Filmkritik: Pain and Gain

Michael Bay lässt es wieder krachen

Handlung:

Daniel Lugo (Mark Wahlberg) ist tief gläubig. Sein Glaube ist sein Lebensinhalt,  bestimmt seine Freizeit, seinen Beruf und schon von klein auf seine Wünsche und Hoffnungen. Daniel Lugo glaubt an Fitness. Mit akribischer Sorgfalt formt und stählt er seinen Körper, doch die Perfektion seiner Muskeln genügt ihm nicht mehr. Daniel findet, dass sein Äußeres einen dazu passenden Lebensstil verlangt. Gemeinsam mit den zwei Freunden Adrian (Anthony Mackie) und Paul (Dwayne Johnson) entführt er den Selfmade-Millionär Victor Kershaw (Tony Shalhoub) und bringt ihn um sein Vermögen. Eine zeitlang läuft alles glatt und die drei Pumper leben ihren persönlichen American Dream, doch das neue Luxusleben ist nur von kurzer Dauer. Der totgeglaubte Victor Kershaw hat einen Privatdetektiv (Ed Harris) engagiert, der dem Muskeltrio auf den Fersen ist.

Kritik:

Miami Mitte der neunziger Jahre: die Sonne brennt, Trance und Hip Hop bestimmen die Charts, durchtrainierte Einzelkämpfer wie Silvester Stallone und Jean Claude van Damme erobern Kinoleinwände, Zeitschriften und Poster. Was sonst noch so passiert? Drei Bodybuilder entführen einen Millionär, bringen ihn um seine Millionen und führen einen Lifestyle wie im Musikvideo. Was nach einer verrückten und vielleicht sogar einfallslosen Filmidee klingt, hat sich Ende der Neunziger so in Miami, Florida zugetragen. Michael Bay und seine Filmcrew haben sich der Story angenommen, sie wie einen Amateursportler geformt und mit allen wichtigen Nährstoffen aufgebaut und angereichert. Heraus kam eine vor Testosteron, Schweiß und Proteinshakes strotzende Actionkomödie, die vor allem durch schwarzen Humor, Szeneklischees und schierer Unfassbarkeit ob des wahren Hintergrunds brilliert.

„Pain & Gain“ ist kein Sportfilm, sondern eine spannende und teilweise zum Brüllen komische Darstellung obskurer Realität. Einzelne Sequenzen sind mit Kapitelnamen und Kommentaren versehen, die dem Film nicht nur einen Rahmen geben, sondern gleichzeitig in besonders heiklen Situationen daran erinnern, dass das Gezeigte sich immer noch an Tatsachen orientiert. Die Hauptdarsteller führen per Voice Over durch den Film. Das Besondere ist, dass es mehrere Sprecher gibt und die Geschichte nicht bloß neutral wiedergegeben wird, sondern stellenweise wie eine Kommentierung wirkt.

Turbulente Schnitte, schnelle Szenenwechsel, laut krachende Musik und rasante Verfolgungsjagden führen die Zuschauer durch eine Art Jump And Run Spiel mit 90er Jahre Charme. Regisseur Michael Bay, dessen Vorliebe für Explosionen er in der Vergangenheit stets mit – im wahrsten Sinne – feuriger Leidenschaft zur Schau stellte, garantiert auch in „Pain & Gain“ die obligatorische Szene, in der die Hauptfiguren heldengleich und in Zeitlupe ein brennendes Set verlassen.

Die drei muskelbepackten Hauptdarsteller sind allein schon rein äußerlich überzeugend in ihren Rollen. Wöchentliche Bräunungsspray-Sessions und tägliches Hantelstemmen zur Vorbereitung und während des Drehs haben sich ausgezahlt, um den Film authentisch zu besetzen. Einzig Dwayne Johnson wirkt stellenweise übertrieben naiv und dümmlich, jedoch passt es letztendlich gut zu seiner Figur als gutgläubiger Koloss. Für Erheiterung sorgen dafür Ken Jeong („Hangover“ 1-3) und Rebel Wilson („Pitch Perfect“) in Nebenrollen.

Wer Tony Shalhoub vornehmlich als phobiegeplagten Polizist „Monk“ aus der gleichnamigen Serie kennt, wird überrascht sein, ihn hier in einer völlig anderen Rolle zu sehen. Den blasierten, schmierigen Millionär mimt er so glaubwürdig, dass man ihm keinen Cent seines Vermögens gönnt und sich nur wünschen kann, dass Daniel Lugo und seine Pumperfreunde ihn darum erleichtern.

Es sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass im Fokus trotz all der Komik immer noch eine Entführung steht und daher Gewaltszenen nicht zu kurz kommen. Der Film ist nicht umsonst ab 16 Jahren freigegeben. Und nun Schluss mit der Spaßbremse!

Fazit:

„Pain & Gain“ ist ein turbulenter und witziger Actionspaß, der besonders für Männerabende zu empfehlen ist und einen dazu bringt, über mehr sportliche Ertüchtigung zumindest nachzudenken. Jedoch hätten die Produzenten den Film hinsichtlich der Laufzeit von 130 Minuten auf Diät setzen sollen.

7 Couchpotatoes photo 07-couchpotatos.jpg

Ich vergebe 7/10 Couchpotatoes.

[reibeisen]

Quelle Trailer: ParamountInt

Wer bekommt nun Appetit auf einen Proteinshake?

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Ein Gedanke zu “Filmkritik: Pain and Gain

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