. Genauso erwartet man es aber auch, wenn man einen solchen Film aussucht!

 

Während sich die Lovestory weiter festigt, ist man hin- und her gerissen: Einerseits wünscht man sich ein Happy End für Will und Louisa, vor allem neuen Lebenswillen für Will. Aber zwischendurch fragt man sich auch: Was ist mit Patrick, Louisas Freund? Der wird witzigerweise einfach hintenüber fallen gelassen und wird kaum als kritischer Faktor für Louisa und Will wahrgenommen.

Dass sich Louisa heftig in Will verliebt, kommt dann wie mit einem Paukenschlag. Ja, es stand von Anfang an fest, dass das geschieht – trotzdem hat ihre Gefühlskurve dann einen heftigen Satz gemacht von „Ich brauche einfach nur einen Job“ ist „Ich liebe dich“. Am Ende wird es dann so richtig emotional. Sind wir ehrlich: Eines der Hauptthemen des Films – Sterbehilfe – lässt keinen Zuschauer kalt und wird einen noch mindestens einige Stunden nicht los lassen. Trotzdem entsteht bei dem Film leicht das Gefühl, dass einem die Traurigkeit quasi aufgezwungen wird. Ist Louisas Liebesgeständnis vielleicht ein bisschen zu kitschig? Ist das vielleicht ein bisschen zu viel Ed Sheeran im Soundtrack?

Nichtsdestotrotz ist „Ein ganzes halbes Jahr“ unterhaltsam und auf jedem Fall tränendrüsenanregend!

Fazit

Trotz aller Vorhersehbarkeit am Anfang ist die Tragikomödie sehenswert! Vor allem die originelle Hauptfigur Louisa und das schwierige Thema im Fokus des Films machen den Kinoabend zu einem Erlebnis, dass nachhallt.06-couchpotatos-neu

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