Filmkritik: Beautiful Creatures

Diese Jugendliebe ist zum Scheiterhaufen verurteilt

Wir starten nun endlich die Kooperation mit „lebens[leselibe]lust“ und haben uns dafür einen Film ausgesucht, der noch vor gar nicht so langer Zeit im Kino lief. Mit „Beautiful Creatures“ (2013) nahm sich Warner Bros. Pictures in Zusammenarbeit mit Richard LaGravenese der Verfilmung des Romantasy-Werkes „Sixteen Moons“ an. Seit „Twilight“ sind wir ja daran gewöhnt, dass uns dieses Buchgenre nur so um die Ohren peitscht und die dazugehörigen Verfilmungen nicht lange auf sich warten lassen. Entsprechend bot sich dieser Film für die Partneraktion mit unserem befreundeten Buchblog „lebens[leseliebe]lust“ an. Einige von euch werden sicher schon die Romanvorlage gelesen oder vielleicht auch den Film gesehen haben. Doch für alle anderen sei auch hier nochmal zusammengefasst, worum es bei „Beautiful Creatures“ eigentlich geht.

Handlung:

Ethan Wate (Alden Ehrenreich) ist ein ganz normaler Teenager, der sein Leben in dem verschlafenen, kleinen Ort Gatlin absitzen muss. Aufregend sind einzig seine Träume, in denen er ein geheimnisvolles und schönes Mädchen sieht. Obwohl sie nur eine Traumvorstellung ist, zieht sie ihn in seinen Bann und er kann an nichts anderes denken. Plötzlich ist da dieses neue Mädchen an der Schule, Lena Duchannes (Alice Englert), und Ethan wird klar, das sie es war, die seine Träume bevölkerte. Er ist sofort unsterblich in sie verliebt. Doch gibt es da ein Problem – Lena gehört zu den Ravenwoods, einer Familie von mächtigen Castern. Caster sind das, was wir als Hexen kennen. Damit nicht genug sind alle weiblichen Caster der Familie mit einem Fluch belegt. An ihrem 16. Geburtstag soll sich entscheiden ob Lena von den Mächten der Dunkelheit oder des Lichts berufen wird. Keine guten Voraussetzungen für eine junge Liebe. Hinzu kommt, dass Familienoberhaupt Macon Ravenwood (Jeremy Irons) strikt gegen diese Verbindung ist. Die beiden Teenager können jedoch trotz aller Warnungen nicht voneinander lassen. So beginnt ein Kampf um die Liebe und Lenas Seele.

Kritik:

Wir haben hier also eine klassische Verflechtung einer Teenagerliebe mit Fantasyelementen. Es ist also nichts wirklich Neues aber dennoch unterhaltsam, besonders Genrefans sollten auf ihre Kosten kommen. Man hat sich auch bemüht nicht ganz im Einheitsbrei unterzugehen. So werden die Rollen des Liebespaars vertauscht und wir erleben die Geschichte aus Ethans Sicht. Außerdem ist es nun am Mädchen, aufgrund besonderer Fähigkeiten, Angst um den Geliebten zu haben, Angst zu haben ihn zu verletzten. Das ist wohl Emanzipation auf Fantasy-Art. Doch dann hört das Neue auch schon wieder auf. Ethan und Lena sind die typischen missverstandenen Außenseiter, die sich gegen die Klischeeclique durchsetzen wollen und voller Ironie strotzen. Immerhin entstehen so auch Neckereien innerhalb ihrer Beziehung, die durchaus charmant sind. Ihre Dialoge wirken in manchen Situationen jedoch nicht ganz passend. Da kann es schon mal vorkommen, dass ein Spruch eingeworfen wird, der einfach nicht ins Gefüge passt.

Einen bleibenden Eindruck hinterlassen wohl auch die unglaublich lächerlichen, christlichen Schulmädchen, die Lena als Geschöpf Satans betrachten. Ich habe es noch nie erlebt, dass jemand jeden Satz mit „Mama hat gesagt“ einleiten muss. Eigentlich sollte das eine Sünde sein. Man fragt sich wirklich ob diese Mädchen überhaupt eigenständig denken können. Sicher soll mit diesem überzogenen Klischee Kritik ausgeübt werden, leider nerven diese Charaktere einfach nur.

Da wurden die Ravenwoods eindeutig besser gestaltet. Man findet hier alles, was eine Familie braucht. Macon als überfürsorgliche und strenge Vaterfigur, Larkin (Kyle Gallner) als gefräßigen aber sympathischen Cousin und Ridley (Emmy Rossum) als die böse Cousine, die niemand mag und die zu keiner Feier eingeladen wird. Gerade das fiese Cousinchen entpuppt sich aber in meinen Augen als verdammt coole Braut.

Schauspielerisch fällt hier niemand aus der Rolle. Es sind keine besonders herausragenden Leistungen aber auch kein Totalausfall zu finden. Nur optisch entsprechen die Hauptdarsteller Alden Ehrenreich und Alice Englert wohl nicht ganz der Vorstellung eines Teenagers. Sie wirken doch etwas älter und erwachsener. Die deutsche Synchronisation reiht sich in diesen Makel auch gleich ein. Die Stimmen klingen zu erwachsen und einfach irgendwie unpassend.

Beim dramaturgischen Aufbau hat man versucht große Action wegzulassen und sich eher auf Dialoge zu konzentrieren um den Inhalt und die Entwicklung der Liebesbeziehung besser darstellen zu können. Sicherlich mal ein neuer Ansatz aber nicht zu hundert Prozent geglückt. Der Film wirkt hierdurch etwas langatmig. Es vergeht viel Zeit bevor der eigentliche Plot wirklich startet und noch mehr bis zum ersten Spannungsmoment. Generell könnten die Spannungsmomente etwas schneller aufeinanderfolgen und nicht so fix abgetan werden. So ist auch das große Finale nicht unbedingt ein Höhepunkt. Es passiert nicht wirklich viel und das ist dann auch noch schnell vorbei – schade. Ebenso verhält es sich mit der Filmmusik. Bis zum Höhepunkt plätschert diese nur leicht vor sich hin und wird erst gegen Ende dramatisch und nennenswert. Den besten musikalischen Moment findet man wohl im Trailer mit „Seven Devils“ von Florence and The Machine. Das ist Dramatik und Spannung pur – Gänsehautalarm. Eben diese Mischung fehlt leider etwas im Film.

Es wurde jedoch versucht das Ganze mit etwas Witz aufzulockern. Dabei setzte man vor allem zu Beginn auf eine übertriebene und aufdringliche Ironie, die meist nicht zünden konnte. Hingegen erzielen die nur nebenbei eingeworfenen Sprüche durchaus einige Lacher. Besonders amüsant ist die Anspielung auf die ewige Titanic-Diskussion um Rose, Jack und ihr „Treibholz“.

Fazit:

„Beautiful Creatures“ liefert einige gute Ansätze, die leider nicht ihr volles Potential in der Umsetzung entfalten. Dennoch ist die Lovestory schön anzusehen, der Film unterhaltsam und die Story wirkt mit einem runden Ende abgeschlossen. Für Genre-Fans lohnenswert, für den Standard-Filmfreak wohl kein unbedingtes Muss.

Ich vergebe 6/10 Couchpotatoes.

[atari]

Quelle Trailer: WarnerBrosPictures

Das ist der Eindruck, der zumindest bei den Zuschauern, die das Buch nicht kennen, entsteht. Bereits morgen verrät uns lebens[leseliebe]lust ob die Romanvorlage ein guter Schmöker ist und nur ein paar Tage später gibt sie uns die Antwort auf die Frage: Kann sich der Film mit dem Buch messen?

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