Filmkritik: X-Men: Zukunft ist Vergangenheit

Zeitreise mit Mutanten

Sie sind zurück! Endlich dürfen wir unsere Lieblings-Mutanten wieder auf der großen Leinwand begrüßen. Dabei müssen wir auf keinen unserer Helden verzichten, denn hier treffen Alt und Jung aufeinander. Macht euch bereit für ein Zeitreise-Spektakel der Extra-Klasse.


Quelle Trailer: FoxKino

Handlung:

2023 – die Welt steht vor dem Untergang. Fiese, wandlungsfähige Roboter, die Sentinels, machen Jagd auf Mutanten und Mutantenfreunde. Die Welt versinkt im Chaos, es herrschen Furcht und Gewalt. Nur mit Mühe und Not schaffen es einige X-Men, wie Iceman, Kitty Pride oder Charles Xavier, den Angriffen der Sentinels zu entgehen. Die Roboter stellen eine unbezwingbare Waffe dar, denn mit den Wandler-Genen von Mystique versehen, sind sie in der Lage sich an jede Mutation anzupassen. Es bleibt nur eine Möglichkeit: Indem sie mit den Fähigkeiten von Kitty Pride den Geist des Mutanten Wolverine in die Vergangenheit schicken, wollen Sie verhindern, dass die Menschen je in den Besitz von Mystiques Genen gelangen. Hierfür muss Logan im Jahr 1973 das alte Team vereinen und Mystique davor bewahren den Erfinder der Sentinels zu ermorden. Es beginnt ein wortwörtlicher Wettlauf mit der Zeit.

Kritik:

Als riesige X-Men-Fans haben wir dem Zusammentreffen der alten und neuen Mutanten schon lange entgegen gefiebert. Ein gewisser rosafarbener Schleier vor den Augen blieb beim Anschauen des Films sicher nicht aus. Trotzdem sei bereits gesagt, der Film ist sehenswert.

Die neue Herangehensweise von „X-Men – Erste Entscheidung“ (2011) wird auch in diesem Film fortgesetzt. Große Actionszenen treten in den Hintergrund und die Entwicklung der Charaktere dominiert den Film. Im Zentrum steht die Moral, dass man sein Schicksal und seine Persönlichkeit ändern kann. Große Explosionen und erbitterte Kämpfe im Minutentakt wären da fehl am Platz. Einige X-Men-Fans werden sicher enttäuscht sein, dass sie auf eine geballte Portion Action verzichten müssen, doch wir finden, ein der Tiefgang tut der Story keinen Abbruch. Im Gegenteil, der neue X-Men versteht es, die großartige Besetzung gekonnt auszunutzen. Zahlreiche bekannte Schauspieler tummeln sich in Vergangenheit und Zukunft und können beweisen was in Ihnen steckt – mutierte Schauspielgene. Gerade die junge Generation, wie Jennifer Lawrence (Die Tribute von Panem), James McAvoy und Michael Fassbender können glänzen. Sie liefern den größten Kampf mit den inneren Dämonen und den eigenen Überzeugungen. Ein medikamentenabhäniger Xavier muss den Weg zurück zum hoffnungsvollen Professor in sich finden. Magneto muss sich zwischen seiner Freundschaft zu Charles und seiner Furcht vor der Vernichtung der Mutanten entscheiden. Mystique steht zwischen ihren beiden Mentoren und muss erst noch lernen ihren eigenen Weg zu finden.

Trotz der Kenntnisse über die Zukunft, wie wir sie aus der X-Men-Trilogie kennen, bleiben diese Entwicklungen spannend. Immerhin geht es hier darum die Zukunft zu verändern. Verstärkt wird die Spannung durch den Hinweis darauf, dass nicht klar ist, welche Zeitlogik zugrunde liegt und wir somit bis zum Ende nicht wissen, ob oder welche Auswirkungen die Ereignisse in der Vergangenheit haben werden. Der Wechsel zwischen Zukunft und Vergangenheit ist manchmal etwas hart, gelingt aber zumeist durch logische Verknüpfungen. Besonders das Ende lässt mit seinen schnellen Schnitten das Herz höher schlagen, denn die Uhr tickt. Obwohl besonders zu Beginn gewisse Unstimmigkeiten zwischen den Zeitlinien aufkommen, schafft es der Film, diese an späteren Stellen aufzuklären und immer wieder gekonnt kleine Querverweise zu den bisherigen Filmen einzubauen. Gerade diese Verweise lassen das Herz echter X-Men-Fans höher schlagen und bringen einige Schmunzler.

Damit es nicht langweilig wird, wird mit Quicksilver ein weiterer Mutant aus der X-Men-Reihe eingeführt, dem wir bisher noch nicht begegnen durften. Evan Peters überzeugt als quirliger Mutant mit unmenschlicher Schnelligkeit. Seine unbeschwerte, leichte Art ist erfrischend und erheiternd. Er ist der absolute Witzbold des Films und sorgt für zahlreiche Lacher. Wir sind gespannt ob Aaron Johnson mit seiner Darstellung im neuen Avengers-Film da mithalten kann. Einziges Manko an der X-Men-Version: Quicksilver verlässt viel zu schnell das Team. Bitte im nächsten Teil mehr davon und vielleicht bringt er ja auch seine Schwester mit. X-Men-Fans aufgepasst, wer auf Details achtet, entdeckt Hinweise auf die Familienverhältnisse des temporeichen Mutanten.

Auch Gänsehautmomente und feuchte Augen bleiben uns nicht erspart. Wer vom inneren Kampf Xaviers bei der Konfrontation mit Wolverines Erinnerungen nicht Gänsepelle bekommt, den lässt wohl auch ein Fallschirmsprung kalt. Unglaublich auch die krassen gegensätzlichen Handlungen Magnetos. Will er als junger Mann noch kaltblütig Mystique ermorden, um die Zukunft zu retten, ist er in der Zukunft bereit sich für seine Freunde zu opfern. Diese Entschlossenheit und gleichzeitige Erkenntnis über den nahenden Tod, die in den Augen Ian McKellens aufblitzen, gehen total unter die Haut.

Ein paar negative Punkte bleiben aber auch beim Mutanten-Spektakel nicht aus. Gewisse Anspielungen auf die amerikanische Geschichte schreien zu sehr nach Hollywood. Peter Dinklage als fieser Wissenschaftler Trask schafft es durchaus zu überzeugen, doch wirkt sein Charakter eher platt. Sein Hass auf Mutanten wirkt reduziert auf das typische Überkompensations-Problem. Mal im Ernst, nur weil er kleinwüchsig ist, hasst er Menschen, deren Gene sie zu etwas Besonderem machen? Wirklich einfallslos. Das Ende des Films lässt leider einige Fragen bezüglich des zeitlichen Verlaufs offen. Sicher will man sich damit die Option auf einen weiteren Film offen halten, doch ganz will das auch nicht klappen. Und ohne zu viel verraten zu wollen, kam euch da bei Wolverine in puncto Klingen auch eine gewisse Frage in den Kopf?

Fazit:

Sicher werden einige die lange Storyline mit vielen Dialogen und Charakterdarstellungen bemängeln und sehnen sich nach halsbrecherischen Mutanten-Fights zurück. Doch wir finden die neue Ernsthaftigkeit der X-Men belebend. Und jetzt mal ehrlich, all unsere Lieblings-Mutanten der letzten Jahre in einem Film – das kann nur gut sein.

PS: Wie immer heißt es, sitzen bleiben. Nach dem Abspann erwartet euch das übliche Marvel Easter Egg.

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[atari]

 

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