Filmkritik: Die Tribute von Panem – Mockingjay Part 1

Der Mockingjay lebt – oder versucht es zumindest

Ein Jahr haben wir auf den neuen Hunger Games gewartet. Wir waren genauso gespannt, wie ängstig, denn für uns gab das dritte Buch nicht viel her für gleich zwei Filme. Leider hat uns Katniss‘ neuer Auftritt auf der großen Leinwand bewiesen, dass wir mit unserer Angst Recht hatten.

Quelle Trailer: STUDIOCANAL Germany

Handlung:

Nachdem Katniss die Arena in „Catching Fire“ vernichtet hat und mit anderen Tributen gerettet wurde, befindet sie sich nun im zerstört-geglaubten Distrikt 13. Dort sammeln sich Rebellen, die das Kapitol stürzen wollen. Katniss soll als Mocking Jay das Gesicht der Revolution werden. Doch ohne Peeta fehlt ihr die Kraft. Um den Mocking Jay nicht zu verlieren, beginnt eine Rettungsmission um Peeta und andere Tribute.

Kritik:

Es ist etwas schwierig diesen Film zu bewerten. Gemeinsam waren wir im Kino und normalerweise sitzen wir hinterher zusammen und diskutieren gefühlt bis zum Morgen. Doch nicht bei Panem – mehr als fünf Minuten gequältes „Und, wie fandest du den jetzt?“ kam diesmal leider nicht bei rum. Das passiert uns Motion Picture Maniacs selten und macht es umso schwieriger, unsere Gedanken für euch niederzuschreiben.

Im Endeffekt kann man Die Tribute von Panem – Mockingjay Part 1 vielleicht als nichts Halbes und nichts Ganzes bewerten. Es ist sicher nicht so, dass dieser Film total misslungen wäre – er weiß schon zu unterhalten. Nur wirklich überzeugen kann er nicht. Wie gesagt, ist es natürlich schwierig, wenig Inhalt in viele Filmminuten umzusetzen. Dabei muss der Spagat zwischen Kriegsfilm und emotionaler Liebesgeschichte geschafft werden. Tja, und dieser Spagat gelingt leider nicht. Wir sehen weder wirklich einen Kriegsfilm, noch eine wirklich packende Lovestory. Genau diese Mischung zwischen Emotion, Grausamkeiten und Politik wurde zuvor doch noch gut gemeistert.

Ebenso seltsam wirkt es, dass hier eine kleine Propaganda-Inception geschaffen wird. Ein Film, in dem Propagandafilme gedreht werden, die dann wieder im Fernsehen im Film angeschaut werden. Klingt jetzt vielleicht cooler als es ist. Im Endeffekt ist es nämlich nur ein Minutenfüller. Wir sehen jedes Video, wie es gedreht wird um es im Anschluss noch einmal auf der Kapitol-Leinwand zu sehen – hello Doppelmoppel. Spätestens bei diesem Fakt hätte dem Produzenten klar werden sollen, dass nicht genug Stoff für zwei Filme vorhanden ist.

Einige Szenen waren durchaus dabei, die einen berührt haben. So kann einem ein Leichenberg im verwüsteten Distrikt 12 sicher nicht kalt lassen. Auch Katniss‘ Zusammenbrüche, die von Jennifer Lawrence wieder toll gespielt werden, treiben das ein oder andere Tränchen hoch. Und spätestens wenn wir den abgemagerten Peeta sehen, der verzweifelt versucht Katniss zu erreichen, greift man zum Taschentuch. Ich muss sagen, von Josh Hutchersons Leistung war ich regelrecht überrascht – der Junge hats drauf. Liam Hemsworth geht leider total unter – die Rolle, die er in der strategischen Planung eigentlich einnimmt, kommt gar nicht rüber. Ebenso wird die wohl rührendeste Szene aus dem Buch durch ein klischeehaftes Hollywood Ich-hab-dich-wieder abgelöst, da kann man nur den Kopf schütteln.

Der Soundtrack kann mit seinen Vorgängern wiederum mithalten. Wer hätte gedacht, dass JenLaw sogar singen kann? Gerade wie ihre Stimme in einen Chor mündet und die Bilder begleitet, lässt zum ersten Mal Gänsehaut aufkommen. Solche Momente hätten wir uns gern mehr gewünscht. Bleibt nur noch zu hoffen, dass wir im zweiten Teil erhört werden.

Fazit:

Der Mockingjay lernt im ersten Teil wohl erst noch fliegen. Zu wenig Handlung in zu vielen Filmminuten. Die Spannungskurve steigt leider kaum, dennoch kommen einige Emotionen auf. Wer das dritte Buch mochte, wird den Filmsicher besser finden als wir.

06 von Couchpotatoes. Die Couchpotato ist das Maskottchen, eine Comic-Kartoffel.

 

 

[atari]

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Ein Gedanke zu “Filmkritik: Die Tribute von Panem – Mockingjay Part 1

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