Filmkritik: Maze Runner

Lauf Thomas Lauf

 

Buchverfilmungen und besonders Dystopien sind gerade voll im Trend. Da ist es nicht verwunderlich, dass Hollywood nicht lange auf sich warten ließ bis es James Dashners Trilogie „The Maze Runner“ (dt. Die Auserwählten) auf die große Leinwand brachte. Obwohl ich das Buch nicht gelesen habe, wollte ich den Film unbedingt sehen. Und was soll ich sagen, ich fange heute mit den Büchern an.

Quelle Trailer: FoxKino

Handlung:
Ein mechanisches Geräusch, Dunkelheit, ein Aufzug bewegt sich – im Aufzug sitzt ein Junge und weiß nicht was vor sich geht. Auch der Zuschauer ist verwirrt und wird genauso unvorbereitet in die Handlung geworfen. Worum geht es denn nun? Männliche Teenager werden per Aufzug auf eine Lichtung gebracht, jeglicher Erinnerung, bis auf den eigenen Namen, beraubt. Auf der Lichtung leben alle Jungs unter bestimmten Regeln friedlich zusammen. Klingt erst mal nicht schlimm. Doch die Lichtung ist von riesigen Mauern umgeben. Es gibt keinen Weg heraus – zumindest auf den ersten Blick. Doch jeden Sonnenaufgang öffnet sich ein Tor und offenbart den Weg in ein mysteriöses Labyrinth. Bis zum Sonnenaufgang haben die Runner Zeit einen Ausgang zu finden, sonst sind sie gefangen. Und in der Nacht lauern böse Monster. Als Thomas und den Jungs zum ersten Mal ein Mädchen auf der Lichtung erscheint, ändert sich alles. Wird die Truppe einen Ausgang finden?

Kritik:
Maze Runner basiert auf einem Buch aus dem Dystopie-Jugendliteratur-Genre. Doch so kindlich ist dieser Stoff gar nicht. Der Film ist durchaus düsterer angelegt als man vermuten mag. Dabei versteht es Maze Runner gekonnt seinen FSK12 auszunutzen und deutet die grausamen Gewaltszenen mit Monstern oder Schusswaffen nur an. Im letzten Augenblick erfolgt ein Schnitt und die Szene wird gewechselt. Dabei spielt der Film mit den Vorstellungen der Zuschauer, denn was man sich im Kopf ausmalt ist zumeist schlimmer, als das was man sieht. Dadurch schafft es der Streifen immer wieder Spannungskurven zu schaffen und einige Zuschauer in den Kinositzen zusammenzucken zu lassen.

Doch natürlich haben wir hier nicht einen Horrorfilm vor uns, der uns ein neues Monster nach der nächsten dunklen Ecke im Labyrinth beschert. Die Story geht weitaus tiefer und zeigt uns auch, wie die Jungs mit der Situation des Gefangenseins umgehen. Regeln halten das Zusammenleben der Gruppe friedlich, bereits kleine Veränderungen lassen den Zusammenhalt brüchig werden. Hier zeigt sich, wie viel Angst doch eigentlich in jedem Jungen steckt. Konflikte werden ebenso angesprochen, wie Hoffnungslosigkeit und Mut. Doch könnten einige Charaktere etwas tiefgehender gezeichnet sein. Hinsichtlich der charakterlichen Entwicklung kratzt man hier noch an der Oberfläche, wiederum muss man sich aber ins Gedächtnis rufen, dass dies nur der erste Teil der Reihe ist.

Immer wieder werden die Geheimnisse, die hinter dem Labyrinth lauern angeschnitten. Doch würde man als Zuschauer sicher gern etwas mehr über die Hintergründe erfahren und muss sehr lang warten, bis ein halbwegs klares Bild ergibt. Für manche mag das frustrierend sein, doch hält es auch die Spannung aufrecht. Auch vermisst man doch etwas das Labyrinth, immer heißt der Film „Maze Runner“. Doch wirklich viel gerannt und entdeckt wird im Labyrinth nicht allzu viel. Vielleicht spricht da mein altes Gamer-Herz aus mir, das früher stark für Escape- und Point-and-Click-Adventures geschlagen hat, aber ich hätte mehr Rätsel und geheime Ebenen im Labyrinth erwartet.

Ein Pluspunkt für alle männlichen Zuschauer – obwohl ein Mädchen eingeführt wird, gibt es keinerlei romantische Momente. Romantik wäre hier auch Fehl am Platz, denn für die Gruppe geht es mit jeder voranschreitenden Minute immer mehr ums blanke Überleben. Der Friede ist schnell gestört und die Zeit des Handelns gekommen. Auch der Einsatz des Soundtracks macht dies deutlich. Immer dröhnender und bedrohlicher werden die Scores und lassen dabei sogar teilweise an die Arbeit von Hans Zimmer erinnern.

Gemischte Gefühle kommen beim Zeitgefühl beim Schauen des Films auf. Die knapp 2 Stunden vergehen, wie im Flug. Einerseits ist dies natürlich gut, denn es bedeutet, das nie wirklich Langeweile aufkommt. Doch andererseits hat man das Gefühl, es ging zu schnell und man hätte noch mehr aus dem Stoff herausholen können. Doch können das vielleicht Leser des Buches besser beurteilen.

Das Ende ist trotz einiger klischeehafter Wendungen, gut gelungen und lässt den Zuschauer mit einigen Fragen und Theorien zurück. Es wird sofort deutlich, hier erwarten uns noch weitere Filme.Und ich gestehe – ich wollte sofort wissen, wie es weitergeht und hab mir gleich die Bücher besorgt.

Fazit:
Maze Runner ist ein spannender Film, mit einer sehr interessanten Hintergrundstory und einigen unerwarteten Schock-Momenten. Trotz einiger Mängel hier und da, ist dies ein gelungener Auftakt der Reihe und reiht sich sicher in die Liste erfolgreicher Dystopie-Verfilmungen ein.

P.S.: Wer mehr über das Buch wissen will, kann bei unserer Bloggerkollegin lebens[leseliebe]lust die Kritik zum Buch „Die Auserwählten – Im Labyrinth“ lesen.

7 von 10 Couchpotatoes. Die Couchpotato ist das Maskottchen der Motion Picture Maniacs, eine Comic-Kartoffel.

[atari]

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Ein Gedanke zu “Filmkritik: Maze Runner

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