Filmkritik: Dawn of the Planet of the Apes

Mich laust der Affe

Bei Planet der Affen dachte ich früher immer:“Ein Planet voller Affen, wie dumm ist das denn? Wieso soll ich das sehen?“ Doch Rise of the Planet of the Apes (Planet der Affen: Prevolution) weckte mein Interesse und hat mich von der Story überzeugt. Klar, dass ich mir also den neuen Dawn of the Planet of the Apes (Planet der Affen: Revlution) nicht entgehen lasse. Für Fans ist der Film auf jeden Fall ein Muss.

Quelle Trailer: Fox Kino

 

Handlung:

Einige Jahre ist es her, dass der Affe Caesar (Andy Serkis, u. a. Herr der Ringe, Tintenherz) eingekerkerte Affen befreite und in den Wald bei San Francisco zog. Fans werden sich an den Cliffhanger erinnern, dass ein mit dem Virus infizierter Mann in ein Flugzeug nach Europa stieg. Der Film zeigt, dass genau das passierte, was wir alle erwartet haben: eine Epidemie. Fast die gesamte Menschheit wurde ausgerottet. Nur wenige haben überlebt und versuchen so viel vom früheren Leben wieder zu erlangen, wie möglich. Eine Gruppe Menschen aus San Francisco will den Strom wieder anstellen und muss dafür den Staudamm in den Hügeln um die Stadt reparieren. Doch der Damm liegt im Gebiet der intelligenten Affen. Affen und Menschen treffen zum ersten Mal wieder aufeinander.

Kritik:

Dawn of the Planet of the Apes zählt zu den großen Blockbustern des Jahres. An den amerikanischen Kinokassen nimmt das Prequel des Sci-Fi-Klassikers ordentlich Geld ein. Auch wir finden ein Kinobesuch lohnt sich, besonders für Fans. Doch bildet eure Erwartungen nicht anhand des Trailers. Es erwartet euch kein actiongeladener Movie à la Transformers IV. Natürlich wird gekämpft und es entbricht ein Krieg, denn schließlich muss sich die Handlung ja hin zum Original Planet of the Apes entwickeln. Doch verspricht der Kinotrailer davon eindeutig mehr, als der Film halten kann. Auch das Dystopie-Feeling des Original Movies wird noch nicht erreicht. Mit den falschen Erwartungen kann der Film also durchaus etwas enttäuschen.

Was erwartet uns nun genau? Weder die Affen wissen von der Existenz der Menschen, sie glauben an ein Aussterben der Rasse, noch die Menschen von den Affen. Als beide Arten plötzlich aufeinander treffen, begegnen sie sich logischerweise mit Misstrauen und beschnuppern sich quasi langsam. Genau dieses zaghafte Kennenlernen, das Ausloten der Ziele der Anderen, das Erkennen ob sie eine Gefahr darstellen, bestimmt den Anfang des Films. Die erste Hälfte beschäftigt sich ausschließlich mit dem Umgang zwischen Mensch und Affe. Der Damm wird gebaut und man beäugt sich kritisch. Während sich unter einigen Menschen, wie auch Affen, eine verängstigte Skepsis entwickelt, beginnt eine Freundschaft zwischen Caesar und Malcoms (Jason Clarke, u. a. Lawless, The Great Gatsby) Familie. Der Spannungslevel bleibt eher niedrig, nur kleine Ereignisse, wenn sich Mensch und Affe gegenseitig hintergehen, sorgen für einen geringen Anstieg. Besonders wer viel Action erwartet hat, wird die erste Hälfte des Films eher als zäh empfinden. Doch ist diese zögernde Entwicklung der Handlung nötig um den brüchigen Frieden zwischen Affen und Menschen zu verdeutlichen.

Eins wird im Film immer deutlicher: Die Affen werden den Menschen zunehmend ähnlicher. Sie jagen mit Waffen, sie leben in Hütten, sie haben eine Schule und lernen schreiben. Aber vor allem können sie genauso hinterhältig und egoistisch sein. Früher wurden an den Affen Versuche unternommen, sie wurden eingesperrt und gequält. Jetzt wollen sie den Menschen zeigen, dass sie besser sind. Doch nicht jedem Affen gelingt das. Koba, Caesars rechte Hand, ist geblendet von seinem Hass auf die Menschen und kann genauso grausam sein wie diese. Caesar ist hingegen der Pazifist schlechthin, fast ein Ghandi. Wenn dann im großen Krieg Affen auf Pferden reiten und mit Automatikwaffen um sich schießen wird es doch etwas skurril. Diese Vermenschlichung der Affen nimmt der Film dann sogar selbst auf die Schippe, wenn die Menschen sich von Affen reinlegen lassen, sobald diese sich „typisch affig“ verhalten.

Die zweite Hälfte präsentiert uns in ständiger Abwechslung Verrat und Kampf. Es entbricht ein Krieg zwischen Mensch und Affe. Die erwartete Action setzt nun ein. Immer wieder bilden sich neue Lager und neue Kämpfe entstehen. Auch eine gewisse Dramatik bleibt nicht aus. Sogar der Wettlauf gegen die Zeit wird eingebaut. Die Erzählweise wird schneller und der Spannungslevel steigt an. Spätestens jetzt macht das Zuschauen richtig Spaß. Das Finale gestaltet sich wieder als offenes Ende, was auf einen weiteren Teil der Saga deutet.

Übrigens spielt auch Gary Oldman (u. a. Dark Knight Trilogie, Das fünfte Element) mit. Das ich ihn zuvor nicht erwähnt habe oder erwähnen konnte, macht deutlich, wie wenig Filmminuten dieser Schauspielgröße zugewiesen werden. Mal wieder wird sein Talent verschwendet, sehr schade. Besonders auffällig ist die Leistung von Andy Serkis. Erneut schafft er es ein komplett animiertes Wesen mit seiner Mimik und Gestik zum Leben zu erwecken.

Fazit:

Wer viel Action erwartet, wird wohl eher enttäuscht. Wer sich aber voll auf dieses Kinoerlebnis mit einem langsamen Anfang einlässt, der erlebt einen durchaus cleveren Film. Dawn of the Planet of the Apes ist für Fans ein Muss und für Nicht-Fans ein guter, solider Film.

7 von 10 Couchpotatoes. Die Couchpotato ist das Maskottchen, eine Comic-Kartoffel.

 

 

 

[atari] 

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Ein Gedanke zu “Filmkritik: Dawn of the Planet of the Apes

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