Filmkritik: Mad Max – Fury Road

What a lovely Day!

Nach 20 Jahren dürfen wir Mad Max wieder auf der Kinoleinwand bestaunen.
Mit neuer Besetzung (Tom Hardy) geht die Fahrt weiter auf der Fury Road.


Quelle Trailer: Warner Bros. DE

Handlung:

Max versucht weiterhin in der Wüste zu überleben, doch er wird von Immortan Joes Gefolgsleuten gefangenen genommen, um als Blutbeute missbraucht zu werden. Gleichzeitig will sich Furiosa gegen Joe auflehnen und ihm seine Bräute stehlen. Beim Fluchtversuch der Frauen wird eine Karavane mit Joe und seinen Jüngern losgeschickt, seine Beute wiederzubeschaffen. Dabei gelingt Max die Flucht, der sich nach anfänglichem Zögern mit Furiosa zusammenschließt. Gelingt es der Gruppe das ersehnte, gelobte Land zu finden?

Kritik:

Mad Max – Fury Road ist kein gewöhnlicher Film und sicher anders, als einige erwarten mögen. Wer auf eine ausgeklügelte Story und clevere Dialoge steht, der kommt hier auf jeden Fall zu kurz und wird nur enttäuscht. Wer hingegen jede Menge Action, erhöhten Puls und Bildgewalt erwartet, ist hier gerade richtig. Genau das muss man sich vor dem Kinobesuch auch vor Augen führen – dieser Film unterhält eben einfach nicht durch die Story, er ist schön anzusehen. Dabei geht es aber nicht platt um irgendwelche großen Explosionen und wilden Verfolgungsjagden, hier geht es um Kunst. Mad Max ist ein Kunstwerk – betrachtet diesen Film als solchen und ihr werdet geflasht.

George Miller scheint der Welt beweisen zu wollen, dass Film nicht nur ein Handwerk, sondern auch eine Kunstform ist. Mit dem richtigen handwerklichen Geschick lässt sich mit einem Film ein Kunstwerk schaffen, dass genauso mit einem Gemälde mithalten kann. Und was soll man sagen – der Mann schafft genau das. Allein die Grundlagen, wie Setting, Kostüm und Props sind clever gewählt. Doch die Feinheiten sind es, die diesen Film ausmachen. Das Spiel aus Schnitten, Tempo, Kameraeinstellungen und Fokussierung ist genau ausgeklügelt und Miller beweist ein Gefühl für Timing. Er schafft es, ungewöhnliche Kombinationen von harten Schnitten mit vielen Close-Ups und einer weichen Abblendung stimmig wirken zu lassen. Musik und Sound sind ebenso perfekt getimed und liefern einen angenehmen Wechsel zwischen Harmonie und Kontrapunktion. Das Spiel mit Farbe (in Form von farbigem Mehl oder Sandstaub) und Licht (z. B. natürliches Mondlicht in blauem Schein kombiniert mit künstlichem Scheinwerferlicht) wirkt ebenso künstlerisch gestaltet. Obwohl manche Techniken eher unpassend erscheinen, wie das weiche Ausblenden mit Farbverlauf (was uns wohl eher an alte Schnulzschinken erinnern lässt), ist es am Ende nie wirklich fehl am Platz, einfach durch die Skurrilität der Welt und des Plots an sich. Es stört nicht einmal, dass Hauptfigur Max so gut wie gar nicht redet.

Lediglich die typische Schrei-der-Hoffnungslosigkeit-Szene und eine einfach nicht passende Liebesstory mit Selbstopfer trüben den Eindruck. Zudem sucht man vergeblich nach großen Emotionen. Zwar bleibt das Spannungslevel ununterbrochen auf relativ hohem Niveau, doch fühlt man sich nicht wirklich berührt vom Gezeigten. Allerdings würden die großen Emotionen hier auch etwas fehl am Platz wirken. Unterhalten und beeindruckt fühlt man sich hier einfach auf andere Weise. Sicher kann nicht jeder etwas mit dieser Art der Inszenierung anfangen und mag sich von der eher platten Story, den fehlenden Dialogen und der Abgedrehtheit der Welt etwas abgeschreckt fühlen.

Fazit:

Mad Max – Fury Road gehört zu den Filmhits des Jahres. Jeder, der sich als Filmfreak bezeichnet, sollten den Streifen sehen und sich vom cineastischen Geschick Millers beeindrucken lassen. Das gewöhnliche Publikum sollte nicht auf eine hochtrabende Story hoffen und die Bildgewalt und Action genießen.

08 von 10 Couchpotatoes. Die Couchpotato ist das Maskottchen, eine Comic-Kartoffel.

 

 

[atari]

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Ein Gedanke zu “Filmkritik: Mad Max – Fury Road

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