Filmkritik Marvel-Special: Ant-Man & Fantastic Four

Marvel Heroes im Doppelpack

Marvel beschert uns in diesem Sommer gleich zwei neue Filme hintereinander – ANT-MAN und FANTASTIC FOUR. Wir stellen euch heute gleich beide vor.

Ant-Man

Quelle Trailer: Marvel Deutschland

Handlung:

Der Dieb Scott Lang wurde endlich aus dem Gefängnis entlassen. Diese neue Chance will er nutzen um ein normales Leben zu führen und das Besuchsrecht für seine Tochter wieder zu gewinnen. Doch einen Ex-Knacki will niemand einstellen. Also lässt sich Scott doch noch einmal auf einen Einbruch ein. Das Ziel ist Dr. Hank Pyms Haus. Doch Pym hat großes vor und jubelt Scott mit diesem Einbruch einen besonderen Anzug unter. Scott soll von jetzt an Ant-Man sein und die Welt vor dem Raub der besonderen Technik Pyms retten.

Kritik:

ANT-MAN bietet standardmäßige Marvel-Unterhaltung – Action, nur seichtes Drama und eine Portion Witz. Doch was bei den meisten Produktionen gut klappt, scheint hier nur halbherzig umgesetzt.

Der Witzbold des Films ist Scott bzw. Ant-Man, der mit seiner Ironie und seinem Sprüche-Klopfen manchmal wie ein Möchtegern-Ironman wirkt. Viel witziger ist da das Spiel mit der Größe – wenn Thomas die kleine Lokomotive zum bedrohlichen Monsterzug wird.

Da Marvel häufig ein breites Publikum, die ganze Familie, ansprechen will, sehen wir uns leider einer stark geänderten Fassung gegenüber. Denn Hank Pym ist nicht mehr Ant-Man, er spielt nur den Meister. Ebenso wissen wir bereits seit den Avengers-Filmen, das Ant-Man nicht zu den Gründungsmitgliedern der Superheldentruppe gehört und auch nicht Ultron erschaffen hat. Wenngleich Anspielungen auf die Avengers ganz liebevoll gemacht sind. Das Genie Pym ist zu gespalten und düster für familienfreundliches Kino, und musste daher als Hauptfigur weichen. Schade, denn ich bin Fan von Pym.

Kleiner Tipp: Marvel spielt mit der Easter Egg Erwartung und beschert euch sozusagen gleich zwei After-Credit Scenes. Daher – bleibt unbedingt bis nach den Credits sitzen und geht nicht nach der ersten (langweiligen) Szene.

Fazit:

ANT-MAN ist solider Marvel-Film, der durchaus unterhält. Er sticht leider auch nicht aus der Masse und präsentiert etwas viele Veränderungen zum Original. Dennoch kein Reinfall.

Fantastic Four

Quelle Trailer: Constantin Film

Handlung:

Reed Richards großer Traum ist es Menschen zu teleportieren. Als er ein Stipendium bei Baxter erhält, scheint sein Traum nahe. Zusammen mit Baxters Kindern Sue und Johnny sowie Viktor Doom und seinem alten Freund Ben Grimm, soll er den ersten Teleporter bauen und auch benutzen. Doch als die NASA ihre eigenen Männer durch das Portal schicken will, benutzen die fünf Freunde es eigenmächtig – mit unerwarteten Folgen. Ein Unfall verleiht ihnen besondere Kräfte und bringt die Erde in Gefahr.

Kritik:

Die FANTASTIC FOUR sind zurück – in neuer Besetzung und neuer Aufmachung. Obwohl ich nach dem Trailer nicht viel erwartet habe, hatte ich doch eine kleine Hoffnung, immerhin haben wir hier die Produzenten von X-MEN: ZUKUNFT IST VERGANGENHEIT vor uns. Doch vielleicht war genau das, das Problem – denn der Film kann sich nicht zwischen der typisch leichten Marvel-Unterhaltung und der düsteren Dramatik der letzten X-Men-Filme entscheiden.

Die Witze sind leider eher zum Schmunzeln als zum Lachen. Die Dramatik ist auch eher unterschwellig angedeutet und nicht genügend ausgeführt. Dabei hat der Film hier wirklich Potential und spricht einige moralische wie soziale Konflikte an, die wirklich tief gehen könnten. Gerade Reeds innerer Konflikt wurde bisher immer vernachlässigt und es ist erfrischend diese Gedanken einzubauen – aber eben leider nicht genug. Wenn die Produzenten sich auf die Reise in das innerste der Emotionen und Motive der Charaktere eingelassen hätte, hätte FANTASTIC FOUR ein ganz großer Film werden können.

Über die Besetzung lässt sich sicher auch streiten. Wieso man einen so talentierten Schauspieler wie Jamie Bell hinter Gestein versteckt, ist mir schleierhaft. Allerdings hat mich Miles Teller mit Mr. Fantastic wieder versöhnt – der mir sonst immer zu glatt war. Hier ist er sympathisch nerdy, leicht verpeilt und zeigt weitaus mehr Herz. Genau mit dieser Art sorgt er auch für die Schmunzler. Außerdem versucht er die Schuldgefühle von Reed zu transportieren, man sieht sie ihm an – doch auch hier wieder nur kurz.

Der größte Kritikpunkt ist eindeutig die Länge oder besser Kürze des Films. Gerade einmal 100 Minuten bleibt den FANTASTIC FOUR um den Unfall zu erleiden, ihre Fähigkeiten anzunehmen, Konflikte auszutragen und die Welt zu retten. Eben deswegen wird alles immer nur angeschnitten – für ausgeklügelte Witze, Dramen im Team oder mit der neuen Verantwortung sowie einem actionreichen Bosskampf bleibt keine Zeit. Im Ernst – einmal angreifen, dabei versagen und beim zweiten Streich sofort Doom besiegen – das soll ein Bosskampf sein?!

Kleiner Tipp: Wartet nicht auf ein Easter Egg – denn präsentiert euch ANT-MAN noch zwei davon, gibt es bei FANTASTIC FOUR kein After-Credit – Hochverrat.

Fazit:
FANTASTIC FOUR gehört ebenso zur Sorte „Mittelmaß“. Schade, denn trotz aller anfänglicher Skepsis, bringt der Film eine Menge Potential mit und könnte ein großer Blockbuster sein. Doch leider ist der Streifen nun einmal zu kurz um sein Potential zu entfalten – schade. Hoffen wir auf Wiedergutmachung im zweiten Teil (laut IMDb bereits angekündigt).

06 von 10 Couchpotatoes. Die Couchpotato ist das Maskottchen, eine Comic-Kartoffel.

 

 

[atari]

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