Filmkritik: Kingsman – The Secret Service

God save the queen – or the world

Um ehrlich zu sein hatte mich der Trailer von Kingsman nicht so überzeugt. Aber dann hörte ich nur Gutes über den Film und hatte eh nix zu tun. Also wieso nicht ein paar Briten in London anschauen und mich heimisch fühlen? Vielleicht sollte man nicht immer auf andere hören.

Quelle Trailer: FoxKino

Handlung:

Eggsys Vater starb als er noch ein Kind war. Damals schenkte ihm ein merkwürdiger Mann ein Emblem, mit dem er Hilfe rufen könne, wenn er sie benötigt. Als Eggsy erwachsen ist, tritt genau das ein. Der mysteriöse Mann, ein ehemaliger Kollege seines Vaters, holt ihn aus dem Gefängnis und bietet ihm einem Weg aus seinem verkorksten Leben an – die Kingsman. Doch um Teil dieser Geheimorganisation zu werden, muss Eggsy erst Auswahltests bestehen. Und Bösewichte warten nicht auf Tests…

Kritik:

Vorweg sei eins gesagt, Kingsman ist sicher kein schlechter Film, ich habe mich durchaus unterhalten gefühlt. Doch den vielen Lobeshymnen wird er nicht gerecht. Also gebt nicht zu viel auf irgendwelche Ratings und geht ganz ohne Erwartungen ran.

Kingsman hat auf jeden Fall seine Überraschungsmomente. Das fängt schon bei einem lispelnden Samuel L. Jackson an und zieht sich über die Kampfszenen bis hin zur alles andere als klischeehaften Prinzessin. In England wird der Film ab 15 eingestuft und tatsächlich ist das auch nötig. So viele Körperteile wie da abgetrennt werden, da könnte man meinen man hat sich für einen Slashermovie entschieden. Natürlich wirkt das auch gerade im Setting von Kingsman fehl am Platz, besonders wenn ein doch eher betagter Colin Firth auf einmal wie ein Ninja durch den Raum wirbelt. Hier wird allerdings geschickt über die Musik ein Funken Ironie beigemischt, sodass dies eher für Schmunzler sorgt als sich zu übertrieben anzufühlen.

Obwohl die Story wirklich vielen Klischees folgt – Halbwaise gerät auf schiefe Bahn und wird dann zum Helden etc. etc. – versucht der Film mit einigen skrupellosen Szenen darüber hinwegzutrösten. Tatsächlich kann diese unerwartete Härte für kleine WTF-Momente sorgen. Der Gesamteindruck einer Story, die schon oft genug so dagewesen ist, kann aber nicht wett gemacht werden, zumal sogar teilweise direkt darauf hingewiesen wird „Das ist nicht einer dieser Filme“.

Natürlich bleibt auch der ein oder andere Lacher nicht aus. Aber ein neue Richtung des Humors oder ein besonders hohes Niveau ist dabei nicht zu erwarten.

Meine persönlichen Hits des Films sind: Briten, Colin Firth, ein lispelnder Samuel L. Jackson, Hundewelpen und (als Frau muss ich das sagen) Taron Egerton.

Fazit:

Kingsman kann Spaß machen und teilweise auch etwas überraschen. Der Film kann sich jedoch nicht von der Masse abheben und bleibt daher Standard-Unterhaltung.

06 von Couchpotatoes. Die Couchpotato ist das Maskottchen, eine Comic-Kartoffel.

[atari]

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8 Gedanken zu “Filmkritik: Kingsman – The Secret Service

  1. Der Trailer hat mich überhaupt nicht angesprochen. Deswegen guck ich mir den nicht an, ich glaube ich würde den auch nicht wirklich witzig finden 😉
    Ich finde, man liest hier bei dir ein bisschen raus, dass da die Macher von Kick-Ass am Werk waren, das war ja auch ne Mischung aus Superhelden, Gewalt und Humor. Aber ne gute. Ich glaub, bei Kingsman würde mir das nicht mehr so gefallen 😉

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    • Schön, dass ich nicht die Einzige bin,die vom Trailer nicht umgehauen wurde. Du hast recht, die Macher von Kick-Ass merkt man total, allein die Choreographie der Kampfszenen und die Inszenierung dazu. Im Endeffekt leider das gleiche Grundkonzept (Leute, bei denen man solche Gewalt nicht erwartet, drehen voll ab) und dadurch halt echt nix neues,schade schade

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  2. Den Trailer fand ich auch mies und habe den Film deshalb in einer Sneak gesehen. Ähnlich wie du bin auch ich nicht so begeistert wie scheinbar viele andere Filmfans. Trotzdem finde ich schon, dass Kingsman sich ein wenig von der Masse abhebt. Zumindest wird er mir noch länger in Erinnerung bleiben. Das war z..B. bei Kick Ass nur bedingt so. Deshalb bewerte ich den Film etwas besser wie du, ohne dabei in die Lobeshymnen einzustimmen 😉
    https://magofilmtipps.wordpress.com/2015/03/14/filmkritik-kingsman-the-secret-service/

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  3. Pingback: Filmkritik: LEGEND | Motion Picture Maniacs

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