Filmkritik: „Wenn ich bleibe“

Should I stay or should I go

 

„Wenn ich bleibe“ ist nicht nur eine weitere Adaption eines erfolgreichen Jugendbuches, sondern nach „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ der zweite großer Taschentuch-Garant dieses Genres im Kinojahr 2014.

Quelle Trailer: Warner Bros. DE

Handlung:
High-School-Schülerin Mia (Chloë Grace Moretz) ist eine hochbegabte Cellistin, der mit ihrem außergewöhnlichen Talent eine vielversprechende Musikkarriere bevorsteht. Als der charismatische Mädchenschwarm Adam (Jamie Blackley), Sänger einer lokalen Rockband, sich in sie verliebt, scheint ihr Leben perfekt. Doch dann wirft ein schrecklicher Autounfall mit ihrer Familie Mias Leben komplett über den Haufen. Sie überlebt schwerverletzt und wandelt fortan in einem Zustand zwischen lebendig und tot auf der Erde. Nun ist es an der Zeit sich zu entscheiden: Lohnt es sich ohne die geliebte Familie noch weiter zu leben oder soll sie aufgeben und den Verstorbenen folgen?

Kritik:
Nach der Welle an Science-Fiction- und fantasy-lastigen Teenieromanzen im Kino kommt mit dem Film-Regiedebut des sonstigen Dokumentar- und Serienfilmers R.J. Cutler eine persönliche und ergreifende Geschichte auf die Leinwand, die in ein liebevolles Setting platziert wurde, viel durch Bilder spricht und unnötige Schnörkel weglässt. Was als altbewährtes Coming-of-Age Drama beginnt, wird schnell zum emotionalen Seiltanz, in dem man sich als Zuschauer schmerzlich schnell einlässt und mit Hauptfigur Mia um sein Leben tanzt. Einzig ein paar klassische Mary-Sue-Momente stören die schöne Szenerie, zum Beispiel wenn der außenseiterische Musiknerd trotz aller Awkwardness wunderschön ist und sich auf einmal der coole Band-Frontmann für sie interessiert, dem alle Mädchen zu Füßen liegen.

In die rockigen, junggebliebenen Eltern, die sich bilderbuchmäßig um ihre beiden Kinder kümmern und das Leben in vollen Zügen genießen, muss man sich einfach verlieben! Gemeinsam mit Mia und dem quirligen frechen Nesthäkchen Teddy bildet die Familie ein perfektes musikalisches Quartett. Den besonderen Höhepunkt bietet neben der stimmigen Farbwahl des Films der sehr hervorzuhebende Soundtrack, der keine Rockmusik-Wünsche offen lässt.

Chloë Grace Moretz ist inzwischen der Riege der aufstrebenden Jungdarsteller entwachsen und stellt in dem Film ihre Wandelbarkeit zwischen nachdenklichen, verletzlichen und hochemotionalen, wilden Charakteren zur Schau. Doch auch ihre liebenswert verrückte Freundin Kim (Liana Liberato), sowie die coolen Interpretationen von Mias Eltern (Mireille Enos und Joshua Leonard) hinterlassen einen bleibenden Eindruck und laden zum Filmographie-googeln ein.

Fazit:
Trotz einiger Teeniefilm-Klischees, so mancher Vorhersehbarkeit und einer Hauptfigur, die man wegen ihres zum Teil unmöglichen Verhaltens an den Schultern packen und kräftig durchschütteln möchte, ist „Wenn ich bleibe“ ein traurig-schöner melancholischer Film, der perfekt in die Herbstzeit passt und mit seinem abwechslungsreichen Soundtrack und liebenswerten Charakteren absolut sehenswert ist!

7 von 10 Couchpotatoes!

07-couchpotatos-neu

Advertisements

3 Gedanken zu “Filmkritik: „Wenn ich bleibe“

  1. Pingback: Die besten Schauspieler 2014 | Motion Picture Maniacs

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s