Filmkritik: Batman V Superman – Dawn of Justice

Dawn of Martha

BATMAN V SUPERMAN gilt als wohl eins der großen Kinoevents diesen Jahres. Doch kann der Kampf zwischen Gothams Fledermaus und Metropolis Redcape die Massen begeistern?


Quelle Trailer:Warner Bros. DE

Handlung:

Auch Bruce Wayne wurde Zeuge vom Kampf Superman gegen General Zod. Doch sieht er in Superman keinesfalls einen Helden – zu viele zivile Opfer pflastern seinen Weg. Gleichzeitig sieht auch Superman im dunklen Rächer Batman und seiner Selbstjustiz eine Gefahr. Den wachsenden Konflikt zwischen den beiden Superhelden nutzt Genie Lex Luthor aus um seine eigenen düsteren Pläne voranzutreiben.

Kritik:

Wer zumindest mit einem wachen Auge die Medien verfolgt, wird bereits vom großen Kritiker-Kampf wissen. Die einen bezeichnen BATMAN V SUPERMAN als den Mist des Jahres und die anderen finden den Film gelungen. Unsere Meinung fällt so zwiegespalten wie die Charaktere des Films selbst aus.

Ich muss gestehen, seit der Ankündigung des Films habe ich nicht wirklich viel erwartet. Mit Superman konnte ich mich nie wirklich anfreunden, dann sollte auch noch ein neuer Batman her, der dann auch noch mit Ben Affleck besetzt wurde. Kurze Zeit später wurde bekannt, dass eine dürre Möchtegern-Xena meine Lieblingsheldin Wonder Woman verkörpern soll – die Skepsis-Skala schlug Alarm. Nachdem die Kritiker den Film so richtig zerrissen haben, ging ich einfach vom schlimmsten aus. Im Kino angelangt und ca. 150 Filmminuten hinter mich gebracht fiel mein Fazit wiefolgt aus: gar nicht so schlecht.

Ich weiß natürlich, dass dieser Film polarisiert und jedwede Kritik dazu, wahrscheinlich genauso auseinander genommen wird, wie der Streifen selbst. Also versuche ich mich mal zu erklären.

Zum Positiven: Fakt ist, ich habe mich unterhalten gefühlt. Es gab Action, etwas Spannung und sogar einen Hauch Witz. Die Bilder waren relativ eindrucksvoll. Der Score war einfach zum dahinschmelzen.

Tatsächlich ist der Soundtrack das Beste an diesem Werk. Ich knie nieder vor Hans Zimmer und bewundere sein Genie. Selbst wenn hier und da Story fehlt, sobald der Score einsetzt, entsteht dennoch Gänsehaut. Die einzelnen Themen sind einfach clever gemacht. Bei Batmans erstem Auftritt lassen die ersten Töne stark an das alte Theme des dunklen Ritters erinnern. Wonder Womans Theme erinnert wiederum etwas an das Intro von „Batman of the Future“. Auch eine Art Remix von Deshi Basara (Dark Knight Rises – Bane) – so klang es zumindest – war zu vernehmen. Mein absoluter Liebling ist jedoch „The red capes are coming“ – mit den dröhnen Bässen und hohen Streichern, ist dieses Thema genauso verrückt wie Lex Luthor selbst.

Gegenüber dem Cast war ich von Anfang an skeptisch. Ich durfte jedoch einige Überraschungen erleben. Tatsächlich hat Ben Affleck sein Versprechen gehalten und jede Menge Arbeit in die Rolle von Bruce Wayne gesteckt um sein Versagen als Daredevil wieder gutzumachen. Dies ist ihm auch gelungen. Allein seine Erscheinung imponiert – der Junge hat seinen Körper so stark trainiert, sogar sein Gesicht sieht breiter aus. Auch die düstere, leicht wütende wie auch zerbrochene Atmosphäre, die Bruce Wayne bzw. Batman umgibt, vermag er einzufangen. Ben, ich verzeihe dir. Allerdings: an Christian Bale kommt er nicht heran.

Allerdings kann ich mich mit Gal Gadot als Wonder Woman einfach nicht anfreunden. Wonder Woman war nicht nur eine einfache Superheldin, eine einfache starke Frau – sie war eine wahre Kriegerin, eine Amazone. Dies bringt Gal Gadot einfach nicht rüber. Weder mit ihrer Statur noch mit ihrer schauspielerischen Leistung. Da machte sogar Amy Adams als Lois Lane eine stärkeren Eindruck. BTW: Die Enthüllung der weiteren Justice League Mitglieder – sehr dürftig (sry Flash aber ich will meinen Serien Barry Allen).

Bei Jesse Eisenberg bin ich hin und her gerissen. Ich mochte Jesse Eisenberg nie und seine Darstellung von Lex Luthor in den Trailern fand ich einfach unpassend. Dieser Eindruck hat sich auch nach dem Film nicht wirklich geändert. Jesse Eisenberg präsentiert uns nicht Lex Luthor. Lex ist nicht irre oder ein Möchtegern-Joker und er verliert auch seine Haare nicht, weil sie ihm für das Gefängnis rasiert werden. Lex ist sicherlich ein Genie ob aber ein irres Genie, vor allem in dem Ausmaß, ist doch eher fraglich. Wenn ich also nach diesem Aspekt gehe, hat Jesse Eisenberg mich derbe enttäuscht. Betrachte ich seine Leistung allein und den Unterhaltungsgrad seiner Figur, bin ich allerdings mehr als positiv überrascht. Jesse Eisenberg hat Mimik, er hat mehr als nur ein Gesicht. Er verkörpert den durchgeknallten Irren schon ziemlich gut. Ich habe mich wirklich großartig unterhalten gefühlt. Spätestens wenn das Glas gelbe Flüssigkeit im Gericht auftaucht, kann man nicht an sich halten – große Lacher und große Sympathie.

Das größte Manko des Films ist die dünne Storyline. Ein Konflikt der fast grundlos entsteht – zumindest werfen sich beide Protagonisten die gleichen Vorwürfe an den Kopf. Lex kann die beiden viel zu einfach gegeneinander ausspielen. Vergessen wir auch nicht Bruces Träume/Vorahnungen/Visionen/Ich-weiß-auch-nicht-was-das-war. So wirklich hat es nicht gepasst. Wieso? Was? Am Ende hat seine Vision die Handlung nicht vorangetrieben und die Nachricht war falsch – herzlichen Glückwunsch. Die Szene, die wohl für die meisten Diskussionen, Memes und Co. gesorgt hat war – Martha. Du betrachtest einen Menschen als Gefahr, du hasst ihn schon regelrecht – plötzlich findest du heraus, eure Mütter haben denselben Namen. Was tust du? Natürlich, Gruppen-Umarmung. Im Ernst? Das sollen wir euch abkaufen? Ein Gutes hat es dann für mich – ich habe die Chance best Buddies mit Batman und Superman zu werden, zumindest meine Oma heißt ebenfalls Martha. Ich klopf mal bei den beiden an.

Fazit:

BATMAN V SUPERMAN hat seine guten Momente. Man fühlt sich durchaus unterhalten. Nicht jeder Charakter ist gelungen, die Storyline ist dünn aber es hätte schlimmer kommen können. Pluspunkte für den Score.

(P.S.: Da auf jeden positiven Aspekt ein negativer folgt, wären hier eigentlich 5/10 Couchpotatoes angesagt, da mich der Film aber doch mehr unterhalten hat, als gedacht, gibt es einen Bonuspunkt)

06-couchpotatos-neu

 

[atari]

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4 Gedanken zu “Filmkritik: Batman V Superman – Dawn of Justice

  1. Pingback: Kritik: Batman v Superman – Dawn of Justice | filmexe

  2. Endlich mal auch jemand, der nicht nur drauf haut. Sehr gut. Ich mochte die guten Momente auch sehr, hasste die schlechten aber auch. Es ist halt wirklich ein schweres Ding gewesen und gerade bei einem Film, der DEN Kampf der ältesten Superhelden überhaupt anpreist, hätte einfach mehr „WOW“ drin sein müssen.

    Gefällt 1 Person

  3. Also entweder muss man im DC Universum festverankert sein, aber anders kann man diese dümmliche Story nicht gut heissen. War kurz vorm gehen! Eure Kritik ist aber sehr gut, was die Musik angeht habt ihr meine volle Unterstützung, das BonuscouchPotatoes hätte ich aber nicht gegeben.
    Zuvor Jungle Book gesehen, da wäre die Couch vollgewesen, auch ohne Boni.

    Gefällt 1 Person

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