Filmkritik: Die Bestimmung – Divergent

Die Bestimmung – Divergent

Mit Divergent ist nach „Twilight“, „The Hunger Games“ und „City of Bones“ eine weitere Verfilmung von Jugendbuch-Bestsellern gestartet. Romanautorin Veronica Roth hat eine fiktionale, dystopische Welt geschaffen, die wie gemacht ist für eine spannende Filmreihe. Ob dies im ersten Teil der als Vierteiler angelegten Adaption bereits gelungen ist, lest ihr hier.

Quelle Trailer: Concorde Filmverleih

Handlung:

Ein Krieg hat die Zivilisation fast vollständig zerstört. Die Überlebenden im heruntergekommenen Chicago werden von nun an in ein Kastensystem aufgeteilt. Die Kinder der Gesellschaft leben bis sie 16 Jahre alt sind in der Fraktion ihrer Familien, doch dann bestimmt ein Persönlichkeitstest die für sie passende Kaste und damit ihren persönlichen weiteren Lebensweg. Als Beatrice ‚Tris‘ Prior (Shailene Woodley) sich dem Eignungstest unterzieht, zeigt dieser keine eindeutige Tendenz zu einer Fraktion. Sie ist eine Unbestimmte und gilt damit als Gefahr für die Gemeinschaft. Tris entscheidet sich, ihre bisherige Fraktion zu verlassen, und sich den übermütigen und aufregenden Ferox anzuschließen. Die wilde Truppe, die von nun an ihre neue Familie darstellt, verlangt Tris alles ab. Als dann auch noch eine Verschwörung gegen die Unbestimmten überhand nimmt, muss Tris anfangen zu kämpfen – für sich und für alle, die sie liebt…

Kritik:

Regisseur Neil Burger hat bereits mit seinem Film „Ohne Limit“, in dem Bradley Cooper Dank einer geheimnisvollen Droge beeindruckende Klugheit und Kreativität erlangt, einen Geheimtipp abgeliefert, der von Beginn an neugierig macht und die Anspannung hochschraubt. „Die Bestimmung“ startet mit einer genauen Beschreibung der futuristischen Umstände und der Unterteilung der Menschen in Fraktionen. Jugendliche werden gemäß ihrer Persönlichkeit und Begabungen in verschiedene Kasten eingeteilt – ein Vorgehen, das an die Hauseinteilung des sprechenden Huts in Harry Potters Zauberschule erinnert. Und mit Ähnlichkeiten zu anderen Jugendbüchern geht es weiter. Unsere Protagonistin Tris ist außergewöhnlich und hinterfragt die Handlungsanweisungen und Machenschaften der Regierung – Katniss Everdeen aus Disctrict 12 aus die Tribute von Panem lässt grüßen. Später verguckt sich Tris in einen böse und gefährlich erscheinenden jungen Mann. Die Beziehung zwischen den beiden soll eine gefährliche und höchst romantische Liebe darstellen, was ein wenig an Edward und Bella in Twilight erinnert.

Alles ist irgendwo schon mal sehr ähnlich dagewesen und hat schon mal als erfolgreiches Fandom funktioniert. Beste Voraussetzungen also für eine neue Fankultur? Die Ähnlichkeiten sind – ob absichtlich abgekupfert oder nicht – kein Indiz für eine schlechte Story! Allerdings führen sie dazu, dass es im Film an überraschenden Wendungen sowie interessanten neuen Handlungssträngen und Storyideen mangelt.

Oscar-Preisträgerin Kate Winslet ist als böse und intrigante Regierungsanführerin kein ernstzunehmender Gegner. Sie kann zwar böse gucken, doch ist im Film leicht zu hintergehen und aus dem Verkehr zu ziehen.

Hauptfigur Tris ist ein süßes Mädchen mit Rehaugen und passt damit sehr gut in die Rolle des unbeholfenen naiven Mädchens, das sich unsicher in ihrer Welt bewegt. Doch der plötzliche Wandel zur toughen Kämpferin ist unglaubwürdig. Die Schauspielerin, Leinwand-Newcomer Shailene Woodley, ist bald auch in einer Buchverfilmung von einem der aktuellen Starautoren unter den Jugendbüchern, John Green, zu sehen, in dem Drama „The Fault in our Stars“. Die Rolle der melancholischen krebskranken Hazel wird sehr gut zu ihrer Ausstrahlung passen. Sie ist jedoch keine Katniss.

Fazit:

Im Film wurde eine aufregende Welt geschaffen, in der die Underdogs die Helden sind. Alles in allem ist er trotz zahlreicher Versuche der Story Härte zu verleihen, wie z. B. durch miese gepiercte Typen oder Tätowierungen, sehr mädchenhaft, zu romantisch und zu weich. Die Grundidee klingt spannend, ist jedoch zu vorhersehbar und klischeebeladen. Da sich „Die Bestimmung“ jedoch an die Zielgruppe des Jugendbuchs richtet, und damit an junge weibliche Teenager, darf die Kritik nicht zu hart ausfallen. Für einen netten Nachmittag taugt die Science-Fiction Story allemal.

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[reibeisen]

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3 Gedanken zu “Filmkritik: Die Bestimmung – Divergent

  1. Hallöchen 😉
    Ja, ich glaub um den Film kann man sich streiten, aber es ist definitiv mal eine schöne Buchadaption und im Vergleich zum Buch auch besser als Panem adaptiert wurde. Leider kam Tris am Anfang vielleicht naiv rüber, was sie aber nie was – sie war immer die toughe Kämpferin. Was mich leider etwas stutzig machte war das Ende. Kennt man die Bücher nicht, denkt man sicher: und jetzt? Viele Kinozuschauer wussten nicht, dass es eine Buchverfilmung war (jedenfalls bei mir im Saal) und das es folglich noch zwei Filme geben könnte. Das hätte man doch irgendwie etwas anders regeln können, denn im zweiten Teil geht es actionreich weiter 😉
    Kate Winslet fand ich auch unpassend…

    Eure Inka 😉

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    • Huhu Inka,

      genauso war es tatsächlich mit dem Ende. Man erwartet jetzt als Buch-Nichtkenner nicht unbedingt eine Fortsetzung. leider ist es ja meistens so, dass Buchfans von Verfilmungen enttäuscht sind. Geht es dir bei Divergent ähnlich? Ich kenne das Buch nicht und denke mir nun nach dem – leider enttäuschendem – film, dass ich vllt. mal das Buch lesen sollte. Die Folgeverfilmungen werde ich aus Interesse sicher auch angucken.

      LG Ines

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  2. Pingback: Filmkritik: Die Bücherdiebin | Motion Picture Maniacs

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