Filmkritik: The Interview

Baby, you’re a firework… not

 

So viel Wirbel um einen Film riecht natürlich nach erfolgreicher Vermarktung. Der Trubel um die Action-Komödie aus dem Hause Sony war von Anfang an unverkennbar: Die Story um den nordkoreanischen Diktator Kim Jong-un, die Terrordrohungen gegen die USA im Falle der Filmveröffentlichung, Film gecancelled, Filmstart wie geplant – um ehrlich zu sein roch die Lunte bei so viel Kampagnenarbeit nach einem schwachen Film.

Handlung:

Für Showmaster Dave Skylark (James Franco) und seinen Produzenten Aaron Rapaport (Seth Rogen) läuft es nicht so berauschend. Ihr Boulevardmagazin wird von ernsthaften Nachrichtenmachern belächelt. Als sie erfahren, dass Kim Jong-un (Randall Park) ein Fan ihrer Show ist, arrangieren sie ein Interview mit dem nordkoreanischen Diktator. Das CIA, allen voran Agent Lacey (Lizzy Caplan), bekommt Wind von der Aktion und will die Interviewsituation ausnutzen, damit Dave und Aaron Kim zur Strecke bringen können…

Kritik:

Slapstick ohne Ende! Franco und Rogen bedienen sich an Comedy-Klischees, die wir schon zigfach gesehen haben. Einige davon funktionieren unumstritten dennoch wunderbar, andere bewegen einen nicht mal zu einem müden Lächeln. Sympathisch ist, dass sich die US Entertainment Industrie selbst auf den Arm nimmt – hier fällt das Lachen auch leichter als bei manchen Szenen in Südasien. Denn Satire hin oder her – der Film lässt einen nicht vergessen, dass er in einem Land der Unterdrückung spielt.

Evan Goldberg, der auch schon in Das ist das Ende und Bad Neighbors mitgemischt hat, führte gemeinsam mit Seth Rogen Regie in dem Streifen und hat sich mit diesem Film in eine filmstilistische Schublade gelegt. Der ist witzig, aber stellenweise zu überspitzt, aller Satire zum Trotz. Der Versuch, zum Ende hin die raffinierte Kurve zu kriegen, misslingt. Was bleibt ist ein – wie es sich anfühlt – bereits gesehener Comedystreifen mit zum Ende hin ein wenig unerwarteter Brutalität und fehlplatzierten Romantikszenen.

Fazit: 

Es ist kein sozialkritischer Film, sondern eine Satire. Flache, vulgäre Witze und Haudrauf-Humor sind die Standardprozedur. Ohne die überpräsente Berichterstattung hätte der Streifen wohl große Probleme, die Produktionskosten wieder einzuspielen. Alles in allem ist „The Interview“ eine durchschnittliche Nebenbei-Unterhaltung und nicht zwingend etwas für die Watchlist.

05-couchpotatos-neu

 

 

 

[reibeisen]

Advertisements

2 Gedanken zu “Filmkritik: The Interview

  1. Man hätte so viel aus der Idee rausholen können…
    Aber man muss ja das gewohnte Publikum bedienen. Oder die Schreiber waren zu feige, um was wirklich bissiges abzuliefern und sind dann mit Analwitzen den sicheren Weg gegangen :/

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s