Filmkritik: Sabotage


Sabotage kommt am 10. April in die Kinos. Bei uns lest ihr schon heute eine Einschätzung des Actiondramas mit Arnold Schwarzenegger. Sneak Previews sind nichts für Leute, die keine Überraschungen mögen. Als ich Anfang März eine dieser Überraschungs-Filmpremieren aufsuchte, hoffte ich auf die Buchverfilmung „A long Way down“ und fand mich stattdessen in einer Vorstellung von Mr. Universe, Schwarzenegger, neuestem Film wieder. Die Euphorie hielt sich in Grenzen – schließlich ist Arnie in den letzten Jahren nicht mit herausragenden Movies in den Kinoschlagzeilen gelandet. Trotzdem ließ ich mich auf dieses vorteilsgetrübte Abenteuer ein.

Handlung:

Breacher (Arnold Schwarzenegger) ist Anführer einer Spezialeinheit der Anti-Drogen-Behörde DEA. Gemeinsam mit seinem Team, einer Horde wilder, ungezähmter und angstfreier Barbaren, ist er immer den gefährlichsten Drogenkartellen der Welt auf der Fährte. In einem besonders haarigen Fall zwackt die Truppe zehn Millionen Dollar für den Eigenbedarf ab, doch als das Team die Beute später holen will, ist sie verschwunden. Nachdem wegen der verschwundenen Drogenkohle sechs Monate gegen Breachers Einheit ermittelt wird, landet der Fall ungelöst in den Akten. Doch dann wird es erst richtig kritisch: Die Mitglieder aus Breachers Team fallen einer nach dem anderen tot um. Breacher beginnt auf eigene Faust zu ermitteln. Schwört ein Drogenkartell Rache gegen die DEA oder sitzt der Feind mit im eigenen Boot?

Kritik:

Regisseur David Ayer fühlt sich wohl in der filmischen Welt von Korruption, Spezialeinheiten und bösen Buben. Sein Mitwirken an Actiondramen wie Harsh Times, Training Day, End of Watch und zuletzt Sabotage zeigt, dass er es drauf hat, gewalttätige Stories an emotionale Helden zu haften. Dennoch sind viele seiner Filme thematisch und vom Ablauf her ähnlich. Auch Sabotage reiht sich hier mit ein.

Breacher, Monster, Sugar, Grinder, Neck – das sind keine Alienroboterdinos aus einem 80er Jahre Cartoon, sondern die Nicknames einer Schar von Antidrogen-Spezialisten der DEA, die sich furchtlos und mit einer gehörigen Prise derbem Zynismus, korrupten Kartellen entgegen stellen. Die wilde Truppe rund um den alternden, aber immer noch stahlhart durchtrainierten Arnie, wirkt wie ein Rudel unerzogener Wolfswelpen, bei denen man nie sicher sein kann, wann sie aus der Reihe tanzen und etwas Dummes tun. Genau diese erzeugte Skepsis macht den Film spannend. Wenn die Teammitglieder reihum sterben, beginnt das große Rätselraten um den Täter. Inmitten der großen und gestählten Männer tänzelt Lizzy (Mireille Enos), die als drogenabhängige zierliche Frau zugleich das schwächste und gefährlichste Member der Einheit zu sein scheint. Der impulsive Haufen gewinnt die Zuschauersympathien mit derben Sprüchen, komischer Ironie und einem überraschend gutem Teamwork.

Sabotage hat alles, was ein guter Actionfilm braucht: eine nachvollziehbare Grundstory, coole Charaktere, witzige Nebenhandlungen (z. B. eine etwas fragwürdige Mini-Romanze, die im Kino für lautstarke Ablehnung sorgte), Geheimniskrämerei und natürlich jede Menge Geballer und brutale Szenen. Sogar so brutal, dass der Film ein Rating ab 18 erhielt und somit zwischen der Vielzahl an heutigen Actionthrillern, die größtenteils ab 12 Jahren freigegeben werden (*hust* Robocop), hervorsticht.

Um die Spannungskurve besonders anzuheben und die Aufmerksamkeit zu steigern, bediente sich Regisseur Ayer zum Teil der asynchronen Erzählweise: Zwei Handlungen, die zeitversetzt stattfinden, werden simultan gezeigt. Der gewünschte Effekt tritt ein – man fiebert bangend mit ohne zu wissen, dass jegliche Versuche eines Eingreifens sinnlos, da bereits zu spät, sind. In Sabotage war die Erzählweise oft nicht sofort zu erkennen und hinterließ daher häufig konfuse Gesichter, die sich verwirrt zu ihrem Kinositznachbarn drehten.

Die schnellen Schnitte, insbesondere bei detailreichen Actionszenen, in denen sehr viel in sehr kurzer Zeit passiert, machen es zudem manchmal schwer, der Handlung zu folgen. Zu häufig lässt der Film Bilder statt Menschen sprechen. Das erschwert insbesondere das Verständnis für Brechers Hintergrundgeschichte, die eigentlich eine Rahmenhandlung im Film bilden sollte, aber bis auf kurzes Aufflackern zum Ende fast völlig untergeht. Im Fokus der Story stehen nämlich eigentlich die zum Tode gefolterte Familie von Breacher und sein Rachefeldzug gegen die skrupellosen Täter.

Fazit:

Sabotage ist insgesamt düster, drückend und sehr blutig. Aufgrund seiner ironisch komischen Dialoge und seit langem mal wieder echter, ungeschönter Actioneinlagen, ist der Film dennoch für jeden Actionfeund und vor allem Arniefan empfehlenswert.

Quelle Trailer: vipmagazin

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[reibeisen]

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