Filmkritik: Percy Jackson 2 – Im Bann des Zyklopen

Mit einem Auge sieht man besser

Es ist wieder soweit und das in doppelter Hinsicht. Zum Einen starten wir wieder eine Kooperation mit dem Buch-Blog Lebensleseliebelust. Zum Anderen findet wieder ein junger und beliebter Halbgott seinen Weg in die Kinosäle. „Percy Jackson – Im Bann des Zyklopen“ ist bereits der zweite Teil der Buchreihe von Rick Riordan, der in einen Film umgesetzt wurde. Witziger weise führte hier Thor Freudenthal Regie. Ein Regisseur mit dem Namen eines nordischen Gottes, der einen Film über griechische Mythologie erschafft, das ist doch mal was.

Handlung:

Im neuen Abenteuer von Percy Jackson (Logan Lerman) erwarten uns wieder jede Menge mythologische Kreaturen, denn Percy muss das Halbgott-Camp retten. Vor sieben Jahren wurde auf der Flucht zum Camp, dem einzig sicheren Ort für die besonderen Kinder, Thalia, die Halbgott-Tochter des Zeus, von einem Zyklopen getötet. Damit ihr Tod nicht sinnlos war, erschuf Zeus aus ihr einen Baum, der eine Barriere um das Camp errichtet. Durch diese Barriere gelangen nur Halbgottkinder. Doch nun wurde sie zerstört und das Camp wird angegriffen. Drahtzieher dieses schrecklichen Angriffs ist Luke (Jake Abel), Sohn des Hermes. Er überlebte den Kampf mit Percy aus dem ersten Teil und ist nun noch wütender auf die Welt. Kurzerhand vergiftete er also Thalias Baum um die Barriere zu schwächen. Es gibt nur eine Rettung – das goldene Vlies. Das Vlies hat die Macht alle lebenden Wesen zu heilen. Doch auch Luke will an das Vlies um den Titanenkönig und Vater der großen Götter des Olymp, Kronos, zu befreien. Kronos wurde von seinen Götterkindern zerstört und in eine Kiste im Tartaros eingesperrt. Dafür schwor er Rache und will bei seiner Wiederauferstehung den Olymp und die ganze Welt vernichten. Dies kann nach einer Prophezeiung nur einer verhindern oder auch auslösen – Percy. Also machen sich der Halbgottspross und seine Freunde auf den gefährlichen Weg durch das Meer der Ungeheuer, hin zur Insel des Zyklopen Polyphem und dem goldenen Vlies.

Kritik:

„Percy Jackson 2“ schafft etwas, was nur wenige Sequels schaffen, er ist besser als sein Vorgänger. Es gibt ein größeres Abenteuer, mehr Kämpfe und mehr Kreaturen der griechischen Mythologie. Auch der Witz kommt wieder nicht zu kurz und weiß nun besser zu zünden. Die Dialoge erscheinen nicht mehr so platt. Man hat das Gefühl Percy Jackson wird langsam erwachsen, sowohl der Mensch als auch der Film. Die Mischung aus unserer modernen Welt mit den alten griechischen Sagen ist wieder gut gelungen. Es fügt sich alles gut zusammen und die Verbindungen sorgen sogar für einige Lacher.

Damit es nicht langweilig wird, werden auch ein paar neue Figuren eingeführt. Da wäre zum Einen die hochgradig nervige Zicke Clarisse (Leven Rambin). Sie ist die Tochter des Kriegsgottes Ares und liebt es Percy in jeglichem Kampf zu besiegen. Sie ist wirklich nicht liebenswert und geht einem schnell auf die Nerven. Aber man braucht ja auch ein Hass-Objekt. Diesen Job erfüllt sie gut und mal ehrlich, Clarisse ist doch wohl ein perfekter Zickenname. Außerdem wäre da noch der umso liebenswertere Campleiter Dionysos (Stanley Tucci). Er ist der Gott des Weines und wurde damit bestraft, dass sich der Wein, den er trinken will, sofort in Wasser verwandelt. Da will er lieber zum christlichen Glauben wechseln, wo Wasser in Wein verwandelt wird. Ein wirklich ulkiger Zeitgenosse mit dennoch großem Herzen. Besonders Stanely Tuccis Leistung, macht diesen Charakter sehenswerst. Etwas verwirrend wird es jedoch wenn man wieder dem Zentauren Chiron begegnet. Dieser wird nun nicht mehr von Pierce Brosnan gespielt. Ersetzt wird er von Buffy-Star Anthony Stewart Head, der allerdings die bessere Wahl scheint. Er bringt den klugen, ernsthaften und verantwortungsvollen Lehrer einfach besser rüber. Ein weiteres Highlight ist Nathan Fillion als Götterbote Hermes. Ganz in der Manier von Richard Castle versprüht er Charme und Witz.

Es gibt nur wenige Punkte, die einem an diesem Film negativ aufstoßen. Wieso zum Beispiel brauchen wir schon wieder eine Prophezeiung? Kommen Fantasywerke nicht mehr ohne sie aus? Jetzt mal wirklich, der tapfere Percy hätte sich auch ohne eine Prophezeiung ins Abenteuer gestürzt. Außerdem wird mit Kronos, um es in der Gaming-Sprache auszudrücken, der ultimative Endgegner der griechischen Mythologie aus der Kiste geholt. Da fragt man sich schnell, was das noch toppen soll. Welcher fiesere und stärkere Bösewicht soll da noch kommen? Immerhin folgen noch drei weitere Bände, die auf eine Verfilmung warten. Das leicht offene Ende, lässt dafür wieder viel Raum für Spekulationen. Da wurde ein schöner Cliff-Hanger geschaffen.

Fazit:

Insgesamt ist „Percy Jackson 2“ wohl eher „Percy Jackson 2.0“ – ein gelungenes Upgrade. Es ist witziger, abenteuerreicher, actionreicher und noch schöner anzusehen. Es gibt tolle Special Effects zu bewundern, die gerade im Meer der Ungeheuer ihren Höhepunkt haben – hier werden sogar Zombies aus dem Hut gezaubert. Coole Tricks und abenteuerliche Stunts machen die Kämpfe noch spannender. Sogar das 3D lohnt sich mal und es fliegt einem einiges um die Ohren. Tolle und witzige Charaktere gepaart mit Schauspielern, die eine Menge Charme versprühen, sorgen für gelungene Unterhaltung.

Percy Jackson ist „Im Bann des Zyklopen“ und ich bin im Bann von Percy Jackson. Thor Freudenthal ist mit diesem Film ein würdiger Nachfolger gelungen, der sich sicher auch nicht hinter seiner Romanvorlage verstecken muss. Allerdings soll einiges vom Buchinhalt geändert worden sein, aber dazu erfahrt ihr von Lebensleseliebelust bald noch mehr. Trotzdem lohnt es sich, dem Film eine Chance zu geben – er weiß zu überzeugen.

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Ich vergebe 8/10 Couchpotaotes.

[atari]


Quelle Trailer: FoxKino

Tipp: Wer mehr über das erste Abenteuer von Percy Jackson erfahren will, kann in die tolle Buch-Rezension von Lebensleseliebelust reinschauen.

Bleibt nur noch zu fragen: Seid ihr auch schon im Götter-Fieber?

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Ein Gedanke zu “Filmkritik: Percy Jackson 2 – Im Bann des Zyklopen

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