Filmkritik: The LEGO Movie

Lego, Batman und jede Menge Lacher

Schon lange begeistern uns die zahlreichen Lego-Games und Lego-TV-Produktionen. Endlich haben es die kleinen, gelben Spielzeugfiguren auch auf die große Kinoleinwand geschafft. In unseren Kinostarts prognostizierten wir bereits satte Unterhaltung und wurden nicht enttäuscht. Euch erwartet nicht nur eine Reise in die Kindheit mit Stops in den zahlreichen Lego-Welten, sondern auch bekannte Helden aus anderen Movies. Also aufpassen, wo ihr hintretet, es könnte ein Legostein auf dem Boden liegen.

Handlung:

Emmet ist ein einfacher Anleitungs-Arbeiter. Tagein, Tagaus arbeitet und lebt er strikt nach Anleitung. Es gibt eine Anleitung, wie man Häuser baut, aber auch, wie man sich so anpasst, um nicht aufzufallen. Trotz diesem stupiden Einheitsbrei, vollgepackt mit Regeln, sind Stadtbewohner glücklich und singen stundelangen „Everything is awesome“ – Vorsicht: absolute ungewollter Ohrwurm-Gefahr. Doch mitten in das strukturierte Leben von Emmet platzt Wyldstyle, eine taffe Powerfrau. Durch sie stößt Emmet auf ein magisches Objekt und wird fälschlicherweise für den Erlöser, den einen Meisterbauer, gehalten, der die Welt retten soll. Denn der Präsident von Emmets Heimatstadt ist in Wahrheit der Bösewicht Lord Business, der mit seiner Geheimwaffe dem Superkleber, die Lego-Welt nach seinen Vorstellungen gestalten will. Nun ist es an Emmet und einigen Widerständlern, Lord Business aufzuhalten und die Katastrophe abzuwenden.

Kritik:

Das Regisseuren-Duo Phil Lord und Chris Miller hat bereits mit „Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen“ bewiesen, dass sie ein Talent für lustige und unterhaltsame Animationsfilme haben. Zu Recht würden sie für den Lego-Movie ins Boot geholt und beweisen erneut ihr Gefühl für Komik. Eins sollte euch klar sein, The Lego Movie, ist kein klassischer Kinderfilm. Vielmehr erfreut sich das innere Kind an diesem Film. Dieser Film ist für alle, die mit Lego aufgewachsen sind, und sich die Liebe zu den kleinen Figuren bewahrt haben.

Die Story um Emmet ist sicher nicht neu. Der Normalo, der auf einmal zum Helden wird und Abenteuer bestehen muss. Doch ist der Ansatz einfach gut umgesetzt. Mit einer Prise Ironie und dem Mut sich selbst aufs Korn zu nehmen, ist für jede Menge Unterhaltung gesorgt. Erwachsene freuen sich über zahlreiche Referenzen auf das Legouniversum und andere Film-Hits. Kinder kommen besonders mit klassischem Slapstick auf ihre Kosten. Sicher haben kennen wir alle den Gag des Helden, der eine Klipper hinunterstürzt und selbst dann noch weiterschreit obwohl er längst am Boden aufgekommen ist, doch schafft es Lego die alten Gags noch ein Stück weiter auf die Spitze zu treiben und sorgt selbst mit einem niedrigen humoristischen Niveau für jede Menge Lacher. Doch nur wer sich gut auskennt in der Film- und Heldenwelt, kommt hier voll auf seine Kosten. Referenzen auf Batman und Co. sind gekonnt eingebaut und müssen natürlich verstanden werden, um zu zünden. Doch wer fließend Filmzitate spricht, der kommt aus dem Lachen nicht mehr raus.

Hut ab auch vor den Animationskunst mit Legosteinen. Hier wollte wohl jemand zeigen, was er kann, denn einfach alles neigt dazu, zu explodieren. Pferde, die eine Klippe hinabstürzen – sie explodieren. Ein Holzwagen, der in einen Schweinestall fährt – er explodiert. Zahlreiche einzelne Legoteilchen fliegen umher und die roten Plastikflammen züngeln aus dem Boden. Das ist nicht nur schön anzusehen, sonder auch durch die Selbstironie, wieder urkomisch. Aus jedem noch so kuriosen Teil, werden a la MacGyver die größten Raumschiffe und modernsten Motorräder gebaut. Einen Kopf als Rad verwenden? Bei Lego kein Problem. Denn bauen ohne Anleitung hat uns doch allen am meisten Spaß gemacht.

Die Anleitung mal vergessen und der Kreativität freien Lauf lassen. Das ist auch die Kernaussage des Films, die bei den ganzen Witzen und wilden Explosionen eher untergeht. Zum Ende wird mit dem typischen dem Schöpfer gegenübertreten ein Ausflug in die reale Welt unternommen, der eine unnötige Moral in die Geschichte bringen soll. Leider reißen diese Szenen den Zuschauer aus dem bisherigen Handlungsstrang und sind weder originell, noch unterhaltsam. Ein Film der vor Absurditäten nur so strotzt und eben genau damit spielt, der hat eine Moralkeule gar nicht nötig.

Dafür dürfen wir mal ein Lob an die deutsche Synchronisation aussprechen. Hier wurde versucht, so viele Rollen, wie möglich, mit deren Original-Synchronstimmen zu besetzen. So wird Batman, wie in der Dark Knight-Trilogie üblich, von David Nathan gesprochen. Wer kann sich schon ein Lachen verkneifen, wenn die kleine Lego-Figur im düsteren Ton flüstert „Ich bin Batman“. Gerade unsere freundliche Fledermaus aus Gotham City sorgt für zahlreiche Lacher und ist zumindest für uns der heimliche Held des Films, der Held den dieser Film verdient.

Fazit:

The LEGO Movie ist einfache Unterhaltung, die sicher jeden überzeugt. Erwachsene begeben sich auf eine Reise in die Kindheit und Kinder erleben ihr Spielzeug auf der Kinoleinwand. Doch nur wer sich sowohl in der Lego- als auch Filmwelt wirklich auskennt, versteht jeden Witz. Der perfekte Film für jeden Nerd und unterhaltsames Popcorn-Kino für alle anderen.

8 von 10 Couchpotatoes. Die Couchpotato ist das Maskottchen, eine Comic-Kartoffel.

[atari]

Quelle Trailer: Warner Bros. DE

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4 Gedanken zu “Filmkritik: The LEGO Movie

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