Filmkritik: Lucy

Lucy in the Sky without Diamonds

Der französische Filmemacher ist verantwortlich für cineastische Glanzstücke wie “Léon – Der Profi“ und Kultfilme wie „Codename – Nina“, „Das fünfte Element“, „Taxi“ oder „The Transporter“. Darüber hinaus mischte Besson beim Thriller „96 Hours“, beim Animationsspaß „Arthur und die Minimoys“  mit. Kurzum: Wahrscheinlich kam jede Couchpotato in den Genuss von mindestens  einem Besson-Film. Daher kommt es nicht von ungefähr, dass sein neuster Science Fiction Thriller Lucy mit Spannung erwartet wurde. Und das erwartet euch:

Quelle Trailer: Universal Pictures Germany

Handlung

Lucy (Scarlett Johansson) verbringt einen Partyurlaub auf Taiwan. Ihre Urlaubsbekanntschaft Richard (Pilou Asbaek) jubelt ihr einen mysteriösen Koffer unter, den sie an einen  Mr. Chang (Choi Min-sik) übergeben soll. Doch was nach einer unkomplizierten Übergabe klingt, endet im Desaster ungekannten Ausmaßes. Richard wird erschossen und Lucy von Mr. Chang gefangen genommen. Gemeinsam mit anderen Gefangenen soll sie eine neuartige Superdroge nach Europa schmuggeln, die ihr in den Bauch operiert wird. Als Lucy zusammengeschlagen wird, setzt sich die Superdroge in ihrem Körper frei und löst übermenschliche Fähigkeiten aus. Um ihre neue, immer weiter ansteigende Hirntätigkeit zu begreifen, nimmt Lucy Kontakt zu Professor Samuel Norman (Morgan Freeman) auf. Währenddessen hat sie bereits eine Horde skrupeloser asiatischer Mafiosi auf den Fersen…

Kritik

Eine außergewöhnliche Geschichte, spannende Sci-Fi-Theorien, metaphorische Filmsequenzen aus dem Tierreich passend zur Handlung, eine Heldin zum empathischen Mitfiebern, Kugelhagel, Blutvergießen und rasante Verfolgungsjagden in exotischer Kulisse sowie verrückte Superkräfte, die man zumindest im Ansatz selbst gerne hätte – Dieser irre Mix macht „Lucy“ zu einem abgedrehten Kinoabend.

Von den Charakteren wissen wir wenig und doch reicht das was wir sehen aus, um Sympathien oder Ablehnung zu schaffen. Mit Johansson und Freemann wurde dennoch zum Glück eine Starbesetzung verpflichtet, mit der sich sowohl Filmemacher als auch Zuschauer sicher aufgehoben fühlen.

Das Positive ist: Die Schnelligkeit der Erzählung, die rasanten Bildfolgen sowie Musikstücke und die verrückte Story sind fesselnd und lebendig. Das Negative: Leider wird der Film gegen Ende zu Science Fiction mäßig ausgeschlachtet und selbst für Genrefans zu abgedreht. „Steckste nicht drin“ mag da manch einer sagen, doch alles in allem wirken manche Handlungsstränge zu unlogisch und wirr. Warum zum Beispiel sucht ein Superhirn mit übermenschlichem Wissen Hilfe bei einem Uniprofessor? Und die angedeutete Lovestory mit einem Pariser Cop ist nicht nur fehl am Platz, sondern auch widersprüchlich, schließlich nehmen bei Lucy mit steigender Hirnaktivität die Emotionen ab.

Übrigens: Angeblich war Angelina Jolie für die Rolle der Lucy vorgesehen und wahrscheinlich hätte diese Zusammensetzung wie die Faust aufs Auge gepasst, denkt man an Filme wie „Wanted“, „Tomb Raider“ „Mr. Und Mrs. Smith“. Allerdings hat Johansson uns als toughe schöne Actionheldin auch schon im Vorfeld („The Avengers“) überzeugt.

Fazit

Rasanter farbenfrohe Action-Film in einer aufregenden Sci-Fi-Umgebung, der sich zum Ende hin jedoch selbst übernimmt, bis es (LEIDER!) an Lächerlichkeit grenzt.

06-couchpotatos-neu

 

 

 

[reibeisen]

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