Filmkritik – X-Men: Apocalypse

Civil War mit Mutanten

2016 scheint das Marvel-Jahr zu werden, denn mit X-MEN: APOCALYPSE schickt das MCU seine nächsten Superhelden in den Ring. Lange haben wir auf den großen Mutanten-Clash gewartet. Nach den letzten Marvel-Filmen erwarten wir uns natürlich Großes.


Quelle Trailer:FoxKino

Handlung:

Etwa zehn Jahre sind vergangen und wir haben die glorreichen 80er-Jahre erreicht. Charles Xavier führt erfolgreich seine Schule für Begabte. Magneto hat sich zurückgezogen und eine Familie gegründet. Mystique ist weiterhin auf der Suche nach Mutanten, die aus den Fängen der Menschen gerettet werden müssen. Während das Leben zunächst normal erscheint, wird in Ägypten eine alte Macht erweckt. Der erste Mutant der Geschichte – Apokalypse – erwacht aus seinem Schlaf und will die Erde säubern…

Kritik:

Obwohl ich als Headline „Civil War mit Mutanten“ geschrieben habe, muss ich leider bereits vorwegnehmen – X-MEN: APOCALYPSE kann nicht mit CAPTAIN AMERICA – CIVIL WAR mithalten. Leider kommt es auch nicht an seine Vorgänger X-MEN: ERSTE ENTSCHEIDUNG und X-MEN: ZUKUNFT IST VERGANGENHEIT. Doch kann ich mich auch nicht den Kritikern anschließen, die den Film als Reinfall bezeichnen – aber lest selbst.

Richten wir unseren ersten Blick auf die Mutanten. Unser erwartet ein wahrlich herrliches Aufgebot der X-Men. Wichtige Charaktere werden endlich in die Zeitlinie der Vergangenheit eingeführt. Insbesondere der bunte Mix an jungen Schülern an Charles Schule erinnert schon fast an X-MEN EVOLUTION (Zeichentrickserie, 2000-2003). Tatsächlich erinnern sogar einige Outfits an die Original-Kostüme – Nightcrawler in der roten Lederjacke und Psylocke hätte sowieso nicht besser getroffen sein können.

Mit Apokalypse haben wir einen der ultimativen Gegner des X-Men Universums überhaupt vor uns – der vom Look her durch den Film ein Upgrade erfahren hat. Obwohl er als erster Mutant der Über-Gegner schlechthin sein soll – ist das im Film nur bedingt bemerkbar. Zwar wirkt er als Katalysator für Kräfte anderer doch über seine eigenen Kräfte werden wir weitgehend im Dunkeln gelassen. Bis zum Schluss ist mir nicht klar – kann er einfach alles oder nur ein bisschen Sand- und Mind-Spielchen?

Auch die Wahl seiner 4 „apokalyptischen Reiter“ scheint etwas beliebig und ist nicht ganz nachvollziehbar. Angel und Storm als böse Ritter? Interessanter Twist aber etwas klischeehaft begründet. Er will die stärksten Krieger um sich scharen? Magneto – klar, sicher, auf jeden Fall. Storm und Psylocke – kann man gelten lassen. Angel – nunja. Spätesten nach seinem Ausflug mit Cerebro hätte er bessere Kandidaten finden können – ich sag nur: Wolverine, Quicksilver, Jean Grey.

Im Übrigen liefern uns diese drei Mutanten auch etwas fragwürdige Momenten. Quicksilver – wieso sagst du nicht die Wahrheit und stoppst Erik? Jean – wieso erkennt Apokalypse nicht dein Potential bevor es zu spät ist? Und noch wichtiger – wieso musst du am Ende Sansa raushängen lassen und nur dumm dastehen? Wolverine – woher kommen deine Adamantium-Klingen wenn du in DAYS OF FUTURE PAST in der Zukunft ohne sie aufgewacht ist? Haben wir nun eine dritte Zeitlinie vor uns?

Im Gegensatz zu den früheren Filmen steht nicht der Kampf der X-Men gegen die Gesellschaft im Mittelpunkt. Zwar wird das Thema wie immer angesprochen aber nicht zentral thematisiert. Alles dreht sich um Apokalypse und läuft den Boss-Kampf schlechthin hinaus. Doch ist der Kampf gar nicht so spektakulär wie erhofft. Wenngleich die Lösung (Achtung SPOILER!) diesem Kampf nur im Kopf bzw. mit der Psyche zu gewinnen durchaus logisch erscheint. Bis es zu dieser Erkenntnis kommt, hätte nach meinem Geschmack auch gern etwas mehr Fight passieren können.

Positiv ist zu bemerken, dass jeder Charakter eine gewisse Entwicklung durchgemacht hat. Der eine mehr, der andere weniger – aber Stillstand gab es nicht. Auch wenn bei Magneto die Entwicklung vor und zurück und vor und zurück – so zeigt dies nur seinen widerstreitenden Charakter und ist einfach das, was ihn ausmacht.

Auch der Humor darf bei den X-Men natürlich nicht fehlen und so sorgt vor allem Charles mit seinen Flirtversuchen für einige Lacher. Zugunsten der eher düsteren Story wird der Humoranteil doch eher gering gehalten. Alles andere würde auch nicht passen und den Zuschauer schnell aus der dramatischen Stimmung werfen.

ACHTUNG SPOILER – Die Erklärung der After Credit Scene:

Für alle, die wissen wollen, was nun die wenig aussagekräftige, kurze und etwas enttäuschende After Credit Scene bedeutet, hier die Erklärung. Wir sehen wie eine Blutprobe von Wolverine in einem Koffer mit weiteren Blut- oder DNA-Proben von wohl anderen Mutaten aufbewahr wird – auf diesem Koffer steht ESSEX CORP. Nein, dabei handelt es sich nicht um den silbernen Koffer von Sonja Zietlow um die Vaterschaft zu bestimmen. Hinter ESSEX CORP steckt Nathaniel Essex, X-Men-Fans auch als Mr. Sinister bekannt. Essex ist von Darwins Theorie der Evolution fasziniert und entschlüsselt das Geheimnis der Mutanten. Tatsächlich bekam er seine Kräfte erst durch Apokalypse (zumindest in den Comics). Mr. Sinister besitzt außerordentliche körperliche Kräfte, beherrscht Telekinese und kann die DNA anderer Mutanten aufnehmen um deren Kräfte zu kopieren. Gerade im Hinblick auf den Probenkoffer scheint das von Bedeutung. Ob wir Essex nun im nächsten Wolverine- oder X-Men-Film sehen ist jedoch unklar.

Fazit:

X-MEN: APOCALYPSE schwächelt etwas in der logischen Storyentwicklung und lässt den ultimativen Mutanten Clash vermissen. Die Charakter-Entwicklungen und Mutanten selbst wissen dennoch zu unterhalten.

07-couchpotatos-neu

 

[atari]

Advertisements

Ein Gedanke zu “Filmkritik – X-Men: Apocalypse

  1. Pingback: Kritik: X-Men – Apocalypse | filmexe

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s