Filmkritik: The Place beyond the Pines

Drei Geschichten, eine Story

Handlung:

Luke (Ryan Gosling) verdient seinen Lebensunterhalt als Motorradstuntman auf dem Rummelplatz. Als der Jahrmarkt eines Tages in der Heimatstadt seines einstigen One-Night-Stands Romina (Eva Mendes) Halt macht, erfährt Luke, dass er Vater geworden ist. Für ihn ist diese Erfahrung der Anstoß um ein neues Leben zu beginnen und mit Romina und dem gemeinsamen Sohn eine Familie zu gründen. Zusammen mit seinem Komplizen Robin (Ben Mendelsohn) raubt er eine Bank aus und als dies reibungslos funktioniert, stehen schnell weitere Coups an. Polizist Avery Cross (Bradley Cooper) gelingt es schließlich nach einem Überfall, Luke zu stellen  und beeinflusst damit unwissentlich nachhaltig die Zukunft mehrerer Menschen.

Kritik:

Triste Farben, melancholische Stimmung, traurige Gesichter – dieses Konzept ging für Regisseur und Mit-Drehbuchautor Derek Cianfrance bereits beim Ehedrama „Blue Valentine“ (2010) auf. Und da ihm diese Umsetzung immerhin eine Oscarnominierung einbrachte, trägt auch sein aktueller Film die gleiche Handschrift. Ob wieder Preiskrönungen anstehen, bleibt abzuwarten. Sicher ist jedoch, dass Cianfrance sich bis hierhin eine Visitenkarte mit Wiedererkennungswert erarbeitet hat.

Wie schon in „Blue Valentine“, ist auch hier Hollywood-Liebling Ryan Gosling Teil des Main Casts. Gosling spielt den schweigsamen Einzelgänger Luke mit Überzeugung, wie er auch schon in „Drive“ (2011) bewiesen hat. Luke ist ein rebellischer Außenseiter, für seine Fans auf dem Jahrmarkt ein Held, doch fernab des Rummels ist er allein. Als er schließlich erfährt, dass er Vater geworden ist, sieht er die Chance und den Antrieb, seinem Leben einen Sinn zu geben. Unbeholfen, aber mit guten Absichten, versucht er, Romina und den gemeinsamen Sohn seine persönliche Familienidylle aufzuzwingen und entdeckt dabei, dass er ein Händchen für Raubüberfälle hat. Bradley Cooper als Kleinstadtcop Avery Cross hingegen ist passionierter Gesetzeshüter und flüchtet sich aus den familiären Problemen voller Enthusiasmus in die Arbeit. Sein Engagement richtet sich vor allem auf die aktuelle Serie von Banküberfällen – und so finden Luke und Avery schließlich zusammen und die Tragödie geht erst richtig los.

In dem düsteren Drama zeigen die beiden Schönlinge Gosling und Cooper, dass sie mehr zu bieten haben als hübsche Gesichter. Gosling wird schon lange für seine Wandlungsfähigkeit von Kritikern gelobt und in diesem Streifen darf auch endlich Cooper beweisen, was er schauspieltechnisch drauf hat. Lobenswert ist die Leistung des Jungschauspielers Dane DeHaan, in der Rolle als Lukes Sohn. Von dem Darsteller mit den Eisaugen wird man mit Sicherheit noch öfter hören.

Spannend ist die untypische Erzählweise des Films, denn die Haupthandlung wird aus der Sicht drei verschiedener Charaktere erzählt. Drei Episoden, drei verschiedene Leben, doch alle unvermeidlich miteinander verbunden. Das hat zuvor auch schon im Film „8 Blickwinkel“ funktioniert. Das Konzept ist spannend und jede der Episoden auf ihre Weise ergreifend, doch insgesamt wirken die 140 Minuten Laufzeit zu weitläufig und ausschweifend. Regisseur Cianfrance hat in seiner bisherigen Karriere viele Dokumentarfilme gedreht und diese Note ließ er offensichtlich auch in „The Place beyond the Pines“ einfließen. Er erzählt die Handlung ohne zu verurteilen. Der Film gleicht einem stillen Beobachten und Geschehenlassen. Leider driftet er dabei oftmals in Langatmigkeit ab.

Die Handlung spielt im Staat New York, in der Kleinstadt Schenectady. Der Name ist indianischer Herkunft und bedeutet übersetzt „beyond the pine plains“, was eine Erklärung des Filmtitels ist. Weitere Erklärungen erschließen sich beim Anschauen des Films.

Fazit:

Drückende Stimmung, dunkle Farbe und Melancholie charakterisieren „The Place beyond the Pines“ und machen ihn damit zum idealen Herbstfilm. Das topbesetzte Kriminaldrama um Väter und Söhne, Wahrheit und Lüge schafft es dennoch nicht in die Riege der Lieblingsfilme.

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Ich vergebe 7 Couchpotatoes.

[reibeisen]

Quelle Trailer: STUDIOCANAL Germany

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4 Gedanken zu “Filmkritik: The Place beyond the Pines

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