Filmkritik: Ich – einfach unverbesserlich

Die gelbe Armee des Wahnsinns

Heute ist es endlich soweit, nach drei langen Jahren Wartezeit startet der zweite Teil von „Ich – Einfach Unverbesserlich“ in den deutschen Kinos. Doch bevor ihr von reibeisen erfahren werdet ob der neue Film mit seinem Vorgänger mithalten kann, liefern wir euch nochmal einen Rückblick auf Teil eins. Im Jahr 2010 erfreuten uns die Universal Studios unter der Regie von Pierre Coffin und Chris Renaud mit einem neuen Animationsfilm. Das Ganze ist gespickt mit einem Superschurken, niedlichen Mädchen und kleinen, gelben Wesen. Eine zu Anfang ungewöhnliche Kombination, die aber für jede Mende Spaß sorgt.

Handlung:

Der miesgelaunte Bösewicht Gru mit der langen Hakennase, träumt davon den fiesesten Plan der Welt umzusetzen. Doch es erscheint ein neuer Schurke auf der Bildfläche – Vektor. Der Jungspund reißt sich gleich zu Beginn seiner Fiesling-Karriere eine der Pyramiden von Gizeh unter den Nagel und ersetzt sie durch eine billige, aufblasbare Kopie. Schnell bezeichnet das Fernsehen dies als den wohl größten Coup aller Zeiten. Gru sieht sich gezwungen nachzulegen und will nun den Mond stehlen. Doch dafür braucht er einen Schrumpfstrahler und ein Raumschiff, wofür das nötige Kleingeld fehlt. Was macht also nun ein Bösewicht in einer solchen Situation – genau, er geht zur Bank und nimmt einen Kredit auf. Der Bankdirektor will ihm das Geld allerdings erst geben, wenn Gru den Schrumpfstrahler sein Eigen nennen kann. Daraufhin raubt Gru mit seinen treuen kleinen Gehilfen, den Minions, die Kanone, welche ihm sofort wieder von Vektor entrissen wird. Vektors Haus und somit auch der Strahler, ist mit schweren Waffen gesichert, niemand gelangt hinein – außer drei kleinen, Kekse verkaufenden Mädchen. Gru fasst nun den Plan die Waisenkinder zu adoptieren und mit ihnen Keks-Roboter in Vektors Haus einzuschleusen um so an den Strahler zu gelangen. Seinen Boshaftigkeiten kommt jedoch schnell die Liebe der kleinen Mädchen und das Vatersein in die Quere. Es entsteht jede Menge Chaos in Grus Welt und auch seinem Herzen.

Kritik:

Die Geschichte um den Superschurken, der plötzlich Vater wird, ist wirklich süß und originell erzählt. Liebevoll wurden Charaktere und Details gestaltet. Bösewicht Gru, immer schlecht gelaunt, sticht nicht nur mit seiner großen Nase heraus, sondern auch sein dunkles Haus mit dem verkümmerten Rasen hebt sich klar von der bunten Vorstadtidylle ab. Die drei Mädchen mit ihren großen Kulleraugen und kleinen Tippelfüßen sind einfach dazu gemacht, sie ins Herz zu schließen. Dann wären da noch die Minions, die etwas aussehen wie zum Leben erweckte Ü-Ei-Kapseln. Die kleinen Kerle sind die wahren Stars des Films. Sie sind so wunderbar verrückt und chaotisch, dass man sie einfach lieben muss. Mit ihrem ständigen Ulk sorgen sie für die größten Lacher des Films. Da ist es nicht verwunderlich, dass die Minions bereits im nächsten Jahr ihren eigenen Spin-Off-Film bekommen.

„Ich – Einfach unverbesserlich“ liefert einem einfach alles, was man braucht. Ein nerviger, überdrehter Schurke im knall-orangenem Trainingsanzug, ein sympathischer Fiesling mit weichem Herz, eine Kampf-Oma, süße Kulleraugen-Mädchen und eine verrückte, gelbe Armee. Neben viel Gefühl, Charme und Witz, kann der Film sogar mit etwas Spannung und Action aufwarten. Ebenso ist eine kleine Gesellschaftskritik versteckt. Doch werden die Lachmuskeln wohl am meisten beansprucht. Ich habe das aus journalistischen Ansprüchen einmal gezählt – insgesamt 52-mal musste ich schmunzeln, herzhaft lachen oder mich vor Lachen kugeln. Seien es die irren Erfindungen von Dr. Nefario, wie der Furzwellenstrahler, oder die gelben Minions, es gibt hier für jeden die richtige Art von Humor zu finden.

Der Film begeistert sogar wahre Größen der Kino- und Musikbranche. Im amerikanischen Original konnten bekannte Schauspieler des Comedygenres, wie Steve Carell, Jason Segel oder Russel Brand, als Synchronsprecher gewonnen werden. In der deutschen Version leiht z.B. Musiker Jan Delay dem Schurken Vektor seine Stimme. Auch musikalisch muss sich der Animationsfilm nicht vor den großen Hollywoodblockbustern verstecken. Keine geringeren als HipHop-Star Pharrell Williams und Filmmusik-Guru Hans Zimmer würzen den Soundtrack mit einem coolen Beat.

Fazit:

Mit „Ich – Einfach unverbesserlich“ ist Universal ein absolut unterhaltsamer Animationsfilm gelungen, der Groß und Klein erfreut. Es bleibt wohl bei keinem Zuschauer ein Auge trocken, seien es Freudentränen vor Lachen oder Tränen der Rührung. Mit viel Herz und Witz hat dieser Film das Potential ein wahrer Animations-Klassiker zu werden. Wer hat damals nicht mindesten einmal laut gerufen: „Es ist sooo flauschig“. Zahlreiche witzige Filmzitate, lustige Internetclips und Minionfiguren bevölkern auch jetzt noch die Welt, gute Voraussetzungen für einen weiteren Erfolg mit „Ich – Einfach unverbesserlich 2“. Also einfach nochmal reinschauen in den ersten Streich von Gru und Co. , bevor es zum zweiten Abenteuer geht – es lohnt sich.

Tipp: Unbedingt den Abspann anschauen – es erwartet euch ein kleines Minion-Bonbon.

 [atari]

Ich vergebe 9 von 10 Couchpotaoes.


Trailer: Universal Studios

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2 Gedanken zu “Filmkritik: Ich – einfach unverbesserlich

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