Filmkritik: Bad Neighbors

Füße hoch, der Witz kommt flach!

Zwischen Spider-Man, Godzilla und den Mutanten aus X-Men drängelt sich die ein oder andere Komödie, die den Sommer einläuten soll. Nicholas Stoller, der bereits in Filmen wie „Fast verheiratet“, „Männertrip“ und „Nie wieder Sex mit der Ex“ bewiesen hat, dass er massentauglichen Humor abliefern kann, hielt in „Bad Neighbors“ an bewährten Mustern fest – im positiven wie im negativen Sinne.

Quelle Trailer: UniversalPicturesDE

Handlung:

Kelly und Mac Radner ergeben gemeinsam mit ihrer bezaubernden Tochter eine Bilderbuchfamilie in der behüteten Vorstadt. Die wilden Jahre sind vorbei und sie genießen ihr neues Spießerleben. Zumindest bis zu dem Tag, als nebenan eine Studentenverbindung einzieht, die alle Klischees über tobende, laute, ungestüme Hochschüler bestätigt. Anfangs versuchen Kelly und Mac es im Guten mit ihren neuen Nachbarn, doch in puncto Kompromissbereitschaft stößt die Familie auf taube Ohren bei dem Partyvolk. Die einen mähen Gras, die anderen rauchen es. Was mit kindischen Kleinkriegen beginnt, wächst nach und nach zu einer regelrechten Schlacht heran – und die Eskalation ist zum Greifen nah…

Kritik:

Dass die Story altbewährt und vorhersehbar ist, muss gar nicht erst betont werden. Aber darum geht es in Komödien ja auch nicht. Ein solcher Film muss Identifikation bieten, an den richtigen Stellen überraschen und Lachanfälle erzeugen, die gerne mal in Richtung Ekel und Scham schaukeln. Was das Letztere angeht, trifft „Bad Neighbors“ ins Schwarze. Penisphobiker und Keuschheitsliebende sollten einen Bogen um diesen Film machen, denn an nackten Tatsachen mangelt es hier nicht. Der Großteil der Witze, insbesondere was die Studenten rund um Verbindungspräsident Zac Efron angeht, ist sexuell ausgelegt, jedoch in den wenigsten Fällen clever, sondern oftmals zu erzwungen-lustig. Die gewollt witzigen Szenen erwirken leider oft nur geringes Mundwinkelzucken.

Einen guten Kontrast bildet hier vor allem das Zusammenspiel zwischen Seth Rogen und Rose Byrne, die mit flotten Sprüchen und insbesondere durch Mimik für einige Lacher sorgen. Den größten Unterhaltungswert bietet nicht der Nachbarschaftsstreit, sondern das gegenseitige urkomische Aufschaukeln des Ehepaares gegen ihren gemeinsamen Feind, wenn sie Pläne schmieden, um wieder Frieden in der Vorstadt herzustellen. Rose Byrne beweist mal wieder, dass entgegen einer verbreiteten Annahme schöne Frauen lustig ein können. Seth Rogen begrüßt uns in seiner Paraderolle als liebenswertes, verpeiltes erwachsenes Kind. Nachdem Zac Efron zwischen Teeniefilmen, Komödien und ernsten Filmen hin- und herprobiert hat, scheint er es sich momentan im Comedygenre gemütlich zu machen. Aber irgendwie passt der Schuh nicht recht. Efron ist Augenfutter, aber wird wohl keine große Nummer in der Comedy-Sparte.

Ein besonderes Highlight des Films bieten die unzähligen Anspielungen auf die Popkultur. Filmfans kommen insbesondere durch die immer wieder aufpoppenden Verweise in den Genuss eines Ratespiels und finden Anspielungen auf u. a. Taxi Driver, Pulp Fiction, The Shining, The Dark Knight, Breaking Bad und Mad Men.

Fazit:

„Bad Neighbors“ ist kein Film zum Nachdenken. Die Bedienungsanleitung liest sich folgendermaßen: Entspannt hinsetzen, Hirn und Schamgefühl abschalten und los geht die wilde Fahrt durch gepflegte Vorgärten und liebevoll gestrichene Panierhäuser, mitten rein in die alkoholtriefende und grasverräucherte Neonparty.

06-couchpotatos-neu

 

 

[reibeisen]

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3 Gedanken zu “Filmkritik: Bad Neighbors

  1. Tolle Rezi, denn es trifft genau auf den Punkt! Netter Film mit teilweise lustigen und teilweise zu überspitzten Szenen. Aber hey, Zac Efron oben ohne lohnt sich ja immer 😉

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  2. Pingback: Filmkritik: The Interview | Motion Picture Maniacs

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