X-Men Special – Part 6 – „Erste Entscheidung“

X-Men: Erste Entscheidung


Quelle Trailer: FoxKino

Marvel’s geheime Verjüngungskur

Einige Zeit war es still geworden um die legendären Mutanten. Fünf Jahre mussten wir warten bis sich 2011 endlich wieder die X-Men zu einem Team zusammengeschlossen haben. Mit Matthew Vaughn fand sich ein neuer Regisseur und Drehbuchautor, der uns die Mutanten wieder zurück auf die Kinoleinwand brachte.

„X-Men: Erste Entscheidung“ schließt nicht nahtlos an seinen Vorgänger „X-Men: Der letzte Widerstand“ an, sondern bildet ein Prequel der Reihe. Der Zuschauer erfährt endlich, wie es überhaupt zum Zusammenschluss der X-Men kam. Wie bei „X-Men Origins: Wolverine“ geht man hier zurück zu den Wurzeln.

Handlung:

Der Film beginnt zu Zeiten des zweiten Weltkriegs. In einem Konzentrationslager wird ein gefangener Junge zum Versuchsobjekt der Nationalsozialisten. Sie wollen durch Wut seine Fähigkeit Metall zu kontrollieren heraufbeschwören. Sie töten die Mutter des Jungen, woraufhin sein unbändiger Hass und seine Trauer die wahre Macht seiner Kräfte erwecken. Der kleine Junge ist Erik Lehnsherr – Magneto. Zur selben Zeit vernimmt ein britischer Junge merkwürdige Geräusche in seinem Haus. Er begibt sich in die Küche und trifft dort auf seine Mutter, scheinbar. Denn er kann an den Gedanken dieser Person lesen, dass dies nicht seine Mutter ist. Tatsächlich steht vor ihm ein kleines Mädchen mit blauer Haut und rotem Haar – Raven Darkholme. Die beiden Kinder sind die Gestaltwandlerin Mystique und der Telepath Charles Xavier.

Es vergehen etwa 20 Jahre, in denen die drei Mutanten erwachsen werden. Erik (Michael Fassbender) begibt sich auf die Suche nach den Mördern seiner Mutter, darunter Sebastian Shaw (Kevin Bacon), um an ihnen Rache zu üben. Charles (James McAvoy) ist mittlerweile ein angesehener Experte für Genmutationen und Mystique (Jennifer Lawrence) begleitet ihn. Gleichzeitig ist CIA-Agentin Moira MacTaggert (Rose Byrne) in Las Vegas dabei eine Verschwörung aufzudecken. Sie trifft hierbei auf Sebastian Shaw und sein Gefolge, die sich als Mutanten entpuppen. Um gegen solch besondere Menschen anzukommen sieht sie nur einen Weg, sie braucht einen Spezialisten für Genetik – Charles Xavier. Moira rekrutiert ihn und Raven für die CIA. Mit den telepathischen Fähigkeiten von Charles spüren sie Shaw auf und treffen auf Erik, der gerade im Begriff war sich Shaws anzunehmen, doch mit seinen untrainierten Kräften nicht in der Lage ist, es mit ihm aufzunehmen. Denn Sebastian kann Energie aufnehmen und sie weiterleiten, so trotzt er sogar den gewaltigsten Explosionen und bleibt auf ewig jung.

Bald stellt sich heraus, dass Shaw einen Atomkrieg zwischen Russland und den USA auslösen will, mit dem Ziel neue Mutanten durch die Strahlung zu erzeugen. Um gegen diese große Bedrohung zu kämpfen, schließen sich Erik, Charles, Mystique und eine CIA-Sonderabteilung zusammen. In dieser Sonderabteilung befindet sich bereits ein weiterer Mutant – Hank McCoy (Nicholas Hoult). Er ist ein genialer Wissenschaftler und X-Men-Fans als Beast bekannt. Mit Hilfe des von Hank entwickelten Geräts Cerebro, welches die Kräfte von Xavier verstärkt, spüren sie noch weitere Mutanten auf um Shaws Truppe etwas entgegensetzen zu können. Charles Team schafft es die vier jungen Mutanten Havok (Lucas Till), Angel (Zoe Kravitz), Darwin (Edi Gathegi) und Banshee (Caleb Landry Jones) für sich zu gewinnen. Damit sind die Fronten gebildet für den ersten Kampf unter Mutanten und die Rettung der Welt.

Kritik:

„X-Men: Erste Entscheidung“ ist ein gelungenes Prequel, das mit Liebe zum Detail den Weg der jungen Mutanten zu unseren altbekannten Helden aufzeigt. Gute Charaktere, Action und etwas Witz bringen Unterhaltung ins heimische Filmtheater. Besonders hervorzuheben ist die feine Art, mit der die jeweilige Persönlichkeitsentwicklung vorangesponnen wird. Stück für Stück kommen die Helden ihrem Alter Ego aus der X-Men-Reihe immer näher. Die durchaus ansehnliche Besetzung trägt ihren Teil dazu bei und setzt die richtigen Akzente. So ist Charles X. Xavier anfänglich noch ein Playboy und ausgelassener Aufreißer, der sich immer mehr zum verantwortungsbewussten Professor entwickelt. James McAvoys Mimikspiel ist dabei außergewöhnlich. Was dieser Mann mit seinen Augenbrauen kann, macht ihn schon fast zu einem echten Mutanten. Mystique zeigt sich in diesem Film von ihrer weichen und gefühlvollen, ja teilweise unsicheren Seite. Erst später entwickelt sie ihr starkes Selbstbewusstsein und den Stolz ein Mutant zu sein. Ebenso gekonnt schleichend vollzieht sich ihre Hinwendung zu Magneto. Außerdem ist es erfrischend mit Jennifer Lawrence mal eine Heldin zu sehen, die nicht dem Magerwahn erliegt und uns frauliche Rundungen zeigt. Erik hat zwar ständig diesen harten Gesichtsausdruck, wodurch er sich eindeutig von den anderen absetzt, dennoch erkennt man Gutes und Liebe in ihm. Bis zum Schluss erhält sich die Hoffnung aufrecht, dass Mystique und Magneto sich doch nicht der bösen Seite zuwenden, obwohl man die Wahrheit eigentlich schon kennt. Eine schöne Auflockerung liefert Nicholas Hoult als anfänglich unsicheres und unbeholfenes Genie, bevor er zum blauen Fellmonster mutiert, das leider etwas zu offensichtlich animiert aussieht. Dennoch wurde es langsam Zeit Beast wieder einzuführen, stellt er doch in der Serie einen der Hauptcharaktere dar.

Ein Highlight dieses Films sind die wohl ersten Mutanten-Bro’s der Geschichte. Endlich erfährt der Zuschauer welch anfänglich doch starke Freundschaft Erik und Charles verbindet. Es herrscht eine enge Bindung zwischen den später verfeindeten Männern. Hier wird auch wieder die Liebe zum Detail deutlich, wenn es darum geht, den Film mit seinen Vorgängern zu verbinden. So darf man die beiden Freunde beim Schachspielen beobachten und fühlt sich sogleich an den zweiten Teil der X-Men-Serie erinnert, als Prof. Xavier für eine Partie Schach Magneto im Gefängnis besucht. Solche Bonbons finden sich auch in einem kurzen Auftritt von Wolverine, der Maschine Cerebro oder dem Helm Magnetos.

Einziger Wehrmutstropfen in diesem Film stellt der politische Plot dar, um den sich der Rest der Story spinnt. Inhaltlich sind Mutanten und Politik durchaus logisch verknüpft, aber auf der Stimmungsebene lassen sie sich nicht wirklich vereinen. So wirken beide Stränge doch etwas lose miteinander verbunden. Hinzu kommt, dass die Machtspiele zwischen USA und Russland eine ständige Untertitelung der russischen Charaktere erfordern, was auf Dauer sehr ermüdend ist.

Fazit:

Das X-Men-Prequel ist trotz der Kritikpunkte eine rundum unterhaltsame Comic-Verfilmung, die an die Erfolge der vorigen Werke anknüpfen kann. Der Verzicht auf zu viel Action und große Kämpfe tut dem Film sehr gut und lässt Raum für die charakterlichen Entwicklungen, welche hier auch im Vordergrund stehen sollten. Es wurde eine schöne Verbindung zur X-Men-Triologie geschaffen, die Lust auf mehr macht.

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4 Gedanken zu “X-Men Special – Part 6 – „Erste Entscheidung“

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