Filmkritik: Ich – einfach Unverbesserlich 2

Gelb ist geil

Neue Story, neue Schurken, neue Minions! Neue Minions? Ja – und was für welche!  In freudiger Erwartung und zur Einstimmung auf den zweiten Teil, hat atari gerade noch „Ich – Einfach unverbesserlich“ für euch reviewt. Ich begab mich direkt am Kinodonnerstag in die heiligen Filmgefilde um nun den langersehnten zweiten Teil aus der Animationsschmiede Illumination Entertainment unter die Lupe zu nehmen.

Handlung:

Die Zeiten, in denen Gru sich als Superschurke einen Namen machen wollte, sind vorbei. Der griesgrämige immer Schal-tragende Herr in Grau hat sich zum liebevollen Familienvater gemausert und darf sich in der Zuneigung seiner drei ruhelosen Adoptivtöchter Agnes, Edith und Margot sonnen.  Gemeinsam mit der Horde quiekender, quasselnder und quietsch-fideler Minions lebt die kleine Familie noch immer in der idyllischen Vorstadt, feiert Feste  und schöpft – mehr schlecht als Recht – Gewinne aus der hauseigenen Konfitüren- und Geléeproduktion. Es könnte nicht harmonischer sein, bis Dr. Nefario plötzlich verkündet, dass er das Schurkenleben vermisst und sich für einen neuen Job vom Acker macht. Auch Gru geht kurz darauf einer neuer Arbeit nach, wenn auch nicht aus freien Stücken. Die hyperaktive und übereifrige Lucy schleust ihn in die Anti-Verbrecher-Liga ein. Gemeinsam sollen Gru und Lucy auf Gaunerjagd gehen. Ihre erste Mission ist es, den neuen Superschurken dingfest zu machen, der mit einem ominösen lila Serum flauschige weiße Kaninchen zu aggressiven violetten Fusselmonstern verwandelt. Werden Gru und Lucy ihren Widersacher finden und bezwingen? Welche Rolle spielen Agnes und ihre Schwestern dabei? Und wie wirkt sich wohl das bösartige Serum auf die Minions aus?

Kritik:

Die Regisseure Pierre Coffin und Chris Renaud wissen genau was sie abliefern müssen, um einen Animationshit für alle Altersgruppen zu landen: atemberaubende CGI-Kulissen, originelle Charaktere, urkomische Situationen, eine Ladung feurige Action und natürlich was für’s Herz. Das ist die perfekte Mischung für eine animierte Actionkomödie, die Kinder und Erwachsene gleichermaßen unterhält. Diese Zusammensetzung hat in „Ich –Einfach unverbesserlich“ (2010) unzählige Kinobesucher in die Kinotheater gelockt und über 543 Millionen US Dollar eingespielt. Auch der Nachfolger findet den passenden Mix aus Humor, Action, Romanze und vor allem fantastischen Bilderwelten. Den letzten Pfiff liefern mal wieder die gleichermaßen chaotischen und liebenswürdigen Minions. Gerade will man sich in die Spannungskurve der Story legen, schon purzeln die gelben Minihelden durch’s Bild und sorgen wieder mal für ordentlichen Lachmuskeleinsatz.

Mit Agentin Lucy tritt erstmals eine sympathische weibliche Akteurin in das Leben des Singlevaters Gru. Die kampflustige Spionin zeigt vollen Körpereinsatz auf ihren Missionen in der Anti-Verbrecher-Liga und verdreht damit Gru und seinen Mädchen den Kopf.  Synchronsprecherin Martina Hill (vor allem bekannt durch die Comedy-Serien Switch oder Knallerfrauen) schafft es mit ihrer schrillen Stimme, Rotschopf Lucy genau die charakteristische Würze zu geben, die ihre Figur optisch ausstrahlt.

Ebenso ist es mit Gru: Sein Sprecher Oliver Rohrbeck hat witziger Weise nicht nur optisch einige Ähnlichkeiten mit dem Titelhelden darzubieten, sondern verleiht ihm mit seiner nasalen und akzentdurchtränkten Stimme den letzten unverkennbaren Schliff.

Die drei von Grund auf verschiedenen Adoptivtöchter haben immerhin eine Sache gemeinsam: sie halten ihren Ziehvater ordentlich auf Trab. Vor allem die kulleräugige Agnes bringt mit ihrer kindlichen Naivität Gru und Zuschauer gleichermaßen zum schmunzeln.

Auch in puncto Antihelden waren die Filmemacher erneut einfallsreich. Vom asiatischen, etwas kurz-geratenen Perückenhändler Floyd (Stimme: Axel Malzacher) bis zum mexikanischen Wrestler-Obelix El Macho (synchronisiert von Erich Räuker) werden verschiedene Bösewicht-Klischees abgedeckt und neu erfunden.

In der Originalfassung leihen übrigens wieder namhafte Showgrößen den Filmhelden ihre Stimme. Zu den bekanntesten Sprechern zählen Steve Carrell („Crazy, Stupid, Love“, 2011), Miranda Cosgrove („iCarly“), Russel Brand („Männertripp“, 2010) und Ken Jeong („Hangover“ I-III, 2009, 2011, 2013).

Für Extra-Lacher sorgen Bezüge auf die Popkultur. Wer gut aufpasst, findet im Miniongewusel eine Hommage an ein weltberühmtes Arbeiterfoto von Charles C. Ebbets, an eine US-amerikanische Discoband der Siebziger, sowie viele weitere popkulturelle Querbezüge, die vor allem bei der Zielgruppe Ü20 zünden. Und damit zeigt sich das  Erfolgsrezept der großen Animationsfilme, egal ob aus dem Hause Disney Pixar, Sony Pictures Animation, Dreamworks oder anderen namhaften Produktionsfirmen: sie bedienen verschiedenste Humorfacetten sowohl für Kinder, als auch für Erwachsene.

„Ich – Einfach unverbesserlich 2“ ist allerdings nicht nur ein witziger Klamauk, sondern trumpft ebenso durch das Zusammenspiel von Bild und Musik. Wie schon im Vorgänger liefern Komponist Heitor Pereira und Hip-Hop-Songwriter Pharrell Williams einen abwechslungsreichen Soundtrack aus eingängiger Filmmusik und modernen Charthits. An letzteren erfreuen sich besonders die Minions, schwingen ihre kleinen Tanzbeinchen und beweisen gleich mehrmals, dass sie wissen wie man feiert.

Fazit:

Kurz und knapp: Der neuste Animationskracher aus dem Hause Illumination Entertainment bietet spaßige Unterhaltung für jeden, der sich auf eine bunte und rasante Geschichte  mit herausragender CGI-Technik einlässt. Doch bei all dem Lob darf ein kleiner Dämpfer nicht verschwiegen werden. Das ungeschriebene Gesetz der Sequels trifft auch hier zu und besagt, dass der zweite Teil seinem Vorgänger unterhaltungstechnisch nicht vollkommen ebenbürtig ist. Der Kinobesuch lohnt sich trotzdem!

Nach diesem bunten Kinogenuss heißt es warten. Der noch namenlose Spin-off Film über die Minions kommt planmäßig im Dezember 2014 in die deutschen Kinos. Wir freuen uns darauf!

[reibeisen]

Ich vergebe 8 von 10 Couchpotatoes.

Quelle Trailer: UniversalPicturesDE

Advertisements

Ein Gedanke zu “Filmkritik: Ich – einfach Unverbesserlich 2

  1. Pingback: Die besten Filme 2013 | Motion Picture Maniacs

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s