Filmkritik: Manolo und das Buch des Lebens

Wetten dass …? Unterwelten hohe Wetteinsätze bieten

Guillermo del Toro und Animationsfilme? In Manolo und das Buch des Lebens kreiert er ein buntes Abenteuer um den Dia de los muertos. Der Macher von Pan’s Labyrinth, Hellboy und Pacific Rim traut sich auf ein neues Terrain und wir finden das gut.

Quelle Trailer: FoxKino

Handlung:

Eine Gruppe Kinder hören in einem Museum die Geschichte von Manolo aus dem Buch des Lebens. Es gab die Kinder Manolo, Joaquin und Maria. Beide Jungs waren unsterblich in Maria verliebt. Da schlossen die Chefs der Unterwelten eine Wette ab: Jeder setzt auf einen Jungen als zukünftigen Ehemann von Maria, der Gewinner bekommt das Reich des anderen. Als Erwachsene treffen Maria, Joaquin und Manolo wieder aufeinander und es entbrennt ein Kampf um das Herz des Mädchens.

Kritik:

Guillermo del Toro beweist mit diesem Werk, dass er einen witzigen und rührenden Animationsfilm für die ganze Familie schaffen kann, ohne dabei auf seinen gewissen eigenen Stempel verzichten zu müssen. So schafft er es sich aus dem animierten Einheitsbrei von Pixar und Co. abzuheben.

Allein durch seinen Animationsstil weiß dieser Film aufzufallen. Besonders die kurze Reise in die Unterwelt der Erinnerten mit den bunten Skeletten und Festwagen, macht so einiges her. Man staunt über die Kunst den Tod so farbenfroh und lebhaft erscheinen zu lassen. Die mexikanische Art den Tod bzw. die Toten zu feiern erscheint einem nicht mehr merkwürdig, sondern einfach nur schön. Es ist schon fast ein Meisterwerk den Zuschauern auf diese positive Art und Weise den Tod näher zu bringen.

Mit den Unterwelten bzw. fantastischen Welten aber auch dem Thema Tod so zu spielen, ist genau das gewisse Etwas, dass del Toros Stempel erkennen lässt und diesen von Film von Disney und Co. abhebt. Sicher gibt es hier und da einige Szenen, bei denen man am liebsten um den Tod des Geliebten Menschen weinen möchte, doch löst del Toro diese Situation sofort auf und zaubert einem ein Lächeln ins Gesicht. Wer kann schon noch trauern, wenn nach dem Tod eine bunte Party wartet?!

Lachen ist sowieso ein gutes Stichwort in diesem Film. Kleine Gags amüsieren den Zuschauer und erzeugen so einiges Schmunzeln. Dabei sind die Witze sicher nicht unbedingt neu, aber sie kommen so leicht und natürlich daher, dass man einfach nur lachen kann.

Überraschend ist auch der Soundtrack. Gesungen wird dieser fast ausschließlich vom Musiker Manolo. Dabei ist allerdings nicht jedes Lied eigens für den Film geschrieben. Manolo greift auf bekannte Songs wie „I will wait“ von Mumford and Sons zurück. Und jetzt mal ehrlich, das hättet ihr wohl nicht erwartet.

Auch Maria weiß zu überraschen und ist alles andere als ein schüchternes hilfloses Fräulein. Sie weiß sich zu wehren und fällt auf Macho-Getue nicht herein. Genau dieses Macho-Gehabe führt uns allerdings zu einem großen Manko des Films. Bereits zu Beginn sind die Rollen der Jungs klar verteilt und verraten so für wen sich Maria entscheiden wird. Wir erleben den klischeehaften Kampf zwischen muskelbepacktem Schönling (passend im OV von Channing Tatum gesprochen – auch wenn ich ihn nicht erkannt habe) und dem gefühlvollen Romantiker. Auch ein Bosskampf bleibt nicht aus, in dem sich der wahre Held zu beweisen weiß. Ganz auf die typischen dramaturgischen Elemente eines Animationsfilms kann also auch del Toro nicht verzichten.

Dennoch ist die Story schön und unterhaltsam und kommt zumindest in einer Art neuem Gewand daher. Der Zauber den die Welt von Manolo hervorruft, wird leider immer wieder durch die Rahmengeschichte im Musuem unterbrochen. Der Erzähler ist hier einfach Fehl am Platz und unnötig.

Fazit:

Manolo und das Buch des Lebens ist ein bezaubernder Film, der zu überraschen weiß. Leider kann er sich nicht ganz den Klischees entziehen. Dennoch liefert uns del Toro einen sehenswerten bunten Animationsfilm mit einem klasse Soundtrack.

07 von Couchpotatoes. Die Couchpotato ist das Maskottchen, eine Comic-Kartoffel.

[atari]

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