Filmkritik: The F-Word – Von Wegen gute Freunde

Was macht Daniel Radcliffe in Toronto?

Witzige, ehrliche Dialoge gepaart mit einer Prise Romantik, das versprach der Trailer von What if. Heraus kam eine Liebeskomödie, die zwar charmant sein kann, aber dem Zuschauer nichts Neues liefert. Für Melancholieliebende dennoch genau der der richtige Start in die beginnende trübe Herbstzeit.

Handlung:

Nachdem ihn seine Ex betrogen hat, hat Wallace den Glauben an die Liebe verloren. Doch dann trifft er auf einer Party auf die quirlige Chantry. Er ist sofort von ihr hingerissen, denn die beiden liegen auf einer Wellenlänge. Doch Chantry hat bereits einen Freund. Also wird Wallace in die Friendzone verbannt. Leider kann er seine Gefühle nicht unterdrücken und sucht daher Rat bei seinem Cousin und dessen Freundin. Doch auch Chantry muss sich Gedanken über ihr Leben machen.

Kritik:

Daniel Radcliffe und ein eher unscheinbares Mädchen in einer Liebeskomödie – diese Kombination lies mich gleich an einen charmanten britischen Film denken. Doch die Briten erobern neben Hollywood nun auch Kanada. Etwa zwei Drittel des Films vergehen, ehe ich begreife – wir sind gar nicht in London, sondern in Toronto. Somit sei so viel schon mal vorweg genommen, dieser Film ist keine britische Produktion. Das macht sich neben dem Setting auch an anderen Stellen bemerkbar und erklärt vielleicht auch, wieso ich leicht enttäuscht war.

Doch sind wir mal höflich und beginnen mit dem Positiven zuerst. Der Film hat durchaus seine charmanten Momente, durch die eher verrückten Charaktere. Die Kombination der quirligen Chantry und dem eher melancholischen Wallace funktioniert gut. Als Kontrast und um etwas Würze in die Sache zu bringen, gibt es noch Wallace‘ Cousin und dessen Freundin – zwei Dauergeile, die mit ach-so-geistreichen Sprüchen um sich werfen, die am Ende doch irgendwie Sinn ergeben. Diese ehrliche Art spiegelt sich bei allen Charakteren auch im trockenen Humor wieder. Genau diese Arte von Humor ist es auch, die in einem Liebesfilm erfrischend wirkt und erheitert – der größte Pluspunkt des Films.

Die Story und auch die Verteilung der Rollen sind allerdings nichts Neues. Typisch für das Genre haben wir einen Helden, der nicht mehr an die Liebe glaubt bis er die wundervolle Protagonistin findet. Auch Freunde, die zu Geliebten werden, haben wir schon oft genug erlebt. Ein eher dümmlicher Kumpel darf natürlich nicht fehlen. Alles läuft nach Schema F. Der Zuschauer weiß bereits beim Schauen, was ihn als Nächstes erwartet. Sicher schafft es der Film Emotionen zu transportieren und man verdrückt mal ein Tränchen – doch die große Lovestory des Jahres wird es nicht.

Um dem Film einen Indie-Hauch zu verleihen, schweben ab und zu bunte Zeichnungen über die Leinwand. Doch einen wirklichen Sinn haben sie nicht und wirken einfach fehl am Platz. Auf solche Effekthascherei kann der Film wirklich verzichten.

Immerhin beweist Daniel Radcliffe, dass sich keine Karriere keinesfalls auf Harry Potter und Nacktheit auf der Theaterbühne beschränken muss. Auch wenn es auch diesmal nicht ohne seinen nackten Hintern geht.

Nach vielem Hin und Her zwischen den beiden Protagonisten und der ewigen Frage – wird er ihr seine Gefühle gestehen? – lässt uns der Film mit einem nur halb befriedigendem Ende zurück. Zumindest das ist etwas Neues – das Ende ist einfach da, einen Ausblick auf das „Happily ever after“ gibt es nicht.

what if movie poster

Fazit:

Freunde von Romantikkomödien kommen auf ihre Kosten. Es gibt Witze und es gibt Romantik. Doch vom Einheitsbrei des Genres kann sich What if leider nicht wirklich abheben. Für einen wechselhaften Herbsttag mit einer Tasse Kakao aber vielleicht genau das Richtige.

06-couchpotatos-neu

 

 

[atari]

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