Filmkritik: Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen 2

Ein Drei-Gänge-Menü für die Lachmuskeln

Nach „Ich einfach unverbesserlich 2“ kommt in diesem Jahr der nächste Nachfolge-Teil eines Animations-Hits in die Kinos – „Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen 2“. Schon vier Jahre ist es her, dass uns Flint Lockwood mit seinen chaotischen Erfindungen verzauberte. Die Vorhersage in diesem Jahr sieht sogar noch besser aus – chaotisch mit Aussicht auf Angriffen auf die Lachmuskeln.

Handlung:

Nachdem Flints Maschine, der FLDSMDFR (der Zungenverknoter spricht sich „Flitzem-deför“) außer Kontrolle geriet und seine ganze Heimatinsel mit Essen bedeckte, werden die Bewohner von seinem wissenschaftlichen Idol, dem Erfinder Chester V, und dessen sprechendem Urang-Utan Barb, nach „San Franjose“ gebracht um dort auf die Säuberung zu warten. Flint erwartet sogar eine besondere Überraschung, er darf nun für sein großes Vorbild in der „Live Corp Company“ arbeiten. Während für ihn ein Traum in Erfüllung geht, versauern seine Freunde in ihren neuen Jobs. Wie gut, dass Flint ein Garant für Chaos ist und so wartet schon bald die nächste Aufgabe auf das Team. Mit Chester V, Barb und einigen „beschützenden Beschützern“ begeben sich Flint, sein Vater, Reporterin Sam und Kameramann Manny, sowie Polizist Earl, Baby Brent und natürlich Affe Steve zurück auf die Insel. Dort wurden gefährliche Kreaturen beobachtet, die nun drohen das Festland zu überschwemmen. Der FLDSMDFR scheint noch aktiv zu sein und erschafft Wesen, die eine Mischung aus Essen und Tieren sind. Es gilt die Maschine endlich und auf ewig abzuschalten.

Kritik:

Auf der Insel erwartet das Publikum eine bunte Vielfalt an kuriosen „Naschtieren“, die sich an Niedlichkeit nur so zu übertreffen versuchen. Der Spruch „Ich hab dich zum Fressen gern“ steht hier an der Tagesordnung. Witzige Namen, merkwürdige Essens-Tier-Kombination, große runde Augen und ein wahres Animations-Geschick entlocken auch dem erwachsensten Zuschauer einige „Ohs“ und „Ahs“. Wen eine mit den Augen klimpernde, kleine Erdbeere, die sich mit Marmelade in die Hose macht, nicht verzaubert, der ist selber schuld. Verzauberung ist auch die Strategie des Films, im Mittelpunkt stehen klar die „Foodimals“ – sie sollen einen zum Staunen bringen. Die Unterhaltung entsteht durch bunte Kuriositäten und großen Niedlichkeitsfaktor. Dabei wird humoristisch, wie bereits im ersten Teil, wieder fast ausschließlich auf Wortwitze zum Thema Essen gesetzt. Klingt nicht sehr kreativ und weckt die Befürchtung, dass es auf Dauer langweilig wird und die Scherze an Qualität verlieren. Doch die Macher beherrschen ihr Metier voll und ganz. Ein Gag reiht sich an den anderen. Man ist erstaunt über so viel Kreativität in der Namensfindung der Tiere und den zahlreichen Anspielungen. Ob Flamangos, Shrimpansen, Wassermelofanten, Tacodile, U-Brote oder Moskitoasts, der Vorstellung sind keine Grenzen gesetzt. Sprüche wie „Na so ein Käse“ oder „Da haben wir die Marmelade“ sind hier, obwohl von den Charakteren als Situationskomik benutzt, fehl am Platz.

Obwohl die Wortwitze den Großteil des Films ausmachen, erscheint es nie zu viel. Teilweise lockern einige wenige Anspielungen auf Branchenkollegen diesen Überfluss auch auf. So benutzt Wissenschaftler Chester V als Antwort auf Flints Erläuterungen den Ausspruch „Präzise“, den Standardsatz von Doc aus „Zurück in die Zukunft“. Auch ein Verweis auf „Jurassic Park“ bietet sich natürlich an – als ein dröhnendes Stampfen erklingt, beginnt Baby Brents Bauchspeck zu vibrieren wie das berühmte Wasserglas. Allerdings vermag nicht jeder Scherz vollends zu zünden. Trotz wirklich guter Arbeit der Synchronisation, lässt sich nun mal nicht jeder Wortwitz einwandfrei vom Englischen ins Deutsche übersetzen. Die „Sushi-Schafe“ ringen einem höchsten ein Schmunzeln ab, wohingegen das „Susheep“ viel stärker die Lachmuskeln fordert.

Aber auch die normalen Tiere, die beiden Affen Steve und Barb, können mit den besonderen Kreaturen mithalten. Steve wirkt so hyperaktiv wie das bekannte Duracell-Häschen und wirft mit einer Trockenheit Worte in die Runde, die die Situationskomik perfekt machen. Urang-Utan Barb ist kaffeesüchtig und überzeugt vor allem durch ihre Synchronsprecherin – Cindy aus Marzahn. Der Icke-Akzent passt perfekt auf die kleine, mopsige Primatin in ihrem rosa Kostümchen mit glitzernden Fingernägeln. Es wirkt teilweise so, als wäre die deutsche Komikerin das Vorbild für die Figur gewesen – absoluter Volltreffer.

Doch bei all dem Witz geht auch die Handlung nicht unter. Unter dem bunten Getier versteckt sich noch eine Story mit einer wichtigen Moral – die wahren Freunde in seinem Leben zu erkennen. Das sorgt noch für etwas Herzschmerzfaktor und auch Spannung. Natürlich kann sich dieser Handlungsstrang nicht wirklich gegen den Overload an Niedlichkeit und Humor durchsetzen, aber das soll er auch gar nicht. Auch Neulinge können so dem Geschehen folgen. Damit wirklich niemand in diesem Dschungel verloren geht, wird den Zuschauern, die den ersten Teil verpasst haben, zu Beginn noch eine kurze Zusammenfassung des Vorgängers präsentiert. Der Film ist einfach leichte Kost, die die ganze Familie unterhalten soll und das Konzept geht auf.

Fazit:

Jede Menge süße Naschtiere, viel thematischer Wortwitz und bunte Animationskunst – mehr braucht es nicht um zu überzeugen. „Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen 2“ übertrifft seinen Vorgänger sogar noch – ein Film, der verzaubert, und die Lachmuskeln stark in Anspruch nimmt.

PS: Nach dem Ende sitzen bleiben – es erwartet euch ein süßer Abspann und ein kleines Easter-Egg!

Ich vergebe 8/10 Couchpotatoes.

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[atari]

Quelle Trailer: SonyPicturesGermany

Habt ihr auch solchen Hunger auf Kino?

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2 Gedanken zu “Filmkritik: Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen 2

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