Filmkritik: Teenage Mutant Ninja Turtles

Cowabunga 2.0

Sie sind immer auf der Lauer und immer etwas schlauer – die Teenage Mutant Ninja Turtles. Als Kind habe ich die Trickfilmserie und auch die Film-Trilogie verschlungen. Natürlich war das Remake von Michael Bay nun ein Muss für mich.

Quelle Trailer: Paramount Pictures International

Handlung:
April ist Reporterin und will endlich über die großen Storys berichten. Sie macht sich im Alleingang auf zu Recherchen über die Kriminellen-Bande des Foot-Clans. Dabei wird sie Zeuge wie mutierte Schildkröten die Bösewichte bekämpfen. Die Schildkröten weihen sie in ihr Geheimnis ein und April entdeckt, dass sie die vier bereits aus ihrer Kindheit kennt. Gemeinsam stellen sie sich dem Foot-Clan und Fiesling Shredder und kommen dabei einem dunklen Geheimnis auf die Spur…

Kritik:
Wie bereits erwähnt bin ich seit kleinauf ein Turtles-Fan und scherze heute noch mit meinem Bruder in Insider-Sprache „Krustige Kruste? – Kruste, Kruste“. Ich habe mich also auf das Remake gefreut und hatte gleichzeitig etwas Angst. Seitdem ich das erste Mal gesehen habe, wie die Turtles in ihrer animierten Version aussehen wuchs diese Angst. Im Ernst Hollywood – was ist so schwierig daran ordentliche Reptilien zu animieren? Ich sag nur der absolut misslungene Echsenmann aus Amazing Spiderman. Und jetzt das – Turtles mit komischen Nasen, Lippen und riesigen Zähnen. Jeder bekommt auf einmal sein ganz eigenes Gesicht und Donatello sogar eine Brille verpasst. Mir war und ist das zu gewöhnungsbedürftig. Aber okay, Aussehen ist wohl wie immer Geschmackssache.

Über eines fällt es mir jedoch schwerer hinwegzusehen – die Neu-Interpretation von Teenager-Schildkröten. Als Remake spielt der Film in unserer Zeit. Charaktereigenschaften, Verhalten und Sprache sind dem angepasst. Und so passiert es, dass aus unseren Jugendhelden eine Gruppe aus Gangster-Rappern und einem Nerd wird. Sicher sorgt dies auch für den ein oder anderen witzigen Spruch oder komischen Moment, meistens wirkt es allerdings gewöhnungsbedürftig. Nicht-Fans dürften mit dieser Änderung wohl nicht so viele Probleme haben. Doch ich muss leider etwas den Kopf schütteln wenn aus Michelangelo MC Mikey wird. Wieso Donatello auf einmal eine Brille verpasst bekommt, versteh ich auch nicht. Natürlich ist es sinnvoll, die Handlung in die Gegenwart zu holen und einiges dahingehend anzupassen. Doch darf man nicht vergessen, die Turtles wurden von Splinter nach den Lehren der Ninja erzogen – cooles Rap-Gepose harmoniert da eher weniger. Wenigstens wurden die Unterschiede der einzelnen Charaktere noch gut herausgearbeitet.

Die grundlegende Story ist ebenfalls spannend und unterhaltend – eine gelungene Einführung in die Welt der TMNT. Wir erfahren wie harmlose Schildkröten zu mutierten Kämpfern wurden und ein böses Geheimnis wird auch noch oben drauf gepackt. Dabei sind die Motive der einzelnen Protagonisten gut miteinander verwoben und die Verbindung von April zu unseren Helden erscheint logisch.

Da Michael Bay bereits mit dem letzten Transformers-Film erfolgreich war, folgt er auch hier seinem altbewährten Prinzip – ordentlich in die Explosions- und Stuntkiste greifen. Wilde Verfolgungsjagden, Geballer oder Crashs sollen dem Zuschauer das nötige Adrenalin-Erlebnis liefern. Doch leider weichen die Martial Arts Künste der Schildkröten, dessen perfekten Umgang mit den jeweiligen Ninja-Waffen wir so geliebt haben, in den Hintergrund. Zudem erinnert die Mischung aus explosiver Action mit unterbrechenden Witzen sowie die Darstellung von Shredder wirklich etwas zu sehr an Transformers.

Mir persönlich kam auch die Darstellung der unendlichen Liebe zu Pizza zu kurz. Doch das ist sicher etwas pingelig. Immerhin durften wir die altbewährten Sprüche wie „Cowabunga“ und „Heroes in half shell“ genießen.

Fazit:
Für alle TMNT-Fans ist das Remake sicher ein Muss, doch werden nicht alle von der Neuinterpretation der Teenager-Schildkröten begeistert sein. Alle Nicht-Fans sollten vielleicht auf den Kinotag warten – 10€ sind wohl etwas zu viel für diesen Comicstreifen.

6 von 10 Couchpotatoes. Die Couchpotato ist das Maskottchen der Motion Picture Maniacs, eine Comic-Kartoffel.

[atari]

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4 Gedanken zu “Filmkritik: Teenage Mutant Ninja Turtles

  1. Dem Fazit kann ich mich nur anschließen! Als alter Turtles-Fan fand ich den Film sehr unterhaltsam. Die Darstellung der Turtle-Charaktere finde ich sehr gelungen. Auf MC Mikey und Nerdatello 2.0 konnte ich mich gut einlassen. Ohne die gute alte Nostalgiebrille ist der Film jedoch grottig geschrieben, was sich in einer echt hahnebüchenen Handlung niederschlägt. Als Nicht-Fan würde ich einen großen Bogen um den Film machen.

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    • Leider fanden wir den Film auch eher enttäuschend. Die Story hat wirklich nichts Neues gebracht und ist so ziemlich dem einfachsten dramaturgischen Aufbau gefolgt…Und wir konnten uns leider an das 2.0 nicht so ganz gewöhnen. Am Ende waren wir quasi zwiegespaltene Fans, aber immerhin mit ordentlich Hunger auf Pizza ^^

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