Filmkritik: Unfriended – Unknown User

Unentertaining

Unfriended soll uns die Revolution des Horror-Genres liefern – Web-Horror. Ist das gelungen oder haben wir nur Paranormal Activity in der Online-Version vor uns?


Quelle Trailer: Universal Pictures Germany

Handlung:

Vor einem Jahr beging Laura Barns Selbstmord, da sie das ständige Cyber-Mobbing gegen sie nicht mehr aushielt, nachdem jemand anonym ein Video über ihren Alkoholabsturz auf einer Party postete. Zu LaurasTodestag scheint sich plötzlich jemand in ihre sozialen Profile gehackt zu haben und terrorisiert eine Gruppe Freunde über Skype, Facebook und Co., um die Wahrheit über ihren Tod herauszufinden.

Kritik:

Die Wahrheit ist hier ganz einfach – und euch erwartet jetzt kein Spoiler – die Wahrheit ist: Der Film ist schlecht. Eine Revolution des Horror-Genres erwartet einen hier sicher nicht, höchstens eine negative Revolution – denn der Film hebt die Langeweile auf ein neues Level. Der Trailer versprach noch Gruselfaktor a là „danach kann ich für mindesten drei Tage kein Skype mehr benutzen“ und ein rasantes Erzähltempo, dass den Puls höher schlagen lässt – denkste!

Alles wird aus der Perspektive von Blaire gezeigt, wir befinden uns quasi auf ihrem Computer. Doch leider scheint Blaire nicht die Hellste zu sein. Besonders der Anfang des Films macht das deutlich – ein kleiner Striptease für den Freund, Gesurfe auf Webseiten mit sinnlosem Umhergeklicke auf Wortphrasen, die gar nicht klickbar sind und mehrfaches Umformulieren von Textnachrichten gepaart mit ewigem Zögern ob sie die Nachricht nun abschicken soll oder nicht. Die erste halbe Stunde vergeht und es ist nichts passiert.

Legt „Laura“ dann mal mit ihren Spielchen los, wird es auch nicht besser. Hektik und Panik, die einen Horrorfilm ausmachen, kommen immer nur kurz auf und werden ergänzt durch Laberszenen, die das Tempo wieder zerstören. Kaum wird ein Countdown hingeworfen und schon macht jeder, was Laura will. Ist der Countdown vorbei sind wieder alle ganz mutig und wollen aussteigen. Der Versuch die Polizei anzurufen wird nach einem Mal Scheitern aufgegeben, stattdessen sucht man sich lieber Hilfe bei Chatroulette. Sowieso nimmt jeder seinen Laptop mit wenn er zum Sterben geht, denn wir tragen Laptops ja gern durch die Gegend.

Besonders nervig ist das ständige Springen der Video-Frames auf Skype. Eben noch sehen wir Blaire rechts oben und zehn Sekunden später ist sie links unten. Was soll das überhaupt? Es macht sicher keine Angst, nur Kopfschmerzen. Apropos Angst – Erschrecken kann man sich höchsten bei der Lautstärke des Anruftons von Skype, selbst die Todescountdowns bewirken kaum ein Ansteigen der Pulsrate. Mein persönlicher Schreckmoment ereignete sich, als in der vorderen Kinoreihe ein Kerl heftigst mit dem Popcorn geraschelt hat, als es totenstill war.

Tatsächlich gibt es auch ein paar wenige positive Dinge an diesem Film. Grundsätzlich haben wir hier schon eine nette, neue Idee mit Terror über Skype und Co. – die Umsetzung war eben Mist. Außerdem muss man Unfriended wirklich zu Gute halten, dass sie mit der Story noch einmal Cyber-Mobbing an den Pranger stellen. Zwei kreative Mordmethoden erwarten den Zuschauer – man kann wirklich mit allem töten. Neben dem Fakt, dass man die Charaktere ständig auslacht, beweist der Film sogar Humor: Lauras Musikauswahl ist herrlich.

Fazit:

Die Story liefert einen guten Ansatz, der einfach nicht genug durchdacht wurde. Am Ende erleben wir dumme Charaktere, die sinnlose auf Skype quatschen oder Nachrichten eintippen und wieder löschen. Das langsame Tempo schläfert dabei fast ein.

02 von 10 Couchpotatoes. Die Couchpotato ist das Maskottchen, eine Comic-Kartoffel.

 

 

[atari]

Advertisements

4 Gedanken zu “Filmkritik: Unfriended – Unknown User

  1. Pingback: Liebster Award N°7 | Motion Picture Maniacs

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s