Filmkritik: Conjuring – Die Heimsuchung

Home, scary Home

Es soll der beste Horrorfilm des Jahres, ja sogar einer der besten Horrorfilme des letzten Jahrzehnts sein. Doch konnten Dämonen und Geisterjäger in den wilden Siebzigern uns überzeugen? Lest selbst.

Handlung:

Carolyn und Roger Perron (Lili Taylor, Ron Livingston) können ihr Glück kaum fassen: Sie ergattern bei einer Zwangsversteigerung kostengünstig ein riesiges Grundstück mitsamt einer geräumigen Behausung und dürfen sich nun über viel Platz für sich und die fünf gemeinsamen Töchter freuen. Doch die Freude hält nicht lange an. Schon kurz nach dem Einzug geschieht Merkwürdiges im neuen Heim. Der Familienhund wagt sich nicht ins Haus und stirbt überraschend, die Kinder hören nachts merkwürdige Geräusche und fühlen sich beobachtet. Auch tagsüber hört der Spuk nicht auf und als der Terror immer größere Ausmaße annimmt, kontaktiert Mutter Carolyn aus Verzweiflung das namhafte Ehepaar Warren (Patrick Wilson und Vera Farmiga), das erfolgreich in paranormalen Begebenheiten ermittelt und aufklärt.  Lorraine Warren hat eine Begabung für übersinnliche Erscheinungen und stellt fest, dass das Grundstück der Perrons ehemals Wohnhaus einer Hexe und gleichzeitig Schauplatz ihrer Ermordung wurde. Dies erklärt die bösen Schwingungen. Doch mit der Aufklärung der Spukursachen ist der Fall natürlich nicht gelöst, sondern jetzt wird es für alle Beteiligten erst richtig ungemütlich.

Kritik:

Der Hype um „Conjuring – Die Heimsuchung“ begann schon lange vor dem Kinostart. Bereits der erste Trailer, der auf der ComicCon 2012 gezeigt wurde, schürte die Vorfreuden auf eine neue Spukhaus-Story. Dass mit James Wan ein Regisseur am Werk war, der erfahrungsgemäß gekonnt zwischen Horror und Thriller jongliert, spornte diese Erwartungen noch weiter an. Der Macher von „Saw“, „Death Sentence“ und dem Grusel-Kinohit „Insidious“ holte sich die Drehbuchautoren Carey und Chad Hayes ins Produktionsboot. Die Zwillingsbrüder, die bereits Screenplays für „House of Wax“ und die Kultserie „Baywatch“ schrieben, lieferten vor einigen Jahren die Story für „The Reaping“, einen wahrhaft grausigen Horrorfilm. Grausig deshalb, weil man sich herrlich wegen der Dramaturgie gruseln konnte, nicht jedoch wegen etwaiger Schockmomente.

„Conjuring – Die Heimsuchung“ ist am 1. August 2013 in den deutschen Kinos gestartet und hält sich bereits hartnäckig in den Topplatzierungen. Die Kritiken sind gut bis sehr gut, Horrorfans jubeln, Reviews schäumen über vor Lob und Angstbekundungen. Die Story ist alles andere als innovativ, zündet jedoch seit Jahren. Eine nette bescheidene Familie zieht Anfang der 1970er Jahre in ein Farmhaus. Freundliche Nachbarn gibt es nicht, stattdessen wohnt Satans Ausgeburt im Keller und terrorisiert Eltern und Kinder. „Who you gonna call? Ghostbusters!“, beschließt die betroffene Familie um dem Spuk ein Ende zu bereiten. Das Ehepaar Warren erscheint als äußerst charismatisches Dämonenfänger-Duo und ist verglichen mit dem genretypischen Priestern oder einem schrulligen Medium eine erfrischende Abwechslung. Auffallend war der Drehstil, der mit heranzoomenden Kameraperspektiven zum Teil an Dokumentationen erinnert und dadurch die Echtheit der Story betonen will.  Dieses eher unmoderne filmische Mittel harmoniert wunderbar mit dem 70er Jahre Flair der Geschichte.

Der Film brüstet sich damit, dass die Geschehnisse auf wahren Ereignissen beruhen. Fest steht, Familie Perron und die Ermittler Warren gab es wirklich. Fest steht auch, dass in filmischen Umsetzungen übertrieben wird. Und das muss auch so sein. Eine klappernde Tasse im Regal beschert nun mal nicht den gleichen Adrenalinschub wie eine Hexe im Kleiderschrank. Aber ganz gleich ob wahre Tatsachen gezeigt werden oder nicht, für gruselige Unterhaltung wird gesorgt, und darum geht es schließlich. Dennoch bietet der Film nichts wirklich Neues. Conjuring bedient die gesamte Palette immer schon dagewesener Dämonenfilme: knallende Türen, plötzliche Klopfgeräusche, herabfallende Bilderrahmen, imaginäre Spielgefährten und Schockmomente mit Gruselfratzen.

Übrigens: James Wan und sein Produktionsteam arbeiten momentan an der Fortsetzung zu Insidious. Außerdem wurde bereits bekannt gegeben, dass es auch zu „Conjuring“ einen zweiten Teil geben wird. Es steht noch nicht fest, wer Regie führen wird, aber die Hayes-Zwillinge haben sich bereits dem Screenplay angenommen.

Fazit:

Altbekanntes aufgewärmt und mit neuen Gewürzen verfeinert. „Conjuring“ ist kein innovativer Streifen aus der Horrorecke, beschert aber die gewünschte Gänsehaut und Post-Kino-Paranoia.

5 Couchpotatoes photo 05-couchpotatos.jpg

Ich habe mich schon bei “Insidious” wenig unterhalten gefühlt, geschweige denn gegruselt. Für Geisterfans mag der Film ein Kracher sein, mir persönlich ist er nur 5 Couchpotatoes wert.

[reibeisen]

Quelle Trailer: WarnerBrosEnt

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2 Gedanken zu “Filmkritik: Conjuring – Die Heimsuchung

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