Filmkritik: Little Manhattan

Die Leiden des jungen G.

Handlung:

Der zehnjährige Gabe (Josh Hutcherson) führt ein nahezu unbekümmertes Leben. Musik, Sport und Computerspiele bestimmen seinen Alltag. Sorglos erkundet er auf dem Kickboard New Yorks Upper West Side. In seinem Viertel – einem Revier aus neun Querstraßen – kennt Gabe sich bestens aus, doch von Liebe hat er keinen blassen Schimmer. Zumindest solange, bis er in einem Karatekurs auf Rosemary (Charlie Ray) trifft. Gabe und Rosemary waren zusammen im  Kindergarten und obwohl sie gerademal das dritthübscheste Mädchen der Klasse ist, kann er sich nicht gegen seine plötzlich aufkommende Hingezogenheit zu ihr wehren. Während er im Karatekurs zu den schwächsten Teilnehmern gehört, glänzt Rosemary mit beeindruckenden Kampftechniken, daher entschließen die beiden sich zum gemeinsamen Training außerhalb des Kurses. Während dieser Treffen setzt der schmachtende Gabe alles daran, die Worte und Gesten der toughen, selbstsicheren Rosemary zu entschlüsseln, um herauszufinden, was sie für ihn fühlt. Doch die Prozedur gestaltet sich äußerst schwierig und so resümiert Gabe schon bald: „Ich bin seit zweieinhalb Wochen verliebt und das ist ein Schmerz, den ich meinem schlimmsten Feind nicht wünsche.“ Dennoch verfolgt Gabe mit energischem Eifer ein Ziel: Er will Rosemaries Herz erobern bevor sie in den Bus ins Sommerferiencamp steigt.

Kritik:

„Little Manhattan“ ist eine Liebeshymne an New York City. Gabe nimmt seine Zuschauer auf dem Kickboard mit auf eine Reise durch die sommerlichen Straßen und Parks der Stadt, die niemals schläft. Der Film gleicht einem Trip durch die aufregende Großstadt und die komplizierte Gefühlswelt eines verliebten Zehnjährigen. Regisseur Mark Levin gelingt es in seiner Liebeskomödie aus dem Jahr 2005 auf humorvolle Weise, die erste Liebe so zu zeigen, wie sie wirklich ist. Der Film repräsentiert anschaulich die Verwirrung und Abwehr über erste liebevolle Gefühle, die eigenen Selbstzweifel und die nie endenden Bemühungen, vor der Auserwählten möglichst cool zu sein.
Josh Hutcherson, vor allem bekannt in der Rolle des Peeta aus „Die Tribute von Panem“, brilliert in der Rolle des liebeskranken Gabe und macht ihn zu einer glaubwürdigen Figur. Die gesamte Geschichte erzählt Gabe im Voice Over und lässt dabei keine noch so verzwickte Situation oder vermasselten Dialoge mit Rosemary unkommentiert. Mark Levin greift mit diesem Stilmittel und der Story auf Erfahrungen früherer Projekte zurück. Der Regisseur und Drehbuchautor wirkte maßgeblich an der amerikanischen Comedy-Dramaserie „Wunderbare Jahre“ mit, in der Kevin Arnold (Fred Savage) rückblickend von seiner Kindheit in einem kalifornischen Vorort erzählt.

Levin scheint ein Händchen für diese Art der Inszenierung zu haben. Der gekonnte Mix aus urbanen Schauplätzen, animierten Szenen und Traumsequenzen ergibt ein repräsentatives und klug durchdachtes Sinnbild der turbulenten Welt eines zehnjährigen Jungen. Auch der Soundtrack harmoniert im Einklang mit den Gefühlslagen der Hauptfigur, sowohl in Bezug auf die vermittelte Stimmung der Lieder, als auch auf die Texte.

Fazit:

„Little Manhattan“ ist eine intelligente und witzige Komödie für alle Altersgruppen, für New-York-Fans, Musikliebhaber und Träumer. Anhänger der Serie „Sex and the City“ dürfen sich freuen: Cynthia Nixon spielt Gabes fürsorgliche Mutter und Willie Garson mimt den stilechten Liftboy. Einziger Kritikpunkt des Films ist die deutsche Synchronisierung der Erzählstimme, die den Zuschauer zum Teil etwas holprig durch die Handlung führt. Ansonsten überzeugt der Film mit sonnigen Großstadtaufnahmen, kindlichen Annäherungsversuchen und scharfzüngigen, ironischen Liebesweisheiten.

little manhattan motion picture maniacs

Ich vergebe 8 von 10 Couchpotatoes.

[reibeisen]

Quelle Trailer: bluecomtv

Advertisements

Ein Gedanke zu “Filmkritik: Little Manhattan

  1. Pingback: Filmkritik: “Ganz weit hinten” | Motion Picture Maniacs

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s