Filmkritik: The Big Short

Eine starke Besetzung, zahlreiche Oscar-Nominierungen – THE BIG SHORT gilt als einer der großen Filme zu Jahresbeginn. Ein reale Story, Oberschicht vs. Unterschicht, etwas Humor und ein etwas Unkonventionalität machen diesen Film tatsächlich zu etwas Besonderem.


Quelle Trailer:ParamountPicturesGER

Handlung:

Im Jahr 2005 boomt die Wirtschaft. Findige Börsenmakler und Banker entwickeln eine Finanzierungsstrategie um auch der „gemeinen Arbeiterklasse“ ein Traumhaus zu ermöglichen und selbst noch mehr Geld zu machen. Doch diese Deals bauen auf faulen Eiern, das System beginnt von Innen heraus zu verrotten ohne das es jemand merkt. Doch Michael Burry entdeckt den Schwindel und wettet gegen die Banken und die amerikanische Wirtschaft. Bald macht er damit noch andere Finanzgenies aufmerksam.

Kritik:

Börsenmakler, die immer reicher werden wollen auf die Kosten der Mittel- und Unterschicht – präsentiert im humoristischen Gewand. Zugegeben liegt ein Vergleich mit WOLF OF WALLSTREET nicht so fern. Doch haben wir trotz einiger weniger Ähnlichkeiten hier keine schnöde Kopie vor uns. THE BIG SHORT vermag sich durchaus als ein Film besonderer Art zu behaupten.

Die größte Herausforderung liegt in der Thematik selbst. Die Geschehnisse beruhen auf wahren Tatsachen und dem größten Banken-Crash der vergangenen Jahre, der zahlreiche ahnungslose Menschen arbeits- und heimatlos machte – ein heikles Pflaster also. Insbesondere die humoristische Erzählweise scheint auf den ersten Blick zunächst unangebracht – Witze auf die Kosten unschuldiger Menschen? Der Witz geht jedoch auf die Kosten der Banker – noch mal gerettet.

Tatsächlich wird mit dem Humor ziemlich clever umgegangen. Häufig ergibt er sich ganz natürlich durch die speziellen Charaktere. Sei es der socially awkward Michael Burry (Christian Bale), der sich nicht dafür scheut seine Intelligenz oder Überlegenheit gegenüber anderen offen zuzugeben, oder der Choleriker Mark Baum (Steve Carell), der einfach bei jedem kleinen bisschen komplett ausrastet und mit Schimpfworten nur so um sich wirft. Erzähler Jared Venett (Ryan Gosling) leistet mit seinen spitzen Zwischenkommentaren sein Übriges.

Eine besonders clevere Lösung haben sich die Macher ausgedacht um dem Laien zu erklären, wie Wirtschaft bzw. das Bankenwesen überhaupt funktioniert. Verschiedene Stars werden herangezogen, die in einem kleinen Zwischeneinspieler anhand einer Anekdote mal eben erklären, was ein CDO und Co. überhaupt ist. Eine Reference auf WOLF OF WALLSTREET bleibt dabei auch nicht aus.

Aufgrund der Oscar Nominierungen müssen wir natürlich auch über die schauspielerischen Leistungen sprechen. Brad Pitt – spielt der wirklich mit? Ehrlich gesagt hatte ich nach dem Film schon fast vergessen, dass er wirklich Teil des Casts war – leider nicht beeindruckend. Dafür war es sehr unterhaltsam Christian Bale und Steve Carell zuzusehen. Sicher ihre Rollen haben ihr übriges beigetragen – aber die Leistung sollte man nicht schmälern. Sozial inkompetent – vielleicht eine relativ einfache Rolle für Bale könnte man meinen – aber ein Glasauge vorzuspielen ist sicher nicht so einfach. Carell habe ich zuvor noch nie in einer ernsten Rolle erlebt und war wirklich überrascht. Trotz der vielen Lacher, die sein Charakter erzeugt hat, wirkte dies nicht nach Komik, die Ernsthaftigkeit blieb immer erhalten.

Fazit:

THE BIG SHORT ist vielleicht nicht der beste Film des Jahres, aber er sticht durchaus aus der Masse des Hollywood-Einheitsbreis heraus. Unterhaltsam und sehenswert.

07-couchpotatos-neu

 

[atari]

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