Filmkritik: Ein Mann namens Ove

Und ein Haufen anderer Menschen namens „Idioten“

Oh wie schön ist Schweden! Bewälderte Landschaften, frische Luft, freundliche Menschen … ausgenommen Ove, den grummeligen älteren Herren, dem es scheinbar niemand recht machen kann, der nicht vollkommen geradlinig durchs Leben geht. Ich ging mit geringen Erwartungen und ohne den Trailer gesehen zu haben in diesen Film. Zum Glück hatte ich vorbestellt, denn der Saal war bis in die erste Reihe besetzt. Nun stiegen meine Erwartungen doch etwas – und ich wurde nicht enttäuscht.

Handlung ‚Ein Mann namens Ove‘:

So einen kennt jeder! Diese Sorte des schlecht gelaunten, grantigen in die Jahre gekommenen Nachbarn, der jeden Morgen seine Kontrollrunde in der Reihenhaussiedlung macht, Falschparker aufschreibt, Fahrräder an ihren Platz räumt und Mülltonnen auf korrekte Mülltrennung überprüft. Genau so einer ist Ove (Rolf Lassgård). Dabei will er eigentlich Schluss mit allem machen. Nachdem er vor einigen Wochen seine geliebte Frau verloren hat, versucht er nun immer wieder, sich auf diverse Arten das Leben zu nehmen. Erfolglos – irgendetwas kommt einfach jedes Mal dazwischen. Auch beim neuesten Versuch wird Ove gestört. Und zwar als die neuen Nachbarn mittendrin seinen Briefkasten über den Haufen fahren. Von diesem Augenblick an steht Oves Leben auf dem Kopf. Denn hinter der grimmigen Fassade verbirgt sich eigentlich ein großes Herz. Und manchmal braucht es eben nur eine streunende Katze, das richtige Werkzeug und eine unerwartete Freundschaft, um alte Wunden zu heilen…

Review:

Ove ist ein griesgrämiger, noch gar nicht so alter (59 Jahre) Eigenbrötler,wie er im Buche steht. Er sieht sich als Chef seiner Wohnsiedlung und sorgt ungefragt für Ordnung und Disziplin. Rangeleien und Wortgefechte mit seinen Nachbarn stehen auf der Tagesordnung. Es scheint Ove Spaß zu machen, andere zur Weißglut zu bringen. Doch die Wahrheit liegt auf der Hand: Wie so oft, versteckt sich auch hier ein weicher Kern hinter der harten Schale. Und bald schon wird klar: Mit seinem Drang, alles im Wohnviertel ordentlich zu halten, versucht er insgeheim, in seinem Inneren wieder alles in Lot zu ringen.

Rückblenden katapultieren uns zurück ins schwedische Kleinstadtleben von Oves Jugend und geben den richtigen nostalgischen Touch. nd das ist dann nicht nur ein glücklicher Leinwandurlaub in Schweden, sondern auch tragisch. Wir erfahren mehr über den ‚grumpy old man‘ und seine Beweggründe. Und wir sympathisieren mit ihm. Wir sympathisieren immer mehr mit im, sodass wir ihn immer energischer von seinen Suizidplänen ab- und stattdessen wieder voll ins Leben hineinbringen wollen.

Die schwedisch-norwegische Co-Produktion ist trotz aller Tragik ein Feel Good Film. Man sieht den Abspann mit einer Mischung aus Traurigkeit, Wehmut aber auch einer Art Motivation und gutem Willem. „Ein Mann namens Ove“ empfehle ich Filmguckern aller Altersklassen, denn er ist nicht nur höchst unterhaltsam, sondern auch lehrreich und einfach angenehm anzusehen.

Ich bin – wie die meisten – nicht unbedingt ein Fan von amerikanischen Neuverfilmungen, aber trotzdem kam ich nicht drumherum, mir Schauspieler für eine eventuelle Hollywood-Verfilmung zu überlegen und bin auch auf eure Gedanken/Ideen dazu gespannt:

  • Tom Hanks – der alte Ove
  • Domhnall Gleeson – der junge Ove
  • Rachel McAdams – Sonja

Fazit:

„Ein Mann namens Ove“ lockt Generationen ins Kino. Der Film überzeigt mit Witz, ulkigen Nachbarschaftssituationen in denen sich jeder wiedererkennt und vor allem mit Herz. Für Verwirrung stiftet einzig der teilweise abrupte Wechsel zwischen Komödie und Drama. Alles in allem aber einäußerst sehenswerter Film!

08-couchpotatos-neu

[reibeisen]

 

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4 Gedanken zu “Filmkritik: Ein Mann namens Ove

  1. Hallo und guten Morgen
    Ich habe diesen Film mit grosser Begeisterung angeschaut. Im Abspann lief ein super schönes schwedisches Lied. Kann mir jemand helfen und herausfinden wer das gesungen hat??
    LIebe Grüsse

    Gefällt 1 Person

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