Filmkritik: Alles steht Kopf

Inside Out

Mit ALLES STEHT KOPF wartet Disney Pixar wieder mit einem neuen Animations-Hit auf. Ob wir einen Blockbuster vor uns haben, der mit Frozen und Co. mithalten kann, ist doch eher fraglich. Aber dafür ist es ein unglaublich sympathischer Geheimtipp.


Quelle Trailer: Disney Deutschland

Handlung:

Die elfjährige Riley führt im mittleren Westen der USA ein tolles Leben mit ihren Eltern. Doch plötzlich muss die Familie nach San Francisco ziehen. Rileys Gefühle – Joy, Sadness, Anger, Disgust und Fear – spielen plötzlich verrückt. Das Besondere – Rileys Gefühle sind eigenständige kleine Persönlichkeiten in ihrem Kopf, die ihr Verhalten und ihren Charakter beeinflussen. Als Riley droht in eine Depression abzurutschen geraten Joy und Sadness tiefer in Rileys Gefühlswelt. Ohne Führerin Joy ist Chaos vorprogrammiert. Können Joy und Sadness Rileys Seele retten?

Kritik:

Ein Tipp vorneweg – verlasst euch bei ALLES STEHT KOPF nicht auf den Trailer. Sicher werden viele einen Animationsfilm mit vielen Lachern erwarten – Humor im Vordergrund. Doch urkomische Unterhaltung erwartet euch hier nicht. INSIDE OUT ist einfach ein äußerst charmanter und süßer Familienfilm.

Süß wirkt der Film vor allem durch die liebevoll designeten Gefühls-Charaktere sowie die Gefühlswelt an sich. Obwohl jeder Mensch die gleichen Gefühle hat und sie in Farbe und Körperbau gleich sind, ist doch jedes Figürchen individuell entsprechend seines, sagen wir mal, Wirts gestaltet. Und hier hört die Liebe zum Detail nicht auf. Die gesamte Gefühlswelt ist mit verschiedenen bunten Themenwelten und Tools gespickt, die einfach liebenswert wirken. Auch die Art und Wiese wie Gefühle, Erinnerungen, Träume und Charakter zusammenspielen ist wirklich detailliert und charmant durchdacht.

Was den Film besonders spannend macht ist, das selbst die Gefühle eine charakterliche Entwicklung durchmacht und nicht nur die Protagonisten selbst. Die Erkenntnisse, die vor allem die kleine Joy erlangt, enthalten dabei eine tiefgreifende Moral, die zugleich dramatisch, wie auch unglaublich rührend ist. Denn es ist vollkommen in Ordnung einmal traurig zu sein, es kann sogar heilsam sein. Und die Summe unserer Emotionen, die wiederum unsere Erinnerungen färben, machen uns zu dem Menschen, der wir sind. Das klingt vielleicht übertrieben und für uns auch vollkommen logisch. Doch erwartet man eine solch tiefgreifende Message nicht in einem Kinderfilm. Gerade diese tiefergehende Ebene, die ALLES STEHT KOPF betritt, macht den Film nicht zu einem gewöhnlichen Animationsfilm, sondern einem Geheimtipp unter den Pixar-Werken.

Teilweise wird es sogar richtig dramatisch. Erinnerungen und das Vergessen, machen dem Zuschauer bewusst, was man doch alles auf dem Weg zum Erwachsenwerden hinter sich lässt. Gepaart mit der steigenden Depression, dem Selbstzweifel und der Schuldvorwürfe der niedlichen Sadness, bleibt sicher kein Auge trocken.

Dennoch kann an der ein oder anderen Stelle gelacht werden. Wenngleich die Witze keiner neuen Strategie folgen oder auf einem besonders hohen Niveau sind. Besonders charmant ist das kleine Easter Egg im Abspann – wir erhalten Einblicke in die Köpfe verschiedener stereotyper Menschen und auch Tiere. Wartet auf die Katze – das ist doch noch urkomisch.

Es lohnt sich außerdem pünktlich zur Vorstellung zu erscheinen, denn Pixar beschert uns wieder mit einem Kurzfilm vor dem Hauptfilm. Neben dem oscar-prämierten PAPERMAN einer der zauberhaftesten Animations-Kurzfilme überhaupt, der euch sicher mit einem Ohrwurm zurücklässt. (P.S. Original Ton ist für den süßen Wortwitz unerlässlich).

Fazit:

Wer einen typischen Disney-Pixar-Movie mit vielen Lachern erwartet, ist hier falsch. ALLES STEHT KOPF ist einfach ein unglaublich charmanter Film, mit überraschenden Tiefgang – wie gesagt, Geheimtipp.

07 von 10 Couchpotatoes. Die Couchpotato ist das Maskottchen, eine Comic-Kartoffel.

 

 

[atari]

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3 Gedanken zu “Filmkritik: Alles steht Kopf

  1. Pingback: Die besten Filme 2015 | Motion Picture Maniacs

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