Filmkritik: The Wolf of Wall Street

Wer hat Angst vorm bösen Wolf?

New York City Mitte der 80er Jahre: Der junge Jordan Belfort (Leonardo DiCaprio) träumt seinen ganz eigenen American Dream und weiß genau, wie er diesen erreichen will. Er steigt mithilfe von Mark Hanna (Matthew McConaughey) an der Börse ein und fuchst sich innerhalb kürzester Zeit zum Vorzeige-Spekulanten. Ausgerechnet als er auf seinem erstmaligen Zenit ankommt, wirft ihn – wie viele andere Broker – ein gewaltiger Börsenkrach, der Black Monday, aus den Latschen. Doch der ehrgeizige Belfort bleibt nicht lange am Boden. Durch Cleverness und beeindruckende Überzeugungskunst gründet er zusammen mit anderen (darunter Jonah Hill) eine eigene Maklerfirma, die er in rasanter Geschwindigkeit hochzieht. Schnell sind er und seine Mitgründer Millionäre und kosten ihren neuen Lebensstil exzessiv aus. Sex im Büro, Drogen zu jeder Tageszeit, Sportwagen und Luxusartikel bestimmen von nun an den Alltag. Der enorme Erfolg der Firma macht die Presse neugierig. In einem Artikel wird Belfort als der „Wolf of Wall Street“ betitelt. Doch nicht nur die Medien werden aufgrund seines raschen Erfolgs stutzig, auch das FBI riecht einen falschen Braten, allen voran Agent Patrick Denham (Kyle Chandler).

Handlung:

Martin Scorsese ist einer der renommiertesten und einflussreichsten Filmemacher der Welt (“Departed – Unter Feinden” 2006, “GoodFellas – Drei Jahrzehnte in der Mafia” 1990, “Taxi Driver” 1976 u. v. a.). Wo sein Name drauf steht, sind die Erwartungen enorm. Das gilt sowohl für Zuschauer, als auch für alle am Set. Jonah Hill soll laut eigener Aussage nach der Anfrage direkt für seine Rolle in „Wolf of Wall Street“ unterschrieben haben, ohne das Script gelesen zu haben und hätte sie auch ohne jegliche Gage übernommen. Für die Filmbiographie über den New Yorker Börsenhai Jordan Belfort engagierte Scorcese Leonardo DiCaprio, mit dem er bereits mehrere Male zusammengearbeitet hatte. Entstanden ist ein Börsenfilm, der sich storytechnisch nicht herausragend von anderen seiner Art differenziert. Was diesen Film jedoch großartig macht, sind die interessanten Charaktere und deren mitreißende schauspielerische Umsetzung.

Kritik:

Drei Stunden fesselt „Wolf of Wall Street“ seine Zuschauer an die Kinosessel, doch trotz der Scorcese-spezifischen sehr langen Dialogszenen kommt keine Durststrecke auf. Vielmehr ist der Film eine laute, schrille und dynamische Spritztour durch New York, Partys und – immer nahezu platzende – Seifenblasenwelten.

Belfort ist kein Wolf im Schafspelz, sondern ein durch und durch unersättliches Börsenraubtier, der sich egoistisch und rücksichtslos nimmt was er will, um seinen American Dream zu verwirklichen. Leonardo DiCaprio hat zuletzt in der Rolle des Candy in „Django Unchained“ bewiesen, wie fabelhaft er den eiskalten Fiesling spielen kann. Als Wolf ist er manipulativ und charmant, was ihn zu einer mitreißenden negativen Hauptfigur macht. Die Leute wissen nicht was sie wollen, bis ihnen eingetrichtert wird, dass sie es brauchen – gemäß dieser Lebensphilosophie schafft er es ein Vermögen aufzubauen. Die neben DiCaprio wohl interessanteste Figur mimt Jonah Hill. Jonah Hill? Das ist doch dieser dickliche Lockenkopf, der immer den Witzbold in Teeniekomödien spielt! Die Zeiten scheinen für’s Erste vorbei, denn nicht nur im aktuellen Film, sondern auch bereits in Moneyball, wusste Hill die Kritiker von seinem Talent als Charakterdarsteller zu überzeugen.

Die Filmbiographie wimmelt von expliziten Nacktszenen und Kraftausdrücken und wer dort zimperlich ist, wird wohl nicht viel für die Story übrighaben. Zynische Bemerkungen, Schimpfwörter und Schonungslosigkeit tragen jedoch enorm zum Feeling des Films bei. Außerdem sind die ausgedehnten Dialogszenen nicht Jedermanns Sache.

Scorcese ist berühmt geworden mit seinen Werken über Mafiageschäfte in der US-amerikanischen Unterwelt und für ausdrucksstarke Szenen, die garantiert in Erinnerung bleiben. Und dies gelingt ihm auch mit seinem neuesten Stück.

Fazit:

Fünf Oscar-Nominierungen sprechen für sich. Macher und Fans von „Wolf of Wall Street“ dürfen zur Preisverleihung gleich mehrmals zittern: Bester Film, Bester Hauptdarsteller für Leonardo DiCaprio, Bester Nebendarsteller für Jonah Hill, Beste Regie für Martin Scorsese und Bestes adaptiertes Drehbuch für Terence Winter.

Ich vergebe dafür 8/10 Couchpotatoes.

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Quelle Trailer: Universal Pictures Germany

Wer hat Lust auf einen Tanz mit dem Wolf?

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3 Gedanken zu “Filmkritik: The Wolf of Wall Street

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