Filmkritik: Transformers – Ära des Untergangs

Autobots im Jurassic Park

Vorweg sollte eines geklärt sein: Ich hätte gern Optimus Prime als coolen Onkel und Bumblebee als Party-Kumpanen – kurzum ich steh auf Transformers. An der einen oder anderen Stelle hatte ich also sicher die roboterrote Brille auf. Dennoch könnt ihr euch sicher sein – Transformers: Age of Extinction ist einer der ganz großen Blockbuster dieses Sommers. Noch mehr Transformers, noch mehr Action und noch mehr Feinde – und das war noch lange nicht zu viel des Guten.

Quelle Trailer: Paramount Pictures International

 

Handlung:

Vier Jahre sind seit dem großen Kampf in Chicago (Transformers 3 – Dark of the Moon) vergangen und die Welt hat sich geändert. Die Zusammenarbeit zwischen Militär und Autobots wurde beendet. Eine Sonderkommission jagt die verbliebenen Decepticons – und verbotenerweise auch unsere Freunde, die Autobots. Optimus und seine Crew verstecken sich verstreut auf der ganzen Welt, teilweise getarnt als Schrottautos. Doch damit nicht genug, sie müssen noch vor zwei weiteren Feinden fliehen. Der findige Wissenschaftler Joshua (Stanley Tucci – Die Tribute von Panem I + II, Jack and the Giants, u. a.) will das Metall, das Transformium, der Roboter um selber Transformers herzustellen und den Weltmarkt zu beherrschen. Gemeinsam mit der Sonderkommission um Attinger (Kelsey Grammer – X-Men: Zukunft ist Vergangenheit, X-Men: Der letzte Widerstand) wird er von einer neuen Alien-Roboter-Rasse ausgenutzt, um Optimus Prime zu fangen. Währenddessen findet der kurz vor dem Ruin stehende Erfinder Cade Yeager (Mark Wahlberg – Pain & Gain, In meinem Himmel, u. a.) einen alten Truck und möbelt ihn wieder auf. Wie sich bald herausstellt ist der Truck kein geringerer als Optimus Prime. Schnell werden die Feinde auf Optimus, Yeager und seine Familie aufmerksam. Es beginnt ein Kampf um das Überleben der Yeagers, das Überleben der Autobots und das Überleben der gesamten Menschheit.

Kritik:

Transformers: Ära des Untergangs ist die perfekte Entschuldigung an die Fans für Transformers 3, der, sind wir ehrlich, nicht gerade berauschend war. Doch Michael Bay läutet nun wirklich eine neue Ära ein – wir erleben neue Charaktere, neue Autobots, neue Feinde und neue Alien-Waffen. All das wird begleitet von einer atemberaubenden Bildgewalt. Die Bilder und Animationen sind gestochen scharf. Hätten Transformers Poren, hätte man sie sehen können. Klar vermisst man schon Sam (Shia LaBeouf) und Lt. Lennox (Josh Duhamel) und wundert sich, wieso sie mit keinem Wort erwähnt werden, doch wird man schnell von diesem Gedanken abgelenkt aufgrund der vielen Geschehnisse. Denn es warten 160 vollgepackte Minuten auf den Zuschauer. Immer wieder denkt man, es kann doch jetzt nichts mehr kommen, der Kampf ist vorbei, aber nein, es gibt genug zu erzählen. Ein Höhepunkt reiht sich an den anderen und kurz bevor Langeweile aufkommen kann, schnellt die Spannungskurve wieder nach oben. Man glaubt es kaum, aber die nahezu drei Stunden Film vergehen wie im Raumschiffflug.

Der Anfang des Films schwächelt im Gegensatz zur weiteren Entwicklung. Die ersten Minuten sind zu schnell zusammengeschnitten, um die Zusammenhänge zu den späteren Ereignissen, wie Joshuas Forschungslabor, den Dinobots und dem teuflischen Plan des neuen Alien-Roboters, zu erklären. Ihr wollt wissen, wieso die Dinos ausgestorben sind? Transformers erklärt es in einer Minute – die Aliens waren es. Danach braucht der Film etwas lange um in die Gänge zu kommen. Geschuldet ist das vor allem der Einführung der neuen Charaktere. Es braucht allein etwa eine Stunde bis Bumblebee zum ersten Mal auf der Kinoleinwand erscheint. Doch sobald die Autobots vereint sind und ihr Theme-Score erklingt, überfallen einen die Emotionen und die Gänsepelle wächst. Das ist der Moment auf den wir alle gewartet haben und danach gibt es kein Halten mehr. Die Ereignisse überschlagen sich und ein Kampf reiht sich an den anderen.

Eine Schwäche zeigt sich im Einführen von gleich drei Feinden. Das bietet zwar die Möglichkeit immer wieder ein neues Kaninchen aus dem Hut zu ziehen, das für Ärger sorgt, doch wird zumeist einem Handlungsstrang zu lange gefolgt. Man vergisst leicht, dass da ja auch noch andere waren, die später wieder auftauchen. Im großen Ganzen werden die Zusammenhänge zwischen den drei Parteien aber logisch verknüpft.

Eines darf natürlich bei Transformers nicht fehlen – Action. Davon bekommt der Zuschauer jede Menge. Ich glaube dieser Film hat sogar den Rekord für die meisten Explosionen und zerstörten Autos aufgestellt. Noch nie habe ich ein solches Stakkato an gewaltigen Explosionen erlebt. Doch wirkt es hier nur einen Hauch übertrieben.

Auch der Witz fehlt diesmal nicht. Garanten für Lacher sind Wissenschaftler Joshua, dessen Charakterwandlung wirklich sympathisch ist, und Bumblebee. Bee benimmt sich teilweise, wie ein verzogener Teenager und das ist wirklich herrlich. Wartet auf seinen Wortwitz zu „Can’t touch this“ und ihr werdet euch kugeln. Die Witze sind gut getimed und lockern die Atmosphäre des Films immer wieder auf. Sehr intelligent auch die Anspielung eines Autobots darauf, dass Transformers nie Experimente an Menschen durchführen würden. Drehen wir den Spieß von Experimenten bei Alien-Entführungen doch einmal um.

Daumen hoch auch für die Dinobots. Im Trailer dachte ich noch, das ist lächerlich und kann nur schlecht werden. Doch die Dinos rocken und führen eine neue Art des Kampfes ein. Dagegen stinken manche der neuen Autobots sogar leicht ab, da sie einfach zu menschlich wirken. Menschliche Gesichtszüge, ein Bart oder ein wehender Metallumhang – das ist zu viel des Guten. Da haben wir z. B. einen Army-Offizier und Samurai – ja, ich rede von Autobots. Der Armybot wirkt dazu noch eher wie ein Gimli-Bot, gerade die Streits zwischen ihm und dem Samurai erinnern doch stark an das ungleiche Duo Gimli und Legolas aus Herr der Ringe. An Optimus Prime und Bumblebee kommen einfach keine der neuen Transformers ran, aber unterhaltsam sind sie allemal.

Das Ende präsentiert sich uns wieder einmal offen, sodass wir uns bestimmt auf einen neuen Transformers-Film freuen dürfen. Um die neue Ära gebührend abzuschließen, endet Optimus Prime mit einer neuen Nachricht an das Universum.

Fazit:

Transformers: Ära des Untergangs ist ein absolutes Muss in diesem Kino-Sommer. Der Film ist witzig und actiongeladen. Wir erleben von allem bisher Gekannten noch eine Portion mehr. Die Bildgewalt würde sogar einen 3D-Ausflug lohnenswert machen. Ein sehr gelungener Start in eine neue Ära und sicher kein Untergang.

8 von 10 Couchpotatoes. Die Couchpotato ist das Maskottchen, eine Comic-Kartoffel.

 

 

 

[atari] 

Ich bin Atari und ich schicke diese Botschaft an alle überlebenden Transformers-Fans, die in den Sternen nach Zuflucht suchen. Schaut euch diesen Film unbedingt an.

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6 Gedanken zu “Filmkritik: Transformers – Ära des Untergangs

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