Filmkritik: Project Almanac

Butterfly Effect mit Zeitmaschine

Project Almanac wartet mit einer vielversprechenden Story, die jedoch das Risiko einer Kopie von Butterfly Effect birgt. Ob es der Film schafft, sich von seinem großen Bruder abzuheben?

Quelle Trailer: ParamountPicturesGER

Handlung:

Davids Leben läuft mies, denn er bekommt kein Stipendium für die Uni. Auf der Suche nach verwertbaren Erfindungen seines verstorbenen Vaters, findet er ein Video seines 7. Geburtstages auf dem er als Teenager zu sehen ist. Doch wie geht das? Eine geheimnisvolle Kiste im Keller ermöglicht David und seinen Freunden das Unmögliche – Zeitreisen. Doch schnell stellen sie damit die Welt auf den Kopf.

Kritik:

Filme über Zeitreisen können entweder richtig gut sein oder tierisch in die Hose gehen. Am spannendsten ist dabei immer die Frage, welcher Zeitlogik gefolgt wird. Besonders Theorien, nachdem Zeitreisen die Gegenwart oder Zukunft ändern können, bieten viel Potenzial. Da ist es nicht verwunderlich, dass sich auch Project Almanac für diesen Ansatz entschied.

Die Vergangenheit ändern um die Gegenwart schöner zu machen, das kennen wir bereits aus Butterfly Effect und wissen, das dies meist nie funktioniert. Und gerade die feinen Puzzleteile, die auf so verzwickte Art und Weise miteinander zusammenhängen können, machen die Spannung aus. Nun haben wir eine Gruppe hochbegabter Jungs vor uns, die uns bis ins kleinste Detail aufzeigen können, wie die Ereignisse miteinander verbunden sind. Doch leider haben sie darauf wohl nicht wirklich Lust. Die Zeitsprünge erfolgen auf lange Zeit, ohne dass auch nur irgendetwas passiert. Als dann endlich die Folgen auftauchen, werden die Gründe dafür nur kurz behandelt. Ein verwirrendes Schaubild mit Pfeilen und Kreisen hilft da auch nicht weiter.

Sowieso nimmt sich der Film viel Zeit, bevor die Zeitmaschine überhaupt funktioniert. Etwa im ersten der Drittel des Films, erfolgte nicht einmal eine Zeitreise, doch soll es ja genau darum gehen. Leider setzt sich der Film mit dem Thema nur stiefmütterlich auseinander. Konsequenzen werden kurz aufgezeigt, doch scheint sich niemand so wirklich tiefgründig damit auseinander zu setzen. Besonders vielversprechend ist der emotionale Konflikt, ob David seinen Vater vor dem Tod bewahren soll, doch leider kommt dies nur mit einem Satz zur Sprache und wird dann einfach abgetan. Im Ernst, wie könnt ihr diesen Gedanken nicht ausbauen???

In vielerlei Hinsicht bleibt Project Almanac leider hinter seinem großen Bruder Butterfly Effect hinterher. Der Film präsentiert keine neuen Ansätze und steigt erst recht nicht so tief in die Materie ein. Einzig neu ist der Kamerastil, da man sich hier für die ach so realistische „Wackelkamera“ entschied. Doch leider unterliegt diese Perspektive dem allgemeinen Standardfehler – Wieso filmst du den Kram jetzt? Liebe Regisseure, versucht Einstellungen zu finden, in denen es Sinn macht, dass eure Protagonisten mit einer Handkamera rumwedeln. Wenn es schon so weit ist, dass extra erwähnt werden muss „Film ab jetzt einfach alles über dieses Projekt“, dann läuft wohl etwas schief. Am Ende bleibt nur der Eindruck als hätte man eine Mischung aus „Butterfly Effect“ und „Chronicle“ gesehen.

Fazit:

Obwohl sich das alles in der Summe sehr negativ anhört, ist Project Almanac kein Reinfall, aber eben auch nichts besonderes. Am Ende ist es weniger ein Zeitreise-Film als eine Teenager-Drama-Story. Guter Ansatz aber mangelhafte Umsetzung – schade.

06 von Couchpotatoes. Die Couchpotato ist das Maskottchen, eine Comic-Kartoffel.

 

[atari]

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Ein Gedanke zu “Filmkritik: Project Almanac

  1. Och komm, das Urteil ist etwas zu hart. Der Film war gar nicht mal so schlecht. Klar, er hat seine Schwächen, aber unsehbar ist er wirklich nicht. Es hat Spaß gemacht, sich diesen Film anzuschauen. Ich stimme zu, dass es nun nicht gerade ein zweiter „Back to the future“ ist, aber es ist eben auch nicht ein ziemlich schlechter Film…

    Wir haben in unserem Podcast über den Film gesprochen, da gibt es auch etwas mehr als hier 😉
    http://www.nerdtalk.de/12327-nerdtalk-sendung-383/

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