Filmkritik: Der goldene Kompass

Steif, steifer, Nicole Kidman

Als Film- und Buchfans kommt keine Buchverfilmung an uns vorbei. Mit diesem Film wollen wir eure Leseleidenschaft entfachen. Denn Buchverfilmungen können durchaus Spaß machen und die zugehörigen Bücher meist noch mehr. Also kommt mit in eine Welt voller magischem Staub mit einer Geschichte, die so gar nicht angestaubt ist.

Quelle Trailer: datebayobunshin

Handlung:

Lyra Belacqua (Dakota Blue Richards) ist ein Waisenkind, das im Oxford College lebt. Als einziger Verwandter bleibt ihr der gelehrte und abenteuerlustige Onkel Asriel. Was das Leben in Lyras Welt so besonders macht ist, dass jeder Mensch einen Dämon besitzt – ein tierisches Gegenstück der Seele, welches mit der Pubertät seine endgültige Gestalt annimmt. Mensch und Dämon sind untrennbar miteinander verbunden, sie fühlen Glück und Leid des Anderen. Doch als der scheinbar gefährliche „Staub“ diese Parallelwelt bedroht, macht sich nicht nur Lord Asriel, sondern auch Lyra auf zu einem großen Abenteuer. Lyra muss sich einigen Gefahren stellen, ihren Schulfreund Roger wiederfinden, gegen böse Kinderentführer kämpfen und sich gegen das Magisterium stellen. Dabei bekommt sie Hilfe von Gyptern, Eisbären, Hexen und dem magischen goldenen Kompass.

Kritik:

Lyras Welt und Geschichte bieten dem Zuschauer jede Menge fantastischer Wesen und Abenteuer. Dabei ist dieser Film sicher nicht nur etwas für Kinder. Gerade die Geschichte um die mysteriösen Gobbler, die immer wieder Kinder entführen, bringt eine gewisse, düstere Stimmung in den Film, die beweist, dass „Der goldene Kompass“ kein einfaches Kinderabenteuer ist. Viele Gefahren lauern auf die kleine Lyra, die mit ihrer unbändigen Willenskraft und ihrem Mut jeden in ihren Bann zieht. So manch Erwachsener kann sich davon eine Scheibe abschneiden.

Immer wieder steigt die Spannungskurve an und Lyras Reise weiß zu unterhalten. Dabei sorgen die magischen Wesen, wie Hexen, die Dämonen oder die sprechenden Eisbären für die nötige Portion Fantasy. Aber auch komplexe Handlungsstrukturen, wie Korruptionen im Magisterium, der mächtigsten Behörde, fügen sich in die fantastische Welt gut ein. Dabei lauert unter all dem Gefüge ein großes Geheimnis, dass nicht nur Lyras Leben auf den Kopf stellen wird, sondern beim Zuschauer einen WTF-Moment erzeugt.

Obwohl es vom Grunde her eine Geschichte für Kinder ist und wir in eine fantasievolle Welt entführt werden, in der ein kleines Mädchen der Held ist, kommt nie das Gefühl eines einfachen Kinderfilms auf. Die Stimmung bleibt durchgehend düster. Sei es durch die ständigen Kämpfe oder die dunklen und tristen Settings. Selten erhellt ein Sonnenstrahl diese Geschichte, doch gerade das schafft Spannung. Besonders die Szene in der verlassenen Holzhütte bringt das Herz zum Klopfen und sogar manch Erwachsenen zum Gruseln. Mindestens genauso zum Fürchten ist Nicole Kidmans erstarrtes Gesicht. Da sitzt alles so straff, da bewegt sich kein Muskel. Der Rolle tut dieser Griff zur Botox-Spritze jedoch keinen Abbruch. Steife Person mit steifem Gesicht – perfekt besetzt.

Obwohl sich einige bekannte Namen in diesem Film tummeln, wie Nicole Kidman als böse Ms. Coulter, Daniel Craig als Lord Asriel oder Eva Green als zauberhafte Hexe Serafina Pekkala, ist der Star des Films doch die kleine Lyra. Dieser starke Wirbelwind reist einen einfach immer wieder mit und beeindruckt den Zuschauer. Ebenso viele Sympathiepunkte kann nur der edelmütige Panzerbjorn Iorek Byrnison erreichen. Der Eisbär steht Lyra immer zur Seite und sieht einfach sooo flauschig aus. Doch trotz des weichen Fells ist er eine wahre Kampfmaschine.

Die meisten Kritikpunkte ergeben sich wohl durch die Abweichungen von der Original-Buchvorlage. Gerade am Ende wurde doch viel gedreht. Wartet das Buch gleich mit zwei Höhepunkten, traut der Film dem Zuschauer nur einen Höhepunkt zu. Die unerwartete Wendung bleibt weitgehend aus. Doch ist diese Entscheidung dramaturgisch sicherlich nachvollziehbar. Gerade im Filmgeschäft, bei dem man sich nie sicher sein kann, ob genug Geld für eine Fortsetzung eingenommen wird, muss der Anfang einer Reihe einen Abschluss liefern, der einige Fragen offen lässt aber dennoch in sich geschlossen wirkt. Enttäuschungen unter den Buchfans sind jedoch verständlich.

Fazit:

Der goldene Kompass ist eine spannende Abenteuerreise für Groß und Klein. Sicher weicht der Film in einigen Dingen vom Buch ab, doch hat er die Einstellung einer weiteren Produktion sicher nicht verdient. Wir können nur eins sagen: Wir wollen die Eisbären sehen!

07 von Couchpotatoes. Die Couchpotato ist das Maskottchen, eine Comic-Kartoffel.

 

 

[atari]

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Ein Gedanke zu “Filmkritik: Der goldene Kompass

  1. Ich finde die Verfilmung auch ganz großartig. Allerdings kann ich verstehen, warum die anderen Bände es nicht geschafft habe. Denn irgendwie hatte ich beim Lesen schon das Gefühl, dass Band 2 und 3 eiegtnlich ganz andere Geschichten sind aufgrund der anderen Welten, in der sie spielen.

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