Filmkritik: Kings of Summer

Habe ich schon mal erwähnt, dass ich total auf Coming-of-Age-Filme stehe 😀 ? Wahrscheinlich erst fünf bis zehn Mal! Filme wie Boyhood, Das Schicksal ist ein mieser Verräter, Ganz weit hinten, oder The Spectacular Now schaue ich mich großer Begeisterung und zwar nicht nur, weil ich mich gerne in die Geschichten des Heranwachsens hineindenke, sondern weil solche Filme oft auch fantastische Soundtracks beherbergen und mich in Sachen Jungschauspieler auf dem Laufenden halten 😉 .

Auf Kings of Summer habe ich mich lange gefreut, ca. zwei Jahre lang. In unserem Kino lief er leider nicht und nachdem er in meiner Erinnerung eher ins graue Hinterfeld abgesackt war, freute ich mich umso mehr, als er plötzlich in der Kategorie „Neue Filme“ im VoD-Dienst meines Vertrauens auftauchte. Meine Freude war nicht umsonst, sage ich euch! Kings of Summer hat eine ganz eigene, mitreißende Dynamik und ich habe die Komödie gleich zwei Mal innerhalb einer Woche gesehen. Allein schon der Trailer gefällt mir so gut, dass ich fast getriggert bin, ihn heute schon wieder zu gucken 😀 Aber seid gewarnt, der Trailer verrät eigentlich schon zu viel vom Film, wie ich finde. Und darum geht es:

Handlung:

Die befreundeten Teenager Joe (Nick Robinson), Patrick (Gabriel Basso) und Biaggio (Moises Arias) wagen den ultimativen Befreiungsschlag: Fernab vom Einfluss und den Regeln ihrer Eltern wollen sie den Sommer in der Wildnis verbringen, um dort eigenständig zu leben. Aus dem idyllischen Zusammensein und dem Bau eines eigenen Hauses entwickelt sich die erste Stufe zum Erwachsenwerden und die Erkenntnis, dass Freunde und Familie Dinge sind, vor denen ein Mensch nicht einfach weglaufen kann …

Filmkritik:

Es ist schwer, das Genre des Films eindeutig zu bestimmen. Wir erleben eine Mischung aus jugendlichem Abenteuerfilm im Stil von „Stand by me – Das Geheimnis eines Sommers“, mit jeder Menge bissigem Witz, aber auch dramatischen, traurigen Momenten. Vor allem die – mir zumindest – eher unbekannten Hauptdarsteller sind fantastisch besetzt. Das Trio unterschiedlicher und authentischer Charaktere sorgt zwar für Trubel und Tränen aufgrund ihres Aufbruchs in die Wildnis, aber der chaotische Haufen ist sympathisch und es macht Spaß, ihre freundschaftliche Konstellation wachsen und routieren zu sehen. Nick Offerman (bekannt aus der Hit-Serie „Parks and Recreation“ – ebenfalls verdammt lustig!) mimt den anstrengenden, leicht überforderten Vater grandios und erinnert dabei sehr stark an sein Alter Ego Ron Swanson. Die Eltern und andere Nebendarsteller sind etwas überzeichnet dargestellt, aber das tut dem Film keinen Abbruch, sondern verleiht ihm nur noch mehr Witz und Charme.

Im Wald ist es längst nicht so idyllisch und frei, wie die drei es sich vorstellen. Die Probleme eines jeden Heranwachsenden schlagen sich ihren Weg durch Bäume und Gestrüpp und sorgen auch hier vor allem für Hormonchaos. Und wo wir gerade beim Thema Natur sind – bildlich ist der Film ein Traum! Ich würde fast sagen, sogar Anti-Wald-Fans kommen auf den Geschmack, ihre Campingausrüstung zusammenzuraufen und sich eine Woche Auszeit von Stadt und Menschen im Überfluss zu gönnen. Die Arbeit mit Close-Ups verstärkt die Nähe zu den Charakteren. Zeitlupen erinnern an Musikvideos, Farbwahl und Kamerawinkel verstärken das Gefühl von Freiheit und Einssein mit der Natur.

Der abwechslungsreiche Soundtrack ist in jeder Hinsicht passend: manchmal sommerlich leicht, manchmal chillig, mal kraftvoll, mal traurig, mitreißend, stürmisch, modern oder gefühlvoll. Ich höre ihn gerade, während ich diese Review schreibe, so sehr mochte ich die Songauswahl.

Das Barthaar ist aufgeklebt, die Nebendarsteller sind größtenteils überzogen und zeitweise wirkt die Story einen Tick zu abwegig, doch alles in allem ist dieser Film absolut sehenswert und zählt für mich zu den besten Filmen, die ich 2015 gesehen habe. Eine spezielle Szene, in der die drei Jungs mit einfachsten Mitteln im Wald musizieren, gefällt mir besonders gut – sie ist kraftvoll und mitreißend – angucken!

Übrigens ist Nick Robinson in der Rolle des Zach im neuen Jurassic Park Film zu sehen, Jurassic World!

Fazit:

Herausragender Coming-of-Age-Movie mit jeder Menge Witz, der in jedem Zuschauer die Abenteuerlust weckt!

09-couchpotatos-neu

 

 

[reibeisen]

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s