Filmkritik: Rock’n’Rolla

Sex, Drugs and Rock’n’Rolla

Gangsterfilm und Tom Hardy, das war bisher immer eine gute Kombination für mich. Regisseur Guy Ritchie bewies ja schon mit „Bube, Dame, König, grAs“ (1998) und „Snatch – Schweine und Diamanten“ (2000) sein Gespür für Gangsterfilme der ganz besonderen Art. Dieser Film sollte also jede Menge filmischen und musikalischen Rock’n’Roll liefern.


Quelle Trailer:MoviemanTrailers

Handlung:

Die Londoner Unterwelt befindet sich fest in den Händen von Lenny Cole (Tom Wilkinson – Lone Ranger, Grand Budapest Hotel, u. a.) – er besticht und verrät jeden nach seinem eigenen Vorteil. In seine Fänge geraten die Kleinkriminellen One Two (Gerard Butler – 300, P.S. Ich liebe dich. u. a.) und Mumbles (Idris Elba, Thor I + II, Mandela, u. a.), als sie ihm nach einem geplatzten Geschäft jede Menge Zaster schulden. Um das nötige Kleingeld aufzutreiben, lassen sie sich mit der Buchhalterin Stella (Thandie Newton) ein. Doch Stella macht auch Geschäfte mit dem russischen Milliardär Uri Omovich (Karel Roden), der wiederum Lennys neuer Goldfisch werden soll. Und da ist noch Lennys vermeintlich toter Stiefsohn Johnny (Toby Kebbell – Zorn der Titanen, Planet der Affen: Revolution, u.a.). Es entspinnt sich ein Netz voller Intrigen und es entbricht ein Kampf um Macht und Geld.

Kritik:

Rock’n’Rolla Sex, Drugs and Rock’n’Rolla Gangsterfilm und Tom Hardy, das war bisher immer eine gute Kombination für mich. Regisseur Guy Ritchie bewies ja schon mit „Bube, Dame, König, grAs“ (1998) und „Snatch – Schweine und Diamanten“ (2000) sein Gespür für Gangsterfilme der ganz besonderen Art. Dieser Film sollte also jede Menge filmischen und musikalischen Rock’n’Roll liefern. Handlung: Die Londoner Unterwelt befindet sich fest in den Händen von Lenny Cole (Tom Wilkinson – Lone Ranger, Grand Budapest Hotel, u. a.) – er besticht und verrät jeden nach seinem eigenen Vorteil. In seine Fänge geraten die Kleinkriminellen One Two (Gerard Butler – 300, P.S. Ich liebe dich. u. a.) und Mumbles (Idris Elba, Thor I + II, Mandela, u. a.), als sie ihm nach einem geplatzten Geschäft jede Menge Zaster schulden. Um das nötige Kleingeld aufzutreiben, lassen sie sich mit der Buchhalterin Stella (Thandie Newton) ein. Doch Stella macht auch Geschäfte mit dem russischen Milliardär Uri Omovich (Karel Roden), der wiederum Lennys neuer Goldfisch werden soll. Und da ist noch Lennys vermeintlich toter Stiefsohn Johnny (Toby Kebbell – Zorn der Titanen, Planet der Affen: Revolution, u.a.). Es entspinnt sich ein Netz voller Intrigen und es entbricht ein Kampf um Macht und Geld. Kritik: Ein guter Gangsterfilm beginnt mit einer Erzählerstimme, die den Zuschauer in die Story einführt und durch den Film begleitet. So ist es auch bei Rock’N’Rolla – Lennys rechte Hand Archy (Mark Strong – Sherlock Holmes; Dame, König, As, Spion; u.a.) erzählt die Geschichte um One Two und Mumbles und Lennys Untergang. Dabei schafft seine tiefe und angenehme Stimme genau die leicht düstere Stimmung, die eine authentische Gangsterwelt braucht. Einen Erzähler hat der Film auch dringend nötig, um seine größte Schwäche auszubügeln. Denn aus ehemals drei Interessengruppen und drei Handlungssträngen, entwickeln sich immer mehr Nebenschauplätze und Charaktere werden aufs Spielfeld geschoben, die plötzlich mit den Geschehnissen zu tun haben. Leicht verliert der Zuschauer den Überblick wer hier eigentlich wen kennt und viel wichtiger – wer betrügt hier eigentlich wen? Mit diesem Netz aus Intrigen, das durch die Struktur des Films komplizierter erscheint als es eigentlich ist, würde wohl nicht mal Spiderman klarkommen. Würde der Erzähler nicht ab und zu eine Zusammenfassung der Geschehnisse liefern, könnte der Zuschauer schon bald nicht mehr folgen.

Doch die gekonnte Mischung aus Korruption, Gewalt, Verrat und den ahnungslosen Tölpeln, macht Rock’N’Rolla zu einem unterhaltsamen Gangsterfilm. Verfolgungsjagden und Folter sorgen für die nötige Spannung. Die absolute Ahnungslosigkeit von One Two und Mumbles, die es als Kleinkriminelle tatsächlich schaffen dem großen Russen immer wieder das Geld abzujagen, sorgen für die gewisse Portion Ironie und Witz. Zwar erscheint es auch mehr als unrealistisch, dass zwei Loser einen gestandenen Gangsterboss übers Ohr hauen können, doch bei Ritchies Gangsterkomödien steht Authentizität nicht gerade an erster Stelle. Er überzeugt mit unerwarteten Geschehnissen, die teilweise ins Lächerliche gezogen werden und so ihren einzigartigen Charme erhalten. Wer hätte z. B. eine mehr oder weniger homosexuelle Lovestory in einem Gangsterfilm erwartet?

Doch gerade die Geschichte um die mysteriöse Nacht von One Two und Handsome Bob, vor Bobs Antritt einer langjährigen Haftstrafe, ist einfach zum Schießen. Tom Hardy (The Dark Knight Rises, Lawless, Inception, u. a.) überzeugt als schwuler Gangster und weiß genau die richtige Portion Emotionen reinzubringen, um keine Schnulze sondern dafür eine komische Situation zu schaffen. Seinen Spitznamen „der hübsche Bob“ hat er sich auch allemal verdient. Doch auch einige Übertreibungen, wie die Unbreakable Russen, sorgen für jede Menge Lacher. Im Ernst, die sind einfach nicht tot zu kriegen.

Ritchie weiß die richtige Dosis Witz einzusetzen und schafft mit genau getimeten Schnitten wieder genug Härte, um den Film nicht ins Lächerliche abdriften zu lassen. Gekonnt spielt er mit harten Szenenwechseln und unterstützt die kontrapunktierende Atmosphäre mit Einsatz von hartem Rock’n’Roll. So sitzt One Two bei einem eleganten Essen mit Stella und zarter Streichmusik, welches durch Szenen aus seiner brutalen Verfolgungsjagd mit den Russen unterbrochen wird. Dabei wirken diese Gegensätze alles andere als fehl am Platz. Sie unterstützen die komödiantischen Aspekte des Films und erscheinen als clevere filmische Komposition.

Schafft es die Story um One Two und seine Kumpanen Witz aufzubauen und die Handlung um Lenny und den Russen die nötige Spannung aufrecht zu erhalten, so weiß man nicht ganz, was man vom drogenabhängigen, tot-geglaubten Stiefsohn Johnny halten soll. Ständig ist er im Rausch und hält hoch-philosophische Monologe, die keiner nachvollziehen kann. Dabei schwankt er zwischen nervender und witziger Verrücktheit. Am Ende entpuppt er sich noch als verkanntes Genie. Doch leider wirkt diese Wandlung nicht ganz nachvollziehbar. Wirklich sympathisch wirkt er nur am Ende, als er die Entzugsklinik verlässt.

Fazit:

Rock’N’Rolla ist wieder eine typischer Gangstermovie a la von Guy Ritchie. Der Film überzeugt mit einer guten britischen Besetzung und einer ausgeklügelten Mischung aus Spannung und Witz. Let’s Rock’N’Rolla.

07-couchpotatos-neu

 

[atari]

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s