Filmkritik: Hail, Caesar!

Hail, Hollywood! – oder nicht?

HAIL, CAESAR beschert uns ein wahres Aufgebot an Hollywood-Stars. Der Trailer versprach bereits eine kuriose und witzige Story. Doch können Cast und Trailer halten, was sie versprechen?


Quelle Trailer:Universal Pictures Germany

Handlung:

Hollywood in den 1950ern – Baird Whitlock ist der Star nahezu jeden Films. An seinem aktuellen Filmset wird er plötzlich entführt. Eddie Mannix muss nun versuchen den Schauspieler zu finden bevor die Presse davon Wind bekommt. Zu allem Übel tauchen noch mehr Probleme auf – eine schwangere Diva, ein untalentierter Newcomer und zwei spitzfindige Reporterinnen…

Kritik:

So sehr wir das Kino lieben und Hollywood-Stars bewundern, so sehr gefällt es uns auch wenn sich die Filmindustrie einmal auf die Schippe nimmt. Kein Wunder also, dass uns mit HAIL, CAESAR mal wieder ein ebensolches Konzept auf der großen Leinwand erwartet. Doch muss ich leider sagen – das Konzept geht nicht auf.

Selten war ich so gelangweilt und konnte so wenig in einen Film eintauchen wie bei HAIL, CAESAR. Der Zugang fehlte einfach komplett – und glaubt mir ich habe schon so einige kuriose Merkwürdigkeiten an Filmen gesehen. Mein Kino-Erlebnis fasse ich eben mal kurz in Comic-Sprache zusammen – gähn, seufz, schmunzel, gähn.

Ja ja, ich verstehe – der eigenwillige Stil soll überraschen. Die überzeichneten Charaktere sollen per Ironie die Zuschauer zum Lachen bringen. Alles schön und gut – in der Theorie macht das Sinn. Leider ist die Differenz zwischen Theorie und Praxis in der Theorie größer als in der Praxis. Kurzum – das Konzept geht eben einfach nicht auf.

Die Kuriosität wird erzeugt durch eigenwillige Einschübe von Filmset-Szenen. Eine Tanz- und Gesangs-Einlage von Channing Tatum hier, ein Wasser-Ballett von Scarlett Johansson da. Zugegeben sind diese kleinen Szenen nötig um von der flachen Handlung abzulenken. Leider zerreißen diese kleinen Gimmicks den mehr als dünnen Handlungsfaden komplett. In die Handlung eintauchen, Emotionen voll ausleben, sich mit Charakteren anfreunden – einfach unmöglich.

Die Charaktere selbst sind in ihrer Übertrieben sicher ganz amüsant dargestellt. Leider ist dieser Witz schon zu alt um wirklich zu zünden. Es wird zu deutlich auf welche Klischees hier angespielt werden soll. Insgesamt wirkt das Ganze dann einfach zu gewollt. Da kann auch der brillante Cast nicht helfen. George Clooney guckt meist eh nur verwirrt und dümmlich in die Kamera – wenngleich seine Rolle sympathisch wirkt. Tilda Swintons Talent ist mit den Fetzen an Filmminuten, die ihr zugeteilt wurden, einfach verschwendet. Sowieso wird kaum einem Schauspieler wirklich viel Filmzeit zugesprochen, gepaart mit der zerrupften Handlung ist es kaum möglich einen tiefen Einblick in einen Charakter zu ermöglichen. Der Zuschauer bleibt zurück ohne eine Chance zur Sympathie und Empathie. Lediglich Alden Ehrenreich liefert mit seiner Performance als dümmlicher, texanischer Western-Held einen bleibenden Eindruck.

Zum Schluss bleibt das Gefühl – worum ging es überhaupt wirklich? Was wollte der Film mir sagen? Weder wirkt die Handlung schlüssig, noch die Absicht oder der Aufbau des Films. Nett gemeint, doch leider gescheitert.

Fazit:

HEIL, CAESAR ist ein Film, der getrost zu vermeiden ist. Flache Charaktere, flache Handlung und flache Ironie, die sich auch hinter einem Top-Cast nicht verstecken können.

03-couchpotatos-neu

 

[atari]

Advertisements

4 Gedanken zu “Filmkritik: Hail, Caesar!

  1. „Ja ja, ich verstehe“

    Das Gefühl habe ich irgendwie nicht. Es ist auch erstaunlich, wie man eine Kritik zu Hail, Caesar! schreiben kann, ohne seine beiden Regisseure und Autoren zu erwähnen. Da Hollywood aber sehr oft erwähnt wird, der Film ist eine Liebeserklärung der Coen Brüder an Hollywoods goldene Ära.

    Vermeiden sollte man den Film wohl nur, wenn man so gar nichts mit den Coens anfangen kann. Denn der Film hat einige witzige Szenen, Josh Brolin ist wie gemacht für die Hauptrolle und stellenweise ist Hail, Caesar! grossartig.

    Gefällt mir

  2. Pingback: Kritik: Hail, Caesar! | filmexe

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s