Filmkritik: Maze Runner 2 – Die Auserwählten in der Brandwüste

The Scorch Trials

MAZE RUNNER 2 – THE SCORCH TRIALS liefert uns die Fortsetzung der Verfilmung der erfolgreichen Maze Runner Buchreihe. Wie immer, sollte man beim Anschauen alle Gedanken an das Buch ausblenden.


Quelle Trailer: Fox Kino

Handlung:

Thomas und seine Freunde sind endlich dem Maze entkommen. Von einer Gruppe Rebellen befreit, werden sie in ein Hochsicherheitslager gebracht, in dem sie von der Außenwelt, dem Brand (der Plage) und den Cranks beschützt werden sollen. Doch bald stellt sich heraus, das nichts ist wie es scheint – sie sind immer noch in den Fängen von WCKD. Mit dem neuen Verbündeten Aris flieht die Gruppe um Thomas in die Brandwüste und dort beginnen die Scorch Trials. Sie müssen viele Gefahren überstehen, um es bis zu den Bergen zu schaffen, wo sich eine wahre Rebellen Gruppe – der rechte Arm – befinden soll. Schaffen es die Maze Runner durch die Brandwüste und was hat WCKD noch mit ihnen vor?

Kritik:

Ich muss zu Beginn gestehen, dass ich mit dieser Kritik wohl etwas heuchlerisch bin – rate ich euch zu Beginn noch das Buch beim Anschauen zu vergessen, habe ich das nicht getan und werde es auch in dieser Kritik nicht tun. Aber ich hoffe euch damit einen Eindruck zu liefern, was euch erwartet, damit ihr den Film mehr genießen könnt.

DIE AUSERWÄHLTEN IN DER BRANDWÜSTE oder THE SCORCH TRIALS (engl.) ist mein Lieblingsband der Reihe – eben gerade wegen TRIALS – nicht ohne Grund ist der englische Titel so gewählt. Leider wurde das beim Dreh wohl weitgehend ausgeblendet. Denn die Brandwüste, obwohl sie Teil der realen Außenwelt ist, ist eigentlich wie ein weiteres Versuchslabor von WCKD. Entsprechend lauern unzählige Gefahren und Aufgaben auf die Teenager, die zum Teil richtig gruselig sind (ich erinnere an das Begrüßungskomitee im Bunker) und fast in einem Stackato auf die Gruppe treffen. Das Streichen einiger dieser Aufgaben, nimmt natürlich einiges an Tempo aus der Story. Obwohl weiterhin einige Spannungsspitzen vorhanden sind, ist der Verlauf langsamer und nimmt etwas von der Spannung und dem ständigen Herzrasen.

Durchaus haben wir immer noch gruselige Schreckmomente und besonders die Cranks sind gut getroffen. Aber generell hat man doch das Gefühl, die Scorch Trials wurden zugunsten einer FSK12 Freigabe abgemildert und kinderfreundlicher gestaltet. So verliert auch die Brandwüste, trotz wirklich optisch erstklassiger Gestaltung, ihren eigentlichen „Brand“ – denn diese Wüste brennt dir fast die Haut von den Knochen – eigentlich. Anstatt auf Grausamkeiten und Gefahren zu setzen, hat man lieber etwas Witz eingebaut. Aber eins muss man dabei zugute halten – dieser wirkt nicht mal fehl am Platz.

Ein weiterer Faktor, der die Bücher (und auch den ersten Film) besonders gemacht hat, waren die ganzen Geheimnis. Stückchenweise wurden dem Zuschauer/Leser Informationen hingeworfen, die eigentlich immer nur noch mehr Fragen aufwerfen und für Rätselraten sorgen. Gerade dieses Rätselraten hält einen am Ball und unterhält. Darauf konnte man unter den Filmemachern anscheinend verzichten. Gleich zu Beginn verrät Rattengesicht so ziemlich alles und was man bis dahin noch nicht wusste, verrät der rechte Arm. Kein langsames Zusammensetzen der einzelnen Puzzleteile, kein Anstrengen des eigenen Gehirns – schade.

Auch die für Teenager tiefgehenden moralischen Konflikte fehlen weitgehend. Okay, Verrat und die typische Frage „will ich ein Crank werden oder lieber sterben?“ sind vorhanden, werden aber schnell wieder abgetan, nur oberflächlich behandelt. Ich gestehe die Szene, in der die Silhouetten der Gruppe auf der Düne in der Bewegung einfrieren ist gut gemacht, aber leider die einzige wirklich emotionale Szene. Der größte Konflikt – opfert man eine Person zum Wohl der Gruppe sowie die Wettkampfsituation – bleiben völlig aus.

Unter all den Kritikpunkten befindet sich sicher nicht viel positives, aber wie vorgewarnt, ist es doch eher ein Vergleich von Buch und Film geworden. Blendet man das Buch aus, sind die nötigen Punkte für einen unterhaltsamen Film – Spannungskurven, Schreckmomente, Drama und ein Hauch Witz – vorhanden. Eben deswegen, soll diese Kritik anregen, das Buch zu vergessen, weil ihr nur enttäuscht werdet. ich habe es nicht geschafft (und ich hab den Film sogar zweimal gesehen), aber vielleicht seid ihr ja stärker, nachdem ihr nun vorgewarnt seid.

Fazit:

MAZE RUNNER – THE SCORCH TRIALS ist objektive betrachtet ein solider und spannender Film, Buchfans werden jedoch enttäuscht sein – es fehlt einfach zu viel. Also macht es wie WCKD, radiert eure Erinnerungen aus, und genießt den Film.

08 von 10 Couchpotatoes. Die Couchpotato ist das Maskottchen, eine Comic-Kartoffel.
[atari]

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